“Über das Spiel zum Kampf” – Erfahrungen junger Ultras in rechten Fanszenen

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"Lars Bleichert* spürt das Blut durch seinen Körper rasen. Doch er unterdrückt jede Bewegung, er will sich nichtsanmerken lassen. Der 14-Jährige sitzt in einem Kleinwagen in der Mitte der Rückbank, zwei ältere Jungs neben ihm blicken aus dem Fenster in die monotone Dorflandschaft. Es ist stickig. Der Fahrer und der Beifahrer, zwei stämmige Gestalten, reden wenig. Die fünf Ultras sind auf dem Weg zu einer angemieteten Turnhalle, um dort Fahnen für ihren Verein zu bemalen. Allein die Anfahrt sorgt bei Bleichert, einem dürren Schuljungen, für einen Adrenalinschub. Er ist noch nicht lange Mitglied der Ultragruppe, solche Treffen verströmen den Reiz des Verbotenen. Dann legt der Fahrer eine CD ein, schwere Gitarrenriffs, lauter Schlagzeugbeat, aus der Box hinter Bleichert röhrt:

Seid ihr gut genug für uns? Dann können die Spiele beginnen! Wir, die Germanen, werden alles geben, um zu gewinnen!

Neben Bleichert protestiert einer der Mitfahrer gegen die Musik. Sie stammt von der bei Rechtsextremen beliebten Band Kategorie C. Der Fahrer dreht sich um und erstickt den Protest mit einem durchdringenden Blick. Bleichert packen der Rhythmus, der Gesang und auch die Aggressivität des Liedes. Direkt nach dem Treffen in der Turnhalle fährt er schnell nach Hause, rennt die Stufen zu seinem Kinderzimmer hoch und lädt die Musik der Band herunter. Er hastet wieder vor die Tür, schiebt sich die Kopfhörer während des Laufens ins Ohr. Bleichert stürzt sich auf sein Fahrrad."...weiterlesen auf 11freunde.de

Gedankensprung zur aktuellen Repression gegen Ultras

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Deutschland 2017 – der Polizeistaat rüstet auf.

In der Ausgabe #158 des UDH haben wir bereits einen Blick auf die Möglichkeiten der Überwachung seitens des Polizeiapparates geworfen. Wer die Ausgabe verpasst hat, kann sie jederzeit auf unserem Blog auf www.unter-die-haut.net online nachlesen. In den vergangenen Wochen und Monaten kam es zu immer neuen krassen Berichten über staatliche Repressionsmaßnahmen. Mal wieder sind neben politischen Aktivisten vor allem Fußballfans betroffen. Während es zwischen Fans und den Fußballverbänden zu Annährungen kommt, befindet sich das Verhältnis zwischen Exekutive und Fanszene weiter auf Talfahrt. Eine Entwicklung, die gewollt scheint. Neben der linken Szene haben Fußballfans schon lange den Status „Staatsfeind Nummer eins“ – zumindest verhält sich die Staatsmacht so, bei der das Feindbild des Fußballfans schon längst manifestiert ist. Die immer heftigeren Geschütze, die gegen organisierte Fanstrukturen aufgefahren werden, lassen dein Eindruck zu, Ziel sei es nicht, Straftaten zu verhindern, sondern Fanstrukturen systematisch zu zerschlagen. Diesen Artikel schreibe ich letztendlich vor allem wegen zwei Vorfällen: dem gerichtlich erwirkten Führerscheinentzug Oberhausener Ultras und der Durchsuchung des Fanprojektes in Darmstadt. Seit der Idee zu diesem Text haben allerdings noch weitere Meldungen aus dem Osten der Republik Wellen geschlagen und auch aus Oberhausen gibt es Neuigkeiten. Aus einer kleinen Anfrage im sächsischen Landtag ging hervor, dass die junge Gruppe aus der Fanszene der BSG Chemie Leipzigs, die „Ultra’ Youth“, von einem Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung betroffen ist. Diese Ermittlungen stützen sich auf §129 des Strafgesetzbuches. Dort heißt es, dass Gründer oder Mitglieder einer Vereinigung, deren Zweck das begehen von Straftaten ist, mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden kann. Einer Ultragruppe wird also vorgeworfen, ihr übergeordnetes Interesse läge darin, Straftaten zu organisieren und zu begehen, womit sie auf eine Stufe mit Banden der organisierten Kriminalität gestellt werden. Weitere Vorkommnisse einer besorgniserregenden Qualität der Repression waren die Hausdurchsuchungen in Dresden und Darmstadt. Beide haben gemeinsam, dass die Räumlichkeiten des jeweiligen Fanprojektes durchsucht wurden. Fanprojekte sind Anlaufpunkte für alle, aber vor allem jugendliche Fans und damit auch per Auftrag und Selbstverständnis vor allem pädagogische Einrichtungen und Schutzräume für selbige, welche über das Sozialgesetzbuch geregelt und auch staatlich gefördert werden. Fans von Union Berlin haben die Problematik per Spruchband auf den Punkt gebracht: „Wer pädagogische Zentren stürmt – nimmt in Kauf, dass sich die nächste Generation entzürnt!“. Dass diese Schutzräume in dieser Art und Weise verletzt wurden, dürfte das Verhältnis zur Polizei bei vielen Jugendlichen nicht gerade verbessern. Dazu kommen noch die mehr als fragwürdigen Umstände der Durchsuchungen. In Darmstadt vermutete die Polizei Täter eines Raubes unter den ca. 60 Gästen der Weihnachtsfeier des Fanprojektes. Alle Anwesend wurden erkennungsdienstlich behandelt und - wie die Räumlichkeiten - durchsucht, dabei wurden viele Gäste lange in der Kälte festgehalten. Gefunden wurde natürlich nichts. Abzuwarten bleibt, was die Polizei mit den erfassten Daten anstellt. In Dresden waren die Gründe andere, aber ebenso dubiose. Die Maßnahmen richteten sich nicht etwa gegen Verdächtige einer Gewalttat oder ähnlichem, sondern gegen die Organisatoren der Mottofahrt der Dresdner nach Karlsruhe im Mai diesen Jahres. Im Zuge dieser erlitten 15 Polizisten ein Knalltrauma aufgrund geworfener Böller. Dies nahm die Staatsanwaltschaft Karlsruhe zum Anlass die Wohnungen und Geschäftsräume von 28 angeblichen Führungspersonen der Szene von 370 Beamten durchsuchen zu lassen. Darunter waren auch die Räumlichkeiten des Fanprojektes. Dessen Verantwortliche stellten darauf die Zusammenarbeit mit der Polizei in Frage und lassen rechtliche Schritte prüfen. Dies waren jetzt nur einige aktuelle Repressionsmaßnahmen, die mediale Aufmerksamkeit bekommen haben. Daneben stehen die immer zahlreichen, schon alltäglichen Repressionen der willkürlichen Stadion- und Stadtverbote, Einschüchterungsversuche in Schulen oder am Arbeitsplatz, vorgeschriebenen Anreisewege, Polizeigewalt oder Führerscheinentzüge. Auf Letztere will ich noch kurz eingehen: ein Oberhausener Ultra klagte nun erfolgreich dagegen, eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) über sich ergehen lassen zu müssen. Allerdings nur wegen eines Formfehlers seitens der Stadt, die schon einen neuen Anlauf angekündigt hat. Nach einem Urteil von 2010 bleiben Führerscheinentzüge auch außerhalb des Straßenverkehrs ein Mittel der „Gewaltprävention“.

Ein Problem am Kampf gegen staatliche Repression ist, dass die Staatsmacht - auch wenn sie gerne jammert -  im Vergleich zu den Fans gewaltige Ressourcen an Personal, Material und Geld hat. Jüngst forderte der Dortmunder Polizeichef lebenslange Stadionverbote, damit sich die Polizei ja endlich um wichtigere Dinge kümmern könne. Auch Judikative und Legislative arbeiten der Exekutive gerne zu. So schafft die Gesetzgebung auch gerne nachträglich die Grundlage für Repressionen (siehe Datei Gewalttätersport) oder Überwachungsmaßnahmen und die Justiz ist auch gerne auf Seiten der Polizei. Ein Hoch auf die Gewaltenteilung, der Staat muss sich wohl dringend vor uns gefährlichen Fans schützen. Deshalb ist Besonnenheit, Klugheit und Zusammenhalt die Losung der Stunde. Unser Kampf wird nicht militärisch geführt. Unsere Waffen sind nicht Knüppel und Pfefferspray, sondern Zusammenhalt, Freundschaft und Solidarität! „Entzürnt“ euch, aber seid besonnen – jedoch immer rebellisch!

Für immer Ultras!

Vortrag: “Zwischen Eigentor und Aufstand – Ultras in den gegenwärtigen Revolten”

Flyer Am kommenden Samstag, den 09. Dezember findet im Fanprojekt ein Vortrag zum Thema "Ultras in den gegenwärtigen Revolten" statt. Wir berichteten bereits vor einiger Zeit über das Thema. Nun kommt der Mitbegründer des Blogs "footballuprising" und Autor Ralf Heck nach Kaiserslautern, um das Thema anhand eines Vortrags mit anschließender Diskussion vorzustellen. Hier die Ankündigung des Fanprojekts:
Hiermit möchten wir Euch zu unserer Veranstaltung „Zwischen Eigentor und Aufstand – Ultras in gegenwärtigen Revolten“ einladen. Stattfinden wird das Ganze am 09.12.2017 um 18 Uhr bei uns in der Kartoffelhalle. Zu Beginn wird unser Referent Ralf Heck, in einem Vortrag die Beteiligung und die Rolle organisierter Fußballfans bei Aufständen wie in Tunesien, Ägypten, der Türkei und der Ukraine beleuchten und anschließend in einer Diskussionsrunde mit den Anwesenden verschiedene Sichtweisen und Ansätze diskutieren. Wir freuen uns auf Euch und einen interessanten Abend, der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Gedankensprung zum Thema Zaunfahnenverlust

Darmstadt-zensiertIn letzter Zeit kam es in Ultra’-Deutschland vermehrt zu Auflösungen verschiedener, teils alter und bekannter Gruppen. Brandaktuell sind die Auflösungen von Supside Kiel nach einem Fahnenverlust an St. Pauli und die der Sektion Spielsucht Kiel, nachdem Darmstädter mehrere Fahnen vom Gästeblock rissen. Allgemein hört man des Öfteren davon, dass Fangruppen, vor allem ultraorientierte, sich nach einem, wie auch immer zustande gekommenen, Fahnenverlust auflösen. Dies gilt in der Szene ja allgemeinhin als ein Schritt, den der ungeschriebene „Ehrenkodex“ der Ultras gebietet. Die Zaunfahne gilt als das Heiligtum der Gruppe, da sind sich wohl fast alle ultraorientierten Menschen einig. Der Verlust dieser schmerzt immer, egal wie er passiert ist. In folgenden Stellungnahmen liest man häufig Floskeln wie „wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen“. Gezwungen von was? Dem über allem stehenden Ehrenkodex aller Ultras? Dem eigenen Selbstverständnis? Dem Image, das man wahren möchte? Der eigenen Ratlosigkeit oder dem Frust der Niederlage? Es ist wichtig, diesen einschneidenden Schritt und die eigenen Motive sehr kritisch zu hinterfragen. Zum einen stellt sich die Frage, inwiefern der vielbeschworene Ehrenkodex wirklich etwas mit „Ultra’ sein“ zu tun hat. So ist Ultra’ doch für viele gerade sich nicht an Vorschriften anderer zu halten, rebellisch zu sein und sich seine Regeln und Grenzen stets selbst zu setzen und diese auch mal zu überscheiten. Ist man der bessere, konsequentere Ultra, wenn man sich einem Kodex beugt, mit dessen Entstehung man rein gar nichts zu tun hat, zumal auch sehr viele Gruppen aus dem Mutterland der Ultras – Italien – diesen Kodex sehr flexibel ausgelegt haben, oder passt es nicht besser zu einer freiheitsliebenden Jugendkultur, wenn man stets seinen eigenen Weg verfolgt, egal was irgendjemand sonst denkt? Ist die Fahne verloren, hört man oft das berühmte „Weg ist weg!“, die Fahne ist futsch, die Konsequenzen müssen also jetzt gefälligst gezogen werden! Bei objektiver Betrachtung sind die Umstände des Verlustes jedoch nicht unwichtig dafür, welche Rückschlüsse daraus auf die Gruppe, ihre Stärken und Schwächen und den internen Zusammenhalt zu schließen sind. In der Vergangenheit kam es oft zu Einbrüchen in Lagerräume und auch Wohnungen, um Materialien verfeindeter Gruppen zu erbeuten. Dies sagt wohl weniger über die betroffene Gruppe, als über die Mentalität der Diebe aus. Auch ist es durchaus ein Unterschied, ob die Fahne wegen Nachlässigkeiten der Gruppe selbstverschuldet verloren gegangen ist, oder trotz aller Bemühungen von einem übermächtigen Gegner erbeutet wurde. Gesteht man sich dann eine Niederlage ein, strukturiert die Gruppe um, kämpft weiter, um so etwas künftig zu verhindern, oder ist der Verlust so erschütternd, dass man den Rückzug antritt und die Gruppe auflöst. Ist das dann einfach konsequent oder ein Aufgeben? Wie sollte die Gewichtung von Ehrenkodex, Image, Freundschaft, Loyalität und Liebe zum Verein sein? Wie zum Beispiel in München gesehen, wird meist kurze Zeit nach der Auflösung von Gruppen eine neue gegründet, die zum aller größten Teil aus denselben Menschen besteht, die vorher schon hinter einer anderen Fahne sich für ihren Verein und ihre Stadt aufgeopfert haben. Ist dies wirklich ein nötiger Schritt, um sich die Niederlage einzugestehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, oder ist das mehr ein Versuch, den Schmerz der Niederlage zu umgehen, indem man sich einfach einen neuen Namen gibt? Das Thema ist viel zu komplex und abstrakt, um hier wirkliche Antworten zu geben, was auch gar nicht der Anspruch sein sollte. Ultra’ definiert jede und jeder für sich anders, jede Gruppe hat ein verschieden geartetes Zusammenleben und Selbstverständnis, jede Szene entwickelt sich auf ihre Weise. Daher muss die Frage erlaubt sein, inwiefern es Regeln für die Ultraszene im Ganzen geben sollte beziehungsweise kann. Die Auflösung einer Gruppe heißt für die Betroffenen nicht nur die Beendigung eines Kapitels oder einen Neuanfang, sondern auch den Verlust eines Teils der Identität. Außerdem ist es hier, wie so oft im Leben: man hat zu einem Thema viel zu sagen und eine gefestigte Meinung, bis man selbst betroffen ist. Im Endeffekt sollte jeder Einzelne seinen Idealen treu bleiben und sich nicht von anderen reinquatschen lassen.

Sehenswert: “Nie mehr erste Liga?”

Die ARD hat aktuell in ihrer Mediathek eine Dokumentation über abgestürzte Traditionsvereine. Hiermit soll jetzt nicht die Brücke zu unserem FCK geschlagen werden, vielmehr soll ein nostalgischer Blick zurück gewährt werden, welche ehemaligen Traditionsvereine in den Niederungen der unterklassigen Ligen kicken. Neben dem Deutschen Meister von 1955,  Rot-Weiß Essen wird der Europapokalsieger von 1974 und dreimalige DDR-Meister, 1. FC Magdeburg sowie der TSV 1860 München näher beleuchtet. Absolut sehenswerte Doku - nicht nur für Nostalgiker: Hier geht's zur Doku in der ARD-Mediathek!  

Fußball ist Fußball und Politik ist Politik!?

Geht es nach der UEFA ist die Aussage die einzige Wahrheit. Denn wie das NDR-Recherchemagazin "Panorama 3" aufgedeckt hat, fordert die UEFA von den deutschen Bewerberstädten für die EM 2024 sogenannte "Verpflichtungserklärungen" - und diese sind in Bezug auf die Grundrechte mehr als heikel. So sollen sich die Städte, in denen Spiele ausgetragen werden, dazu verpflichten, "kommerzielle Zonen" zu schaffen in denen Demonstrationen verboten sind. Die UEFA begründet dies mit dem allseits bekannten Totschlagargument, nach dem "Politik und Sport nicht miteinander vermengt werden sollten". Der UEFA geht es darum, ein möglichst cleanes und störungsfreies Event durchführen zu können, bei dem maximale Einnahmen erzielt werden sollen. So erklärt sich auch die Forderung, dass in diesen Zonen in Kneipen und Bars keine Übertragungen der Spiele auf Großbildleinwänden stattfinden dürfen - denn dort könnten Einnahmen durch Dritte erzielt werden, die der UEFA letztlich flöten gehen könnten. Traurig, aber im Sinne städtischer Standortlogik: Alle Bewerberstädte haben diese Verpflichtungserklärung bisher unterschrieben - lediglich Bremen hat den Originaltext etwas an das Grundgesetz angepasst und dann erst unterschrieben; wobei Bremen wie Hannover oder Mönchengladbach den Zuschlag seitens des DFB sowieso nicht bekommen hat. Doch nicht nur die Aushebelung grundrechtlicher Standards sollte den Städten eigentlich Bauchschmerzen bereiten, auch die Austragung der Spiele an sich birgt finanzielle Risiken - wir in Kaiserslautern können ein Lied davon singen. Das gute an der WM 2006: Die Stadt Kaiserslautern hat daraus gelernt. Die Bewerbung zur EM 2024 wurde zurückgezogen. Und das aus gutem Grund. So geht aus dem Richtlinienpapier der UEFA hervor, dass die Austragungsstadt alle Kosten für eine solche kommerzielle Zone - also Public Viewing samt Getränke- und Essensverkäufen und so weiter - selbst zu tragen hat, die Umsätze aus Essen und Trinken jedoch in Gänze an die UEFA gehen - und das am Besten steuerfrei. Denn die UEFA wünscht ein Steuersonderrecht in ihrem Austrangungsstatut, das sie im besten Fall auch von der Mehrwertsteuer befreit. Nicht zuletzt wird sich die Entscheidung der UEFA, ob letztlich die Türkei oder Deutschland den Zuschlag für die EM erhält, vorallem daran festmachen, welches Land bereit ist, der UEFA diese Sonderrechte bzw. die Aushebelung geltenden Rechts zu gewährleisten. Sollte die Entscheidung pro Deutschland ausfallen, kann es zumindest dem geneigten Betze-Anhänger egal sein - denn dieser Kelch geht diesmal zum Glück an uns vorbei!   Hier noch ein Bericht der ARD zu diesem Thema sowie ein kurzer Beitrag dazu im NDR-Sportclub: http://www.tagesschau.de/inland/em-bewerbung-uefa-101.html https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/sportclub/EM-2024-als-Katze-im-Sack-fuer-Bewerberstaedte,sportclub8748.html

4 Fragen an: Juses

indexDie zweite EP des Lautrer Rapper „Juses“ ist seit kurzem veröffentlicht und gibt dem doch eher überschaubaren Lautrer Hip Hop etwas Neues auf die Ohren. Grund genug, um sich das Kind der Stadt zu schnappen und ein paar Fragen zur EP zu stellen. Welcher Grundgedanke steckt hinter dem Titel und dem dazugehörigen Artwork und warum hast du dich gänzlich gegen Features entschieden? Erst mal "Gude" und Danke für die Möglichkeit hier wieder ein paar Worte zur neuen EP verlieren zu können. Der Grundgedanke "Aus dem Nichts" hat viele Seiten, von denen man diesen Titel betrachten kann. Einmal habe ich jetzt 2 Jahre lang nichts Neues an Mukke rausgebracht und ohne viel Promo oder gerede, quasi im Verborgenen an der EP gearbeitet. Es kommt also "Aus dem Nichts" eine neue EP um die Ecke, wo viele wohl schon dachten, dass nach der längeren Zeit endgültig Ruhe ist. Man kann den Titel aber auch so sehen, dass man selbst sich "Aus dem Nichts" was aufgebaut hat. Soll heißen,man hatte vielleicht als Kind oder in der Jugend einfach nicht so viel wie andere gehabt und hat sich dann Ziele gesetzt und diese erreicht oder ist gerade dabei sich diese zu erarbeiten. Man fängt mit Nichts an und hat trotzdem irgendwann das, was man sich erhofft hat. So wurde dann auch das Artwork schlicht und etwas dunkel gehalten. Das Zentrale Bild stellt den Urknall da, weil man sagt ja, erst war das Nichts und dann alles andere...aber lassen wir mal das N24-Doku gequatsche. Ich wollte etwas, was nicht viel bling-bling hat und trotzdem Aussagekräftig ist und ich denke, dass ist den kreativen Köpfen um mich rum sehr gut gelungen. Ja, wieso keine Features. Es war eigentlich eins geplant, was aber aufgrund zukünftiger Projekte dann doch über den Haufen geworfen wurde. Ich bin trotzdem doch stolz, wieder eine EP abliefern zu können, wo 100% JU drin steckt. Man muss auch dazu sagen, dass es nur eine handvoll an Künstlern gibt, mit denen ich überhaupt zusammenarbeiten würde, da die Interessen beim Großteil doch etwas weiter auseinander gehen. So viel dazu. Wie verlief eine typische Aufnahmesession und wie lange hast du an der EP insgesamt gearbeitet? An der EP arbeite ich eigentlich schon seit Mitte des letzten Jahres. Erst wollte ich ein Album machen, dann doch wieder nicht und dann am Ende ist es dann auf eine EP herausgelaufen. Mit dem "normalen Leben" viel zu tun gehabt, dann die sehr erfolgreiche Saison die kaum Nerven gekostet hat, hatte ich viele Pausen was die Arbeit an der EP anging. Am Ende hab ich mich dann doch zusammengerissen und das Ding fertig gemacht. So eine Aufnahmesession läuft im Prinzip immer gleich ab. Man macht eine Uhrzeit aus bei Feyzu im Studio, kommt erst mal zu spät, labert dann locker über ne Stunde über irgendwelches Zeug und fängt dann irgendwann mal an zu sagen, hob lass loslegen. Dann teilt man sich den Text auf, soweit wie man eben Luft hat, bei starken Konsum von Tabakwaren fallen diese dann bekanntlich etwas größer aus. Aber alles in allem hat man den kompletten Track schnell im Kasten. Was dann am PC bzw in dem Programm gemacht wird, hab ich keine Ahnung von. Ich beschäftige mich in der Zeit mit Rauchen und Ablenken von der Arbeit.Manchmal gehen die ganzen Sachen bis tief in die Nacht und am nächsten Tag fühlt man sich als wäre man in einer Kneipe gewesen. Im Juni stand das Summer Bay Music Open Air auf dem Plan, bei dem auch Du auf der Bühne ordentlich abgegangen bist. Wie kamst du zu deinem Auftritt und wie beurteilst du das Open Air, bei dem zahlreiche Acts aus Kaiserslautern vertreten waren Zu dem Auftritt kam es, dass "prototüp" noch nach Support-acts für den Abend gesucht hatte und mich ganz einfach gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte, ein paar Songs zu spielen. Da denk ich nicht lange nach und habe zugesagt, da Proto ein guter Freund ist, dem man damit einen Gefallen tut ihn, wie der Name schon sagt, zu supporten. Ausserdem kann man seine Live-Kenntnisse auch wieder etwas auffrischen da der letzte Auftritt ja auch schon eine Weile her ist. Also an dieser Stelle nochmal Danke dafür. Das ganze Festival zu beurteilen ist schwierig. Zum einen hats genervt, dass drausen die Druffi-Mukke so laut war, dass man sich anstrengen musste drin den Acts zu folgen. Zum andern war alles aber gut organisiert und es war eine gechillte Stimmung bei allen Besuchern und Künstlern. Es war glaub für jeden das passende dabei. Ich finde es nur wichtig den andern Acts den support zu geben und nicht, wie es so oft ist, die eine Gruppe geht, wenn der Kollege fertig ist und die nächste Gruppe kommt, wenn der andere dran ist. Da fehlts einfach noch, aber mein Gott jeder wie er will. Mukke aus 676 muss einfach mehr Beachtung finden und das geht eben nur wenn man auch sich gegenseitig pusht. Das haben aber nur die Wenigsten hier verstanden. Gibt es noch etwas, dass du zu Name der EP unbedingt loswerden möchtest? Gib uns zum Abschluss nochmal einen kleinen Ausblick, was man in der Zukunft noch alles von dir erwarten kann. Zum Abschluss bleibt mir nur "Danke" zu sagen. Es tut gut, zu sehen, dass anderen die Msuik gefällt und sie sich damit identifizieren können. In der Zukunft sollte man die Augen offen halten, denn die Arbeiten für die nächsten Dinger laufen schon, ist also noch lange nicht Schluss. In diesem Sinne...... Alles für Stadt und Verein!!!!  

Lesenswert: 50+1 – Bezieht die Fans mit ein!

Das Thema ist ja gerade wieder auf der Tagesordnung, nachdem der Aufsichtsrat von Hannover 96 den Plänen Martin Kinds zustimmte, die entscheidenden Anteile am Verein an selbigen abzutreten. Damit erhält, nach angenommenem Antrag durch die DFL, Hannover 96 in Bälde den gleichen Status wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim - nämlich nicht mehr von 50+1 Regel betroffen zu sein. Bei 1860 München scheint das Ganze ebenfalls nur noch Formsache zu sein, sollte - und davon gehen Juristen aus - Hasan Ismaik mit seiner Klage gegen die 50+1 im Falle von 1860 erfolgreich sein. Die Sportschau hat nun einen lesenswerten Kommentar zur 50+1 Regel und zum Fall Hannover veröffentlicht, den wir euch nicht vorenthalten wollen: http://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/kommentar-50-1-hannover-100.html Dabei wollen wir aber auch anmerken, dass eine lebendige Fankultur keinerlei Auswirkungen auf das Produkt Bundesliga hat. Fans und Fankultur sind Werte, die bei der Verwertung des Produkts Bundesliga und bei den Umsätzen der Vereine der Bundesliga nicht nur keine Rolle spielen, sondern ihr auch im Weg stehen. Fernsehgelder und Merchandising sind wichtigere Einnahmequellen als Stadionbesucher und Vereinsmitglieder. Nicht ohne Grund ist die Premier League, die Fußballware mit dem größten Wert auf dem globalen Markt und gleichzeitig aus fankultureller Sicht die unattraktivste Liga. Das heißt jedoch nicht, dass ein Zwischenweg aus größtmöglicher Vermarktung, bei größtmöglicher Beachtung von Faninteressen möglich ist - auch weil ohne Vermarktung Profifußball in Deutschland aufgrund der Ligenkonkurrenz nicht zu denken ist. Wie man dazu steht, ist jedem selbst überlassen.

Sehenswert: “Putins Generalprobe”. Reportage über die Zustände im WM-Land Russland.

UnbenanntDer Fußball-Abend am letzten Donnerstag wurde durch eine Reportage der ARD im Anschluss an das Relegations-Hinspiel abgerundet. Die 30-minütige Reportage trägt den Titel "Putins Generalprobe". Es wird also schon am Namen deutlich worum es geht, die WM 2018 in Russland und den diesjährigen Confed-Cup als Generalprobe. Dieser Beitrag beantwortet Fragen wie: Wie weit ist der Bau der Stadien vorangeschritten? Wie sind die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen? Was tut der Weltverband FIFA dagegen? Was sagt Gianni Infantino dazu, sagt er überhaupt etwas? Aber auch Gewalt ist ein Thema und so wird über die Verbindung zwischen russischen Hooligans und Politikern berichtet. Wir als euer UdH-Team können euch diese Reportage empfehlen, denn wieder einmal kommt das wahre Gesicht der FIFA ans Licht. Schlagworte wie Korruption, Kostenexplosionen und Menschenrechtsverletzungen dürfen dabei also nicht fehlen. Hier geht's zur Reportage in der ARD-Mediathek: Klick