Was ist los im Land des Fußballs?

brasiliencoverAm kommenden Samstag, den 24. Mai richtet das Fanprojekt im Anschluss an das letzte Saisonspiel unserer Amateure (Anstoß um 14.00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion) im Bahnheim eine Veranstaltung aus unter dem Motto "Brasilien 2014: Was ist los im Land des Fußballs?". Teil des bunten Programms ist auch eine Gesprächsrunde, an der unter anderem Frenetic Youth Mitglied Marcel teilnehmen wird. Der junge Mann dürfte dem geneigten UdH Blog Leser dank seiner aktuellen Brasilien-Reihe inzwischen bestens bekannt sein. Nicht nur aus diesem Grund möchten wir für die Veranstaltung und das Fanprojekt Kaiserslautern Werbung betreiben. Nutzt das Angebot und belohnt die starke Arbeit der Fanprojekt Mitarbeiter mit eurem Erscheinen!

Das "Unter die Haut" Team hat den Anlass genutzt und die drei Blog Beiträge des "Brasilien Spezial" als Sonderausgabe in ein kompaktes PDF-Format gebracht. Spätestens jetzt kommt keiner mehr umher, sich das Werk zu gönnen. Viel Spaß dabei und bis Samstag!




Gut zwei Wochen vor dem Anpfiff zur WM rücken die Geschehnisse im Land des fünffachen Fußball-Weltmeisters immer stärker in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Aus der Perspektive einer Austragungsstadt der WM 2006 will das Fanprojekt Kaiserslautern daher, in Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global gGmbH, einen Blick auf die brasilianische Gesellschaft, Fankultur, und die aktuellen Geschehnisse vor Ort werfen.

Die Veranstaltung mit dem Titel „Brasilien 2014: Was ist los im Land des Fußballs?“ findet am Samstag, 24. Mai 2014, im Lautrer Wirtshaus im Bahnheim (Bahnheim 17C, 67663 Kaiserslautern) statt.

Am Beispiel des brasilianischen Kampfsports Capoeira soll zunächst ein Einblick in die Geschichte von Rassismus und Sport in Brasilien gewonnen werden. Gezeigt wird eine Capoeira-Liveshow, moderiert von Lila Sax dos Santos Gomes, mehrfache Deutschland- und Europameisterin und Weltmeisterin des Jahres 2009 in ihrer Kategorie. Sie wird während der Capoeira-Show über Capoeira als afro-brasilianische Kunstform, die sich aus ihrer langjährigen Unterdrückung befreit hat und Teil der brasilianischen Identität geworden ist, berichten.

Anschließend werden Nicole Selmer, Mitautorin des Fanguides zur WM 2014, und Carolin Nagy, die für verschiedene entwicklungspolitische Projekte in Brasilien tätig war, zur Fankultur und den Rahmenbedingungen vor Ort im Vorfeld der Weltmeisterschaft berichten. Beide haben Brasilien kürzlich besucht und können somit hautnah von ihren Eindrücken erzählen. Wie stehen die Brasilianer zur WM und zur FIFA? Wird es während der WM erneut Großdemonstrationen geben? Welchen Einfluss hat die WM auf die brasilianische Fußballkultur? Wie nachhaltig sind die Investitionen in die Infrastruktur?

Zu diesen und weiteren Fragen soll zusammen mit Marcel, Mitglied der Lauterer Ultra-Szene und einige Zeit in Brasilien mit den "Torcidas" von ABC Natal bei Heim- und Auswärtsspielen unterwegs, diskutiert werden. Das Programm wird von Brigitte Rottberg, ehemalige Fachbereichsleiterin Logistik im WM-Büro der Stadt Kaiserslautern und seit 2008 Kommunalberaterin im Host City Programm zur WM Südafrika 2010 und Brasilien 2014, und Stefan Michels, Mitarbeiter des Fanprojekts Kaiserslautern, moderiert.

Die Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr. Für Essen und Getränke ist gesorgt. Anmeldungen bitte bis zum 20. Mai 2014 beim Fanprojekt Kaiserslautern per E-Mail unter: awo_fanprojekt_kl@gmx.de.

Endlich Inhalte auf Wahlplakaten…

Die Europa-und Kommunalwahl am 25. Mai steht vor der Tür. Die Parteien werben mittels mehr oder weniger schönen Plakaten in der Bevölkerung um Stimmen. Anstelle von Inhalten sind darauf meist die Visagen irgendwelcher Politiker zu sehen. Nun aber hat offenbar ein Umdenken stattgefunden. Mit Freude stellen wir fest, dass zurzeit vermehrt Inhalte auf Plakaten politischer Parteien gesichtet werden  - noch dazu in Gestalt konkreter Forderungen. Einer der Slogans lautet „FCK Fanprojekt retten!" und trifft  den Zeitgeist und auf die Zustimmung vieler Bürgerinnen und Bürger. Denn die Bedeutung sozialpädagogischer Jugendarbeit in Kaiserslautern liegt den FCK Fans am Herzen. Höchste Zeit, dass auch die Politik deren großen Wert erkennt. Für die Jugend der Stadt! IMG_0422 IMG_0423 Wir stellen vorsorglich klar, dass die Betreiber des "Unter die Haut" Blog mit der Modifizierung von Wahlplakaten nicht in Verbindung zu bringen sind. Wir gehen lediglich mit offenen Augen durch die Welt und dokumentieren das Gesehene.

Fanprojekt: Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen!

Über ein Jahr ist seit unserem öffentlichen Schreiben an die Träger des Fanprojektes schon wieder ins Land gezogen. Seitdem hat sich vieles zum positiven geändert, weshalb wir seit dem Amtsantritt von Christian und Stefan zur Saison 2013/2014 absolut von einem, in seinen Möglichkeiten, sehr gut arbeitendem Fanprojekt sprechen können. So wurden einige Punkte aus unserem Schreiben bestens umgesetzt. Hier sind unter anderem die stets aktuelle Facebook-Seite, feste Öffnungszeiten (Sprechzeiten) an jedem Dienstag, regelmäßiges Fußballspielen, bei dem unter der Woche zum Teil über 30 Personen teilnehmen, im Bereich Freizeitangebote, soziale Beratung, Unterstützung von Aktionen aus der Fanszene, Vermittlung bei Problemen zwischen Verein und Fanszene oder auch Polizei aufzuzählen. Auch steht das Fanprojekt Anregungen oder Vorschlägen zu verschiedenen Veranstaltungen immer offen gegenüber und unterstützt diese soweit es möglich ist. Auch sind die Mitarbeiter bei jedem Spiel anzutreffen und klären diverse Differenzen direkt vor Ort. Die Arbeit wird gut angenommen und der angegangene Weg wird als durchweg positiv bewertet. Zwei Punkte bleiben dennoch weiterhin mangelhaft und schränken das Fanprojekt in seinen Möglichkeiten leider stark ein. Der erste Punkt sind ganz klar die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Auch diese wurden bereits in unserem letzten Schreiben kritisiert. Die aktuellen sind zu klein und reichen für die Größe der Fanszene unseres 1. FC Kaiserslautern einfach nicht aus. So bleiben sie an Spieltagen geschlossen, wodurch die breite Masse an Fans nicht erreicht werden kann. Am Fancontainer stehen die Mitarbeiter zwar stets mit einem offenen Ohr zur Verfügung, mit geeigneten Räumlichkeiten wäre die Arbeit durch sich neu bietende Möglichkeiten allerdings um einiges Vielfältiger und damit effektiver. Das Problem bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten ist, dass diese im Besitz der Stadt Kaiserslautern sein müssen, da die einzige „finanzielle“ Unterstützung der Stadt durch das zur Verfügung stellen der Räume besteht. Zum anderen ist das Budget viel zu niedrig und reicht kaum zu mehr als der Spieltagsbetreuung aus. An dieser Stelle möchten wir gerne die ungleiche Verteilung der Gelder durch das Land Rheinland-Pfalz thematisieren. Das Fanprojekt Mainz bekommt vom Land beispielsweise fast doppelt so viel Geld zur Verfügung gestellt wie das in Kaiserslautern, obwohl die Fanbasis trotz Bundesliga keinesfalls größer ist. Das Mainzer Fanprojekt hat dadurch doch erheblich mehr Möglichkeiten. Dies lässt sich schon alleine an der Anzahl der Mitarbeiter absehen. Im Fanprojekt Mainz sind 3,5 festangestellte Mitarbeiter, sowie eine Honorarkraft beschäftigt. In Kaiserslautern hingegen 1,5 Mitarbeiter, genauso viele wie im Fanprojekt des Regionalligisten Eintracht Trier, bei deutlich kleinerer Fanbasis. Der Vergleich zu Mainz zeigt, dass es trotz guter Arbeit nahezu unmöglich ist mit 1,5 Mitarbeitern den Bedürfnissen der großen Fanszene, sowie den eigenen Ansprüchen vollends gerecht zu werden ohne auf Dauer mit einem Burn-Out rechnen zu müssen. Mehr Mitarbeiter bedeuten ganz klar auch größere Möglichkeiten. Halten wir fest:  Die Mindesthöhe der Drittelfinanzierung, bei der sich die Kommune, d.h. die Stadt Kaiserslautern durch das Bereitstellen der Räume, sowie das Land Rheinland-Pfalz und der DFB die Kosten teilen reicht keineswegs aus, um die strukturellen, personellen und finanziellen Ressourcen hier in Kaiserslautern zufriedenstellend abzudecken. Es ist zudem nicht zu akzeptieren, dass das Bundesland RLP sich lediglich mit 30.000 Euro an der Finanzierung beteiligt. Um das Fanprojekt für die Zukunft gut ausgerichtet aufzustellen, sollte sich die Stadt daher entweder intensiv um größere, geeignete Räumlichkeiten bemühen, oder ihre finanzielle Unterstützung dahingehend überdenken, diese auf die Auszahlung von entsprechenden Geldern abzuändern, sodass man sich auch nach Räumen umschauen kann, welche nicht im Besitz der Stadt sind. Die aktuellen Räume platzen bei 15 Fans schon aus allen Nähten. Gerade in einer im Vergleich strukturschwachen Stadt wie Kaiserslautern sollte der Förderung der Jugend- und Sozialarbeit ein hoher Stellenwert zukommen. Die eigenen Räumlichkeiten sollen definitiv mehr sein als „nur“ ein reiner Treffpunkt für vorwiegend jugendliche FCK-Fans. Sie sollten im Idealfall Räume sein, in denen sich Jugendliche wohl fühlen, wo sie gerne zugegen sind. Die Folge wäre, dass die Jugendlichen Vertrauen zu den Sozialarbeitern aufbauen, welche dann helfen könnten Alltagsprobleme wie Schulden, Drogen oder Probleme in der Schule zu lösen. Rein aus fantechnischer Sicht fehlt es an Platz um Veranstaltungen wie Workshops abzuhalten. An das Anfertigen von kleinen Choreos oder Bannern kann man aktuell gar nicht denken. Dass für Vorlesungen oder Vorträge aktuell immer Räume angemietet werden müssen, kann kein zufriedenstellender Dauerzustand sein. Das Fanprojekt braucht allgemein eine größere finanzielle Unterstützung, um die wirklich gute und nützliche Arbeit fortzuführen und durch die engagierten Mitarbeiter weiter ausbauen zu können. Ideen für Aktionen wie ein Fanfrühstück am Spieltag, Filmvorführungen, diverse Veranstaltungen mit Referenden, Podiumsdiskussionen, Grillen, Beiratssitzungen, KOS-Veranstaltungen oder Tagungen von Fanbündnissen und bildungspolitischen Veranstaltungen gibt es en masse, leider fehlt es an Entfaltungsraum im Sinne von angemessenen Räumlichkeiten sowie an Budget. Wenn man kein Geld zu verschenken hat, sollte man es möglichst sinnvoll investieren... erst recht, wenn das höchste Gut der örtliche Fußballverein ist. In diesem Sinne: Pro Fanprojekt Unterstützer: Generation Luzifer Frenetic Youth Pfalz Inferno
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