UdH# 155: Betze vs Braunschweig

Servus beisammen!155_braunschweig_online-1 Dem gewonnenen Pokalspiel steht ein Unentschieden und eine Niederlage in den Ligaspielen entgegen. Die Mannschaft bittet um Geduld und fordert weiterhin Unterstützung. Diese Unterstützung wird es auch geben, das ist klar. Das Heimspiel gegen Darmstadt hat gezeigt, dass die Mannschaft über Kampf und den entsprechenden Willen die notwendigen Punkte holen kann, auch gegen einen Aufstiegsfavorit. Die Westkurve und oft auch Teile von Nord- und Südtribüne haben das Team nach vorne getrieben und das oft erwähnte „Betzefeeling“ aufkommen lassen. Nebensächlich waren die negativen Schlagzeilen und die im Internet herbeigeredeten Differenzen zwischen FCK Fans. Das Spiel gegen Darmstadt hat Bock gemacht! Eine Woche später wurde Pflichtaufgabe im Pokal gemeistert. Unter dem Motto: „Ob Teplice, Alaves oder Doria… Der Betze muss nach Europa!“ wurde die Lübecker Lohmühle beflaggt. Die zweite Runde im Pokal bringt uns nun den VfB Stuttgart auf den Betze. Es hätte auch ein leichterer Gegner sein dürfen. Erinnern wir uns aber an die zweite Runde der Saison 2013/2014, steht dem Einzug ins Achtelfinale nichts mehr entgegen. Damals wurde die Hertha aus Berlin mit 3 zu 1 besiegt. Also Leute, markiert euch den 24./25. Oktober 2017 und deckt euch mit Karten ein! Um die kurze Zusammenfassung der letzten Spiele komplett zu machen, muss leider auch das verlorene Auswärtsspiel in Düsseldorf erwähnt werden. Der 0:2 Niederlage hatte die Mannschaft nicht viel entgegenzusetzen. So dürften die Mienen vieler FCK Fans vor dem heutigen Spiel gegen den BTSV eher verzogen sein. Die Braunschweiger sind im Pokal rausgeflogen und befinden sich aktuell auf dem siebten Platz der 2. Bundesliga. Von dem letztjährigen Relegationsteilnehmer hätte man einen besseren Start in die Saison erwarten können. Die Heimbilanz gegen die Niedersachsen sieht sehr ordentlich aus. Von 27 Spielen wurden 18 gewonnen und nur drei gingen verloren. Neben dem sportlichen Stellenwert der Fußball-Bundesliga gibt es seit Ende der letzten Saison einen weiteren wichtigen Punkt, mit dem sich jeder einzelne Fan auseinandersetzen sollte. Der Konflikt zwischen dem DFB und uns Fans ist aktueller denn je. Die Sensationsmedien rund um den Axel Springer Verlag berichten in absurden Artikeln über uns Fans. Dem DFB und den erwähnten Medien wurde der Kampf angesagt. Mit Protesten und weitreichenden Informationen wollen wir alle auf die aktuelle Fehlstellung hinweisen. Wir sprechen die Probleme an und stellen euch einen Text zum Lesen bereit, der auch schon beim Auswärtskick in Düsseldorf an alle FCK Fans verteilt wurde. Informiert euch und begleitet den Protest aktiv! Bevor wir zum Abschluss noch einen kurzen Blick in die heutige Ausgabe werfen, noch eine kleine Anmerkung in eigener Sache: Aufgrund von Problemen beim Druck unserer Spieltagsausgabe, konnte das UdH zum ersten Heimspiel der neuen Saison nur in sehr geringer Stückzahl erscheinen :( Sorry dafür, wir geloben Besserung! Heute liegen ausreichend Ausgaben im Stadion bereit! Neben einem interessanten Hoppingbericht aus Serbien, präsentieren wir euch im UdH ein Interview mit dem FC Welcome Neustadt. Fußball verbindet, verbessert die Integration und schafft Vielfalt! Und jetzt auf zum ersten Heimsieg! Für den FCK – für den Fußball!   Hier geht’s zur kompletten Ausgabe 155!

UdH# 154: Betze vs Darmstadt

coverOwend uff’m Betze! Das erste Spiel der Saison 17/18 ist gelaufen und wieder einmal ist die Enttäuschung riesig. Mit viel Power und Vorfreude ging es rein in den Auswärtskick beim FCN. Am Ende steht die null zu drei Klatsche, die uns knallhart auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Aber was willst du als Betzefan machen, genau solche Spiele haben wir alle in der Vergangenheit zu genüge gesehen. Ein krass unterlegener FCK, der sich die Eier selbst in die Bude legt. Zum ersten Heimspiel der neuen Runde erwartet uns der SV Darmstadt 98. Bundeligaabsteiger und somit direkter Favorit für die ersten beiden Plätze der Tabelle. Nach zwei Jahren in Liga 1 geht’s für die Lilien im Unterhaus weiter. Personell eine ganz schöne Wucht, die sich aus einigen bundeligaerfahrenen Spielern zusammensetzt. Dem entgegenzuhalten wird nicht einfach. Anders wie unser FCK, konnte der SVD sein erstes Spiel gewinnen und wird entsprechend motiviert sein, auch die ersten Auswärtszähler zu holen. Die 154. Ausgabe startet voll durch! Zum Lesen gibt’s einiges auf die Augen, deshalb bietet sich das UdH einfach dazu an, die Zeit vor dem Spiel sinnvoll zu nutzen und im Kurvenflyer zu stöbern, sich zu informieren und auf das bevorstehende Heimspiel zu freuen. Traditionell Blicken wir in der ersten Ausgabe der neuen Saison erst einmal zurück. In der Sommerpause stand so einiges auf dem Plan, über das es zu berichten lohnt. Um die letzte Saison dann aber so schnell wie möglich vergessen zu können, schauen wir direkt nach vorne. Sowohl sportlich wie auch aus Sicht von uns Fans gab es so einige Änderungen bei denen es sich lohnt mal etwas genauer hin zuschauen. Das Drunter und Drüber in der fußballfreien Zeit gehört fast schon dazu. Der „Dauerbrenner“ des sportlichen Neuanfangs war auch in den vergangenen Wochen wieder ein großes Thema. Der Wunsch endlich mal in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen und sportlich positiv auf sich aufmerksam zu machen steckt wohl in jedem FCK Fan. Inwieweit dies zur neuen Saison möglich ist, wissen wir natürlich auch nicht. Ein Blick in Richtung Zukunft und genaues Betrachten der Gegenwart lässt sich aber durchaus riskieren. Ebenso interessant, aber leider auch sehr kritisch zu betrachtet, ist ein Blick aus Sicht der Fans auf die neue Saison. Pläne der Ausgliederung, Kollektive und intransparente DFB Strafen, Zerstückelung der Spieltage, extreme Kommerzialisierung des Fußball. Um nur ein paar Stichworte zu nennen, die jeden Fußballfan zum Denken und Agieren anregen sollte. Packen wir es gemeinsam an. Für den FCK, für die Westkurve, für unseren Fußball! Hier geht's zur kompletten Ausgabe 154!

Lesenswert: 50+1 – Bezieht die Fans mit ein!

Das Thema ist ja gerade wieder auf der Tagesordnung, nachdem der Aufsichtsrat von Hannover 96 den Plänen Martin Kinds zustimmte, die entscheidenden Anteile am Verein an selbigen abzutreten. Damit erhält, nach angenommenem Antrag durch die DFL, Hannover 96 in Bälde den gleichen Status wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim - nämlich nicht mehr von 50+1 Regel betroffen zu sein. Bei 1860 München scheint das Ganze ebenfalls nur noch Formsache zu sein, sollte - und davon gehen Juristen aus - Hasan Ismaik mit seiner Klage gegen die 50+1 im Falle von 1860 erfolgreich sein. Die Sportschau hat nun einen lesenswerten Kommentar zur 50+1 Regel und zum Fall Hannover veröffentlicht, den wir euch nicht vorenthalten wollen: http://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/kommentar-50-1-hannover-100.html Dabei wollen wir aber auch anmerken, dass eine lebendige Fankultur keinerlei Auswirkungen auf das Produkt Bundesliga hat. Fans und Fankultur sind Werte, die bei der Verwertung des Produkts Bundesliga und bei den Umsätzen der Vereine der Bundesliga nicht nur keine Rolle spielen, sondern ihr auch im Weg stehen. Fernsehgelder und Merchandising sind wichtigere Einnahmequellen als Stadionbesucher und Vereinsmitglieder. Nicht ohne Grund ist die Premier League, die Fußballware mit dem größten Wert auf dem globalen Markt und gleichzeitig aus fankultureller Sicht die unattraktivste Liga. Das heißt jedoch nicht, dass ein Zwischenweg aus größtmöglicher Vermarktung, bei größtmöglicher Beachtung von Faninteressen möglich ist - auch weil ohne Vermarktung Profifußball in Deutschland aufgrund der Ligenkonkurrenz nicht zu denken ist. Wie man dazu steht, ist jedem selbst überlassen.

Sehenswert: “Putins Generalprobe”. Reportage über die Zustände im WM-Land Russland.

UnbenanntDer Fußball-Abend am letzten Donnerstag wurde durch eine Reportage der ARD im Anschluss an das Relegations-Hinspiel abgerundet. Die 30-minütige Reportage trägt den Titel "Putins Generalprobe". Es wird also schon am Namen deutlich worum es geht, die WM 2018 in Russland und den diesjährigen Confed-Cup als Generalprobe. Dieser Beitrag beantwortet Fragen wie: Wie weit ist der Bau der Stadien vorangeschritten? Wie sind die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen? Was tut der Weltverband FIFA dagegen? Was sagt Gianni Infantino dazu, sagt er überhaupt etwas? Aber auch Gewalt ist ein Thema und so wird über die Verbindung zwischen russischen Hooligans und Politikern berichtet. Wir als euer UdH-Team können euch diese Reportage empfehlen, denn wieder einmal kommt das wahre Gesicht der FIFA ans Licht. Schlagworte wie Korruption, Kostenexplosionen und Menschenrechtsverletzungen dürfen dabei also nicht fehlen. Hier geht's zur Reportage in der ARD-Mediathek: Klick

UdH# 152: Betze vs Sankt Pauli

Cover_152Servus, Derbysieger! Mit zwei extrem wichtigen Siegen verschafft sich der FCK ein wenig Luft im Abstiegskampf und somit auch eine gute Ausgangslage für die restlichen drei Spiele der Saison. Fußballerisch war das Heimspiel gegen Sechzig ähnlich mies wie auch das Auswärtsspiel beim KSC. ABER: Die Mannschaft gewann beide Partien gegen die direkte Konkurrenz und stellt gleichzeitig alle Weichen in Richtung Klassenerhalt, der mit einem Heimsieg heute festgemacht werden soll. Der heutige Gegner, der FC St. Pauli, steht aufgrund der besseren Tordifferenz ein Platz vor unserem FCK und möchte ebenfalls das leidige Thema beenden und mit einem Sieg den fast schon sicheren Verbleib in Liga 2 feiern. Unsere Mannschaft sollte jedoch etwas dagegen haben und sich mit allen zur verfügung stehenden Mitteln den „Kiezkickern“ entgegenstellen. Die Hamburger, die seit fünf Spielen ungeschlagen sind, hatten bisher eine ähnlich schlechte Saison wie der FCK, die vom Abstiegskampf geprägt war, konnten sich zuletzt aber etwas fangen. Ein kleiner Blick auf die Statistik lässt uns zuversichtlich stimmen. Bei bisher 18 Heimspielen gegen den FCSP konnte der FCK 13 mal gewinnen. Die Richtung für heute ist vorgegeben: Heimsieg und die Paulianer noch einmal in Richtung Tabellenkeller befördern! Was war sonst noch so los? Die Rot-Weiße Hilfe machte einen Fall öffentlich, der sich in unserem Nachbarland zugetragen hat und die unverhältnismäßige Polizeiarbeit in Frankreich darstellt. Der Minderjährige FCK Fan wurde wegen Verdacht einer Sachbeschädigung, anlässlich des Freundschaftsbesuches beim FC Metz, in Gewahrsam genommen. Mehr dazu auf www.rot-weisse-hilfe.de sowie auf hier auf unserem Blog. Das zum Saisonendspurt ausgerufene Motto „1. FC Kaiserslautern - Unzerstörbar“ ist seit drei Spieltagen fester Bestandteil und wird auch heute wieder vor der Westkurve zu sehen sein. Wir Fans in der Kurve geben beim vorletzten Heimspiel nochmals den Takt an und schreien die Mannschaft zum Sieg! Zum Schluss noch ein kurzer Blick in die heutige Ausgabe: Mal wieder war einer unserer Schreiber in der Fußballwelt unterwegs und liefert einen interessanten Hoppingbericht aus Tschechien, der uns einen kleinen Einblick in die dortige Fankultur geben soll. Ein Thema, mit dem sich in naher Zukunft jeder FCK Fan auseinandersetzen muss, wird in dieser Ausgabe schon einmal kurz angeschnitten. Wir haben uns schon einmal unsere eigenen Gedanken zum Thema Ausgliederung gemacht und möchten somit den Ball ins Rollen, bringen sich diesem wichtigen Thema anzunehmen. Den Artikel gibt's auch hier auf unserem Blog - inklusive einiger interessanter Hintergrundinformationen. Hier geht's zur kompletten Ausgabe 152!

Einige Gedanken zum Thema “Ausgliederung”

10313062_362878910574930_2009261801107847828_nEin Gespenst geht um am Betze, das Gespenst der Ausgliederung. So oder so ähnlich könnte man einen solchen Text beginnen, der sich mit einem sehr heiklen Thema befasst, das - anders als die obige Zeile historisch konnotiert – nicht zu mehr Freiheit und Demokratie, sondern in diesem Fall eher zu weniger Mitbestimmung und Demokratie im Verein führen könnte. Dieses Thema ist die Herauslösung der Profi- bzw. Lizenzspielerabteilung aus dem e.V. (eingetragener Verein) in eine Kapitalgesellschaft. Was bei vielen Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga mittlerweile längst geschehen ist, könnte demnächst auch bei uns am Betze Realität werden. Nachdem bereits Mitte der 2000er unter Rene C. Jäggi und auch danach in der Kuntz-Ära das Thema Ausgliederung auf die Tagesordnung kam – einige können sich sicher noch gut an die Jahreshauptversammlung erinnern -, man sich in letzter Konsequenz dann doch nicht an eine Umsetzung machte, wollen die Herren Gries und Klatt es nun (noch einmal) selbst probieren. Dabei spielen sie natürlich die Karte des Erfolges und Ködern alle FCK-Fans und Mitglieder mit dem schönen Ziel 1. Bundesliga.  Laut Vorstand würde es unser Verein jedoch nur wieder hoch schaffen, wenn wir einen Investor an Land ziehen würden. Dazu bedürfe es einer Ausgliederung der Profiabteilung. Denn wie Gries jüngst in der Rheinpfalz verkündete, hat ein Investor „rein rechtlich … keine Möglichkeit, Anteile am eingetragenen Verein zu erwerben“. Demnach könnte ein solcher Investor „nur Sponsoring oder Fremdkapital zur Verfügung stellen“. Der Vorstand, so Gries, suche jedoch „einen strategischen Partner, der mit uns eine Partnerschaft eingeht, mit seinem Kapital den Weg mit uns bereitet, um die erste Liga zu erreichen“. Was man den Herren Klatt und Gries zu Gute halten muss – und das haben die vorherigen Vorstände versäumt – ist die offene und ehrliche Kommunikation nach außen und auch die Partizipationsmöglichkeit an diesem (vorbereitenden) Prozess. Die Vereinsführung hat dazu nämlich einen Arbeitskreis gegründet, in dem neben den Vorständen Thomas Gries und Michael Klatt, der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolai Riesenkampff, ein Mitglied des Ehrenrates sowie fünf Vereinsmitglieder sitzen. Außerdem können sich FCK-Mitglieder zu den Treffen anmelden und an jedem Ende der Sitzung Fragen stellen. Soweit die Fakten. Nun zu (m)einer fan- bzw. mitgliedskritischen Sichtweise. Ja, sicherlich stellt eine Ausgliederung in der heutigen Zeit einen wichtigen Faktor zur Herstellung einer Wettbewerbsfähigkeit im Kapitalgeschäft Bundesliga dar, doch sollte dies niemals zu Lasten der Mitbestimmung seitens der Mitglieder im Verein gehen. De facto aber kommt eine Ausgliederung einer Beschneidung der Mitgliedermitbestimmungsrechten gleich. Auch wenn die 50+1 Regel (noch) greift und ein möglicher Investor damit niemals die Mehrheit an Stimmen haben kann, bedeutet dies trotzdem, dass die Stimmenverteilung ungleicher und damit undemokratischer wird. Man muss sich das so vorstellen: In einer GmbH z.B. wäre dann der Investor Anteilseigner sowie der FCK. Der FCK hätte maximal 49 % der Stimmanteile und der FCK 51%. Man müsste sich als „Verein“ also gegen einen „Partner“ behaupten, der ganz andere Interessen als die Vereinsmitglieder besitzt. Z.B. wenn es um Vermarktung oder ähnliches geht – Beispiel: Name des Stadions oder ähnliches. Man begibt sich mit einer Ausgliederung nicht nur in eine demokratische Ungewissheit, sondern auch in eine wirtschaftliche Abhängigkeit von einem oder mehreren Investoren. Negativbeispiel ist hierbei sicherlich der TSV 1860 München. Nicht nur, dass Hasan Ismaik gewiss nicht vor seinem Einstieg überhaupt etwas vom TSV 1860 gehört hat und ihm die Interessen des Vereins und der Fans/Mitglieder völlig egal sind – da sie nämlich im Widerspruch zu seinen rein kapitalorientierten stehen -, sondern auch, dass man nämlich -  sollte sich mal ein (oder der einzige) Investor zurückziehen - auf einen nächsten Investor angewiesen wäre – Suche und Findung vorausgesetzt. Solch ein Szenario könnte ganz schnell in eine Insolvenz oder in eine wirtschaftliche Talfahrt münden. Denn bei einem Investorenmodell (speziell bei einer AG) sinkt das Eigenkapital – der BVB hält z.B. nur ca. 5% des Kapitals an der BVB AG –, das im Falle eines Investorenausstiegs oder beim Fallen der Aktie wenig finanziellen Rückhalt bieten würde. Natürlich ist dies ein sehr krasses Szenario – aber man muss im kapitalorientierten (Fußball) Geschäft mit allem rechnen – Gewinnen - Krisen - Verlusten und Insolvenzen. Ich möchte an dieser Stelle jedoch auch fairerweise anmerken, dass es durchaus Investoren geben kann, die sich der Sache des Vereins und der Fans verschreiben können und sich die Wahrung der Identität des Vereins als Investorenaufgabe machen können. Z.B. wenn man es schafft, einen Investor aus der Region an Land zu ziehen, der sich mit dem FCK zu einhundert Prozent identifiziert – das dürfte jedoch keine einfache Aufgabe sein. Noch steht uns eine Ausgliederung nicht direkt bevor. Dazu bedarf es einer außerordentlichen Mitgliederversammlung (die laut Gries auch einberufen werden soll). Diese könnte durch Wahrung einer einmonatigen Frist zur Einladung durch den Vorstand einberufen werden. Gewiss geschieht dies aber in Rücksprache mit dem Arbeitskreis „Ausgliederung“. Bis dahin wird noch genug Zeit sein, sich kritisch und rational mit dem Thema auseinanderzusetzen, um letztlich eine bewusste Entscheidung im Sinne des FCK zu treffen. Dabei muss man letztlich wohl abwägen, ob man wettbewerbsfähig bleiben oder ob man die größtmögliche Mitbestimmung im Verein erhalten möchte. Ein Modell der beides sicherstellt, gibt es auf dem Papier leider nicht. Dies würde letztlich vom jeweiligen Investor abhängen. Um sich etwas weiter mit dem Thema zu beschäftigen, hier noch ein paar interessannte Links: Zur Ausgliederung beim FCK: Fan-Initiative "1.FCK - E.wig V.ereint" http://www.swr.de/swraktuell/rp/kaiserslautern/1-ausgliederung-oder-finanzielles-abseits/-/id=1632/did=19390948/nid=1632/1c14cy1/ http://www.swr.de/sport/fussball-1-mit-brezeln-und-investor-in-die-bundesliga/-/id=1208948/did=18784636/nid=1208948/1ruqzxd/ http://www.rheinpfalz.de/nachrichten/titelseite/artikel/fck-sucht-investoren-und-einen-ausweg-aus-der-sackgasse/ http://www.rheinpfalz.de/nachrichten/titelseite/artikel/fck-auf-brautschau/ Zur Ausgliederung allgemein: http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/die-bundesliga-gmbh-die-anteile-bestimmen-nicht-die-stimmrechte/10348344-3.html http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-so-gehen-die-klubs-mit-investoren-um-a-1042220.html    

Fans vs. RedBull – oder ein Gedankensprung darüber, ob jeder die gleichen Voraussetzungen zur Kritik an RB hat

UnbenanntIn der Saison 2014/2015 stieg der Red Bull Verein aus Leipzig frisch in die 2. Liga auf. Für uns Ultras war damals klar, wir müssen da was machen. So starteten wir als Ultraszene in Kaiserslautern mit anderen Ultrà- und Supportergruppen die Kampagne „Nein zu RB“. Erste öffentlichkeitswirksame Aktionen wurden durchgeführt. Neben einer inhaltlichen Auseinandersetzung, fanden auch eher plakative Aktionen statt. Einige Fanszenen boykottierten gar die Auswärts-, und sogar die Heimspiele, gegen RB Leipzig – so auch wir. All diese Aktionen verhinderten natürlich nicht den Aufstieg RB Leipzig in die Bundesliga – verzögerten ihn jedoch gewiss. Denn das negative Image RB Leipzigs hat sich zwar sicher nicht auf die Verkaufszahlen von Red Bull ausgewirkt, jedoch gewiss ein wenig auf die Moral im Kader. Denn der in fast jedem Stadion spürbare Hass der RB entgegengebracht wurde, hat ohne Weiteres bei dem ein oder anderen RB-Spieler unmittelbare Spuren hinterlassen. Ob der einzelne Spieler nun was dafür kann, dass er dem großen Geld von Red Bull hinterherrennt, darf wahrlich angezweifelt werden, in Zeiten in denen auch Fußballer nichts als Humankapital und demnach Personen sind, die ihre Arbeitskraft zum bestmöglichen Preis verkaufen müssen. Dies zu berücksichtigen ist grundlegend wichtig, will man eine differenzierte Kritik an RB Leipzig und am Fußball generell formulieren. Doch gleichzeitig muss man verstehen, dass nicht jeder Fan über die Grundprinzipien politischer Ökonomie Bescheid wissen kann. Oft klingen dann solche Argumente, die das System in den Vordergrund rücken, sehr von oben herab oder schlichtweg zu intellektuell und sie gehen am gewöhnlichen Fußballfan und seiner Wahrnehmung vorbei. Denn was wahrgenommen wird, ist, dass sich der Fußball immer weiter von einem entfremdet. Das beginnt beim Stadionerlebnis, dass mittels (überwachungs-)technischer Aufrüstung (Kartenlesegeräte am Einlass, Bezahlen nur noch per Karte), dem Konsumangebot sowie einer dauerhaften Kontrolle und Überwachung (nicht nur beim Einlass) und endet beim Ändern des Stadionnamens in Firma XY (z.B. „Trolliarena“). Neben diesen eher schon lang stattfindenden schleichenden Entfremdungstendenzen – also weg von einem Fußball „wie er früher einmal war“ – finden nun auch solche statt, die für viele schlicht und ergreifend eher prompt und unvorhergesehen kommen. So halt auch die Gründung RB Leipzigs und der schnelle Aufstieg in die Bundesliga. Dies führt dann dazu, dass für viele Fans nun eine Grenze überschritten wurde – ohne natürlich zu wissen, dass es nie eine Grenze gab bzw. wenn überhaupt, diese Grenze mit der Gründung der Bundesliga überschritten wurde. Denn dort wurde der Weg zu einer kommerziellen Profiliga geebnet. Und unter kapitalistischen Produktionsbedingungen führt das dann in letzter Konsequenz dahin wo wir heute sind. Die Erkenntnis über diese kapitalistische Logik sollte jedoch nicht dazu verleiten, jede neue Entwicklung ohne weiteres hinzunehmen, mit dem Verweis, „das ist halt so im Kapitalismus“. Dieser Argumentation bedienen sich neben RB-Kritikern auch RB-Befürworter. Das wäre genauso, wie wenn man sagen würde, dass die Banken nun mal so arbeiten, weil wir ja im Finanzkapitalismus angekommen sind. Zwar wird das System – also das des Finanzkapitalismus bzw. des Neoliberalismus – irgendwann implodieren, erste Anzeichen darauf gab ja schon die weltweite Finanzkrise (durch die mehrere Millionen Menschen in den USA obdachlos wurden), doch muss man es soweit kommen lassen? Nein, denke ich. Daher ist auch eine Kritik an RB Leipzig nicht nur richtig, sondern notwendig, um spätestens jetzt gegenzusteuern oder um „Schlimmeres“ zu verhindern. Dabei darf diese Kritik natürlich nicht an RB Leipzig stehen bleiben, sondern muss weitergehen und die komplette politische Ökonomie umfassen. Diese weitergehende Kritik nun aber von jedem Fan zu verlangen, ist völlig unrealistisch und negiert gesellschaftliche Ungleichheiten hinsichtlich Bildung, Kultur und finanziellem Vermögen. Daher scheint es wichtig, sich über diese gesellschaftlichen Machtverhältnisse im Klaren zu sein, um zu verstehen, wie man auch Menschen mit dieser weitergehenden Kritik erreichen kann. Eins ist schon jetzt klar, eine Kritik um der Kritik willen, bringt uns nicht weiter. Vielmehr muss ein Raum geschaffen werden, in dem (über verkürzte Kritik) diskutiert wird und gemeinsam über Strategien nachgedacht wird. Wir haben dies damals mit der Kampagne „Nein zu RB“ versucht – andere haben lieber von außen bzw. von oben kritisiert.

UDH# 148: BETZE VS HEIDENHEIM

coverWas war das für eine Achterbahnfahrt in Dresden?! Nach 2:0 Führung waren die meisten mit dem 3:3 Endergebnis dann doch mehr als zufrieden. Ein kleiner Wermutstropfen: Nach der zwei Tore Führung und der Chance zum 4:3 musst du das Spiel eigentlich gewinnen und doch fühlte es sich in den Minuten nach dem späten Ausgleich von Przybylko mehr wie ein Punktgewinn als wie ein Punktverlust an. Ein paar Tage später ärgert man sich natürlich darüber die Führung aus der Hand gegeben zu haben, aber sei’s drum. Von den letzten fünf Gastspielen bei Dynamo (seit der Saison 93/94) konnte gerade mal ein Spiel gewonnen werden und somit sind wir dann doch wieder einigermaßen zufrieden mit dem Unentschieden in Dresden. Eine Woche zuvor sah das ganze ernüchternder aus. Mit 0:2 ging die Truppe gegen den VFB leer aus und auch der oft gelesene „Bundeligarahmen“ sollte nicht wirklich zum positiven Spiel des FCK beitragen. Aber auch nach dem Spiel in Stuttgart war jedem klar: Mund abputzen und weiter geht’s, die Punkte werden gegen andere Teams erbeutet! Und somit stehen wir nach zuletzt zwei Auswärtsspielen in Folge wieder hier auf’m Betze, in unserem Fritz-Walter-Stadion. Gegner heute der FC Heidenheim. Für die Freunde der Statistik sei kurz erwähnt, dass der FCK in allen Heimspielen gegen den FCH noch nicht verloren hat. Hört sich gut an, ehrlichkeitshalber muss man dazu sagen, dass es auch erst zwei Pflichtspiele waren, die auf dem Betze ausgetragen wurden. Nach zuletzt zwei Unentschieden steht der FC Heidenheim auf Tabellenplatz 6 und somit ein gutes Stück vor dem FCK. Die Segel sind natürlich trotzdem auf Heimsieg ausgerichtet und auch jeder Besucher sollte entsprechend motiviert sein die Mannschaft nach vorne zu treiben um am Ende die Punkte hierzubehalten. Was beim letzten Heimspiel gegen Sandhausen schon optimal funktionierte soll auch heute hinhauen. Vorne die Bude vollhauen und hinten sauber halten. Was war sonst noch los? Wieder einmal wurden die schon oft erwähnten Nebenkriegsschauplätze zum medialen Aufschrei. Aufsichtsrat und Vorstand haben sich mittlerweile wohl wieder ausgesprochen und somit kann die Schlagzeile wieder dahin verschwinden, wo sie hergekommen ist. Jährlich grüßt das Murmeltier? So oder so ähnlich könnte man das Kapitel der Suche nach einem neuen Hauptsponsor beschreiben. Die Zeiten, in denen die Brust der FCK Kicker über Jahre hinweg den gleichen Hauptsponsor zierte sind leider auch seit mehreren Jahren vorbei. Wenig überraschend also, dass sich die Vorstandschaft, oder doch eher die vermarkter Heinis, zur neuen Saison einen neuen Hauptsponsor suchen müssen. Wie bereits in den letzten Ausgaben kurz erwähnt, haben unsere Freunde aus Metz immer noch mit den ausgesprochenen Strafen zu kämpfen. Nach Einspruch des Vereins konnte eine Strafe zurückgenommen werden. Die bereits abgezogenen zwei Punkte wurden dem FC Metz wieder gutgeschrieben und somit konnte zumindest die Tabellensituation ein wenig verbessert werden. Der Blick auf die Themen der heutigen Ausgabe lohnt mal wieder und verleitet zum Weiterblättern. Neben einem Gedankenspruch zum Thema RedBull vs. Fans gibt es auch wieder alle interessanten Neuigkeiten der Fan- und Fußballwelt. Richtig gut lesen lässt sich wieder einmal ein Hoppingbericht aus dem Mutterland der Ultras. Vier Spiele in zwei Tagen und einige lustige Storys machen Spaß und werden definitiv nicht die letzten gewesen sein. Zum Schluss der einleitenden Worte noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Anlässlich der baldigen 150. Ausgabe unsers „Unter die Haut“ Kurvenfylers würden wir uns wieder über Grüße, Rückmeldungen, Anregungen oder auch Wünsche freuen, die direkt von euch Lesern kommen und in der Jubiläumsausgabe erscheinen sollen. Nutzt dazu gerne die Mail udh@frenetic-youth.de oder direkt und persönlich an unserem Infostand. Wir freuen uns über jede Nachricht die uns erreicht! Hier geht's zur kompletten Ausgabe 148!

UDH# 146: BETZE VS WÜRZBURG

udh_coverMit der Hoffnung, dass alle Betzefans den Jahreswechsel und die dazugehörigen Feiertage allesamt gut überstanden haben, starten wir mit der nun schon 146. Ausgabe unseres Kurvenflyers in das erste Heimspiel im Jahr 2017. Seit dieser Woche geht es wieder los – Fußball! Eine Winterpause die zum Erholen einlädt und in der sich jeder so seine eigenen Gedanken zur Hinrunde machen kann. So oder so ähnlich konnte man nach dem verlorengegangenen Auswärtskick in Nürnberg die Zeit ohne FCK-Pflichtspiel einläuten. Das ganze hielt auch bis kurz nach Weihnachten an, bis sich die Ereignisse in Lautern mal wieder überschlugen und keiner mehr so recht wusste was jetzt wieder ab geht. Tayfun Korkut löste seinen Vertrag mit dem FCK vorzeitig auf und verließ den Verein. Warum? Das weiß wohl keiner so genau und die, die es eventuell wissen könnten, verlieren darüber kein Wort. Wie schon oft in der FCK-Vergangenheit wurde schnellstmöglich ein neuer Trainer präsentiert, der den sportlichen Karren mal wieder neu spannen soll. Für uns als Fans eine Situation, die wir gut kennen, auch wenn der Rücktritt Korkut‘s unerwartet kam. Es wurde viel spekuliert, geschrieben und letztendlich wurden auch viele Unwahrheiten verbreitet. Da wir eben genau solche Zustände nur zu gut kennen und mittlerweile auch relativ gut einschätzen können, gab und gibt es für uns nach wie vor nur den Blick nach vorne. Personen und Institutionen die die Mieseren des Vereins aufarbeiten, werden früher oder später wieder aus Ihren Löchern gekrochen kommen um zu berichten, um zu labern und um unserem Verein zu schaden. Ohnehin ist der Blick nach vorne doch sowieso viel motivierender als im stillen Kämmerchen über „hätte, wenn und aber“ zu philosophieren. Während die gerne erwähnten „Nebenkriegsschauplätze“ mal wieder auf sich aufmerksam machen, darf die sportliche Situation nicht vergessen werden. Der FCK verlor das erste Spiel im neuen Jahr gegen Hannover 96 mit 0:1. Beim Blick auf das Ergebnis scheint sich wenig geändert zu haben. Der Auftritt der Mannschaft zeigt jedoch ein anderes Bild als noch im Vorjahr. Und wie so oft bleibt zu hoffen, dass die kämpferische Leistung und der doch gute Fußball endlich mal für eine längere Zeit aufrechterhalten werden kann. Volle Unterstützung für die Mannschaft und für den Verein - unseren 1. FC Kaiserslautern! Der heutige Gegner aus Würzburg steht aktuell auf einem starken siebten Tabellenplatz und konnte im letzten Spiel gegen den Tabellenzweiten einen Punkt gewinnen. Kein einfaches Spiel erwartet unseren FCK. Umso wichtiger also die Unterstützung von der Tribüne! Das Jahr hat kaum begonnen, müssen wir uns wieder mit dem leidigen Thema der Anstoßzeiten beschäftigen. Ungewollt rückt uns dieser Klotz immer wieder auf die Pelle. Es wurde bereits viel darüber geschrieben, auch hier im UdH, noch viel mehr wurde diskutiert und geredet. Spielansetzungen unter der Woche, wie wir es in den vergangenen Jahren, Woche für Woche immer wieder erleben, werden mit Blick auf die bereits terminierten Spiele immer unerträglicher. Dass die Häufigkeit unser Spiele die unter der Woche stattfinden nun auch noch bei anderen Personen zum Gesprächsstoff wird und sogar prämiert wurde, zeigt mal wieder deutlich die Unzufriedenheit der Fans. Für die Hinrunde der Saison 16/17 erhielten wir Fans des 1. FCK den Negativpreis „SAM“ des Fanbündnis Profans. (Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird seit der Saison 2015/16 zweimal im Jahr als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären (mehr dazu auf profans.de). Stolz sind wir darüber nicht, der Kampf gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten wird in Kaiserslautern daher immer weitergehen! Was ist sonst noch passiert? Unsere Freunde aus Metz kämpfen aktuell gegen unverhältnismäßige Strafen, welche nach dem Spiel gegen Lyon auf die Horda und die komplette Tribune Est einprasselten. Keine einfache Situation, die aktuell ohnehin sehr undurchsichtig erscheint. Never surrender Ultras! Genug des Rückblicks, der dann leider doch wieder etwas negativer ausgefallen ist als gewünscht. Mit kurzem Blick auf die Themen der heutigen Ausgabe wird eins klar: Umblättern lohnt sich! Nach guter, alter Tradition gibt’s wie immer die aktuellsten „News“ aus Fußballdeutschland und der Welt, in der insbesondere die nun immer konkreter werdenden Pläne der FIFA zum Thema „SuperMega-WM“ verdeutlicht werden. Das Streben nach Geld zerstört den Fußball, auch nach dem Machtwechsel bei der FIFA will das wohl keiner so richtig wahrhaben. Besonders freut es uns, dass in dieser Ausgabe ein Hoppingbericht aus Portugal vertreten ist, der von einem Leser geschrieben wurde, der nicht aus unseren Reihen kommt. Merci dafür! An dieser Stelle der Hinweis: Für Lob, Kritik, Anmerkungen oder Texte stehen wir euch auch weiterhin unter udh@frenetic-youth.de zur Verfügung. Nutzt die Möglichkeit und schreibt uns! Alle für den FCK - Auf zum Heimsieg!   Hier geht's zur kompletten Ausgabe 146!

Neue Enthüllungen durch Football Leaks

FootballLeaksWieder einmal gibt es viele Neuigkeiten zum Thema Football Leaks: immer mehr schmutzige Geschäfte kommen ans Tageslicht und es wird immer offensichtlicher wie dreckig das Fußballgeschäft wirklich ist. Deshalb hat sich die Unter-die-Haut-Redaktion dazu entschlossen, euch zum Anfang des neuen Jahres nochmal auf den neusten Stand zu bringen. In diesem Update geht es unter anderem um die Geheimnisse rund um die deutsche Bundesliga, den Fall Paul Pogba, die Geschäfte des Sportvermarkters Doyen bzw. der Familie Arif und dessen Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump, sowie einige skurrile Klauseln der heutigen Profiverträge. Zuletzt beschäftigten sich die Enthüllungen mit der Bundesliga. Dabei kommt man um Henrich Mchitarjan und den BVB nicht herum. Am Ende der letzten Saison vermeldete die Borussia aus Dortmund, dass Mchitarjan nicht verkauft werden wird. Doch es gab einen Mann, dem war das egal, einen der populärsten und reichsten Spielerberatern, Mino Raiola. Er hatte sich durch hinterhältige Klauseln im Beratervertrag ein Hintertürchen offen gehalten. Zum einen hatte er sich eine Beteiligung bei Weiterverkauf gesichert, zum anderen hatte er jedoch auch eine Prämie eingebaut, sollte Mchitarjan nicht verkauft werden. Wenn der BVB ihn also hätte halten wollen, hätten sie einen Millionenbetrag an Raiola zahlen müssen. Also wurde er im Sommer an Manchester United verkauft, wo er seit dem hauptsächlich einen Platz auf der Bank hat. Die Spieler dienen den Berater nur um Geld zu verdienen, beraten werden die Spieler keinesfalls im Sinne ihrer Karriere. So auch bei Julian Draxler, dieser verlängerte 2013 seinen Vertrag beim FC Schalke 04. Davon profitierte sein Berater Roger Wittmann bzw. dessen Firma Rogon, für den Vertragsabschluss kassierte er 1,2 Millionen und für jede weitere Saison 450.000 Euro. Zudem sicherte Wittmann sich 15 Prozent an einem Weiterverkauf, diese Klausel wurde Schalke schnell zum Verhängnis. Im Sommer 2015 verabschiedete Draxler sich dann in Richtung Wolfsburg, durch die Ablösesumme von 36 Millionen Euro verdiente Wittmann weitere knapp fünf Millionen. Dieses Beispiel zeigt wie schnell ein Berater innerhalb kürzester Zeit nur mit einer Vertragsverlängerung rund sieben Millionen Euro kassieren kann. Es ist also schon lange bekannt, dass die Spielerberaten oft skrupellos und gierig nach Geld sind. Doch mit den Enthüllungen rund um Doyen Sports nimmt das Ganze eine neue Dimension an. Angefangen hat alles im August 2013, im Finale eines Vorbereitungsturniers kam es in Miami zur Begegnung zwischen dem FC Chelsea aus London und Real Madrid. Der Familie Arif, der Kopf von Doyen Sports, ging es allerdings keineswegs um das Spiel, sondern um ihren Spieler Geoffrey Kondogbia. Dieser spielte zu diesem Zeitpunkt noch beim FC Sevilla, doch Doyen hat sich schon 2012 die Transferrechte an ihm gesichert. Da Kondogbia sich nun besser entwickelte als erwartet, muss Sevilla ihn für die festgeschriebene Ablöse von 20 Millionen Euro ziehen lassen. Die Aufgabe der Arifs war es nun also, einen Abnehmer für den Spieler zu finden, der bereit ist, die besagten 20 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Als Neueinsteiger im Fußballgeschäft hatte Doyen dabei allerdings nicht gerade große Chancen, also versuchten sie es über einen etwas anderen Weg. Sie gingen mit Real-Präsident Florentino Perez in einem Klub in Miami Beach feiern, danach ging die Party mit ein paar Mädchen in der Villa der Arifs auf Fisher Island weiter. Letztendlich war Perez trotzdem nicht bereit die 20 Millionen zu bezahlen, ein paar Wochen später vermeldete der AS Monaco die Verpflichtung von Kondogbia. Durch solche Methoden setzte Doyen Sports riesige Summen um und diese wanderten letztendlich in den Fußball. Trotz des hohen Umsatzes war Doyen bisher kaum einem ein Begriff, doch zu den Kunden zählen unter anderem Usain Bolt, Boris Becker, David Beckham und auch Brasilien-Star Neymar. Am meisten bereut hat wohl der FC Twente die Geschäfte mit Doyen, diese bescherten dem niederländischen Klub beinahe einen Zwangsabstieg und eine Sperre für internationale Wettwerbe wie wir schon im ersten Bericht zu Football Leaks berichteten. Auch woher Doyen das Geld nimmt wurde aufgedeckt, die Familie Arif hat nämlich hervorragende Verbindungen zu den großen Olligarchen in Kasachstan, dem neuen US-Präsidenten Donald Trump und auch zum türkischen Präsidenten Recep Erdogan. Dies spiegelte sich auch beim Champions-League-Finale 2013 wieder, das junge Londoner Unternehmen hatte eine VIP-Loge im Wembley-Stadium und auf der Einladungsliste für diese standen genau die oben genannten Namen. Angefangen hat alles mit der kasachischen Fabrik für Chemikalien ACCP, damit verdienten die Arifs in zehn Jahren fast 400 Millionen Dollar. In der Türkei existierte ein Bauunternehmen unter deren Führung, die großen Aufträge kamen natürlich aus Kasachstan. Dieses Geld wollten die Arifs nun in den Fußball investieren, was hervorragend funktionierte. Durch undurchsichtige Verträge wurden sogar Karrieren von jungen Spielern verbaut, so auch bei Kondogbia. Arif Arif hat sich um Kondogbias Karriere gesorgt, weil er „nur“ zum AS Monaco statt zu Real Madrid ging. Sein Sportchef Nelio Lucas beruhigte ihn mit den Worten: „Guck aufs Bankkonto in den nächsten Tagen, und du wirst anders fühlen.“ Es ist also offensichtlich wie viel der Fußball als Sport solche Leute interessiert. Für kurze Zeit sah es danach aus, dass diese Geschäfte in Zukunft nicht mehr möglich seien, da die Fifa das Third-Party-Ownership (TPO) verboten hatte. Doch natürlich gelang es Doyen dieses Verbot zu umgehen und die Fifa wäre nicht die Fifa, wenn sie dieses Verbot mittlerweile nicht schon wieder aufgeweicht hätten. Die Verbindung zwischen den Arif und Donald Trump passt auch in das Bild, nach außen gab es keine enge Verbindung, so sagte auch Trump vor Gericht aus. Doch viele Verträge und Mails aus den Football-Leaks-Dateien wiederlegen diese Aussagen. Demnach haben Trump und Tevfik Arif jahrelang an dubiosen gemeinsamen Bauprojekten verdient. Das Geld dafür stammt größtenteils aus Russland und Kasachstan, von Firmen die schon lange im Verdacht wegen Geldwäsche stehen. Als Tevfik Arif ins amerikanische Baugeschäft einstieg, gründete er die Firma Bayrock Group, seine Büros mietete er im Trump Tower in Manhattan an. Immer noch leugnet Trump diese Verbindungen. Im Fall Paul Pogba taucht der oben genannte Italiener Raiola wieder auf, doch beginnen wir diese Geschichte am Anfang. Vor zehn Jahren lernte Paul Pogba Oualid Tanazefti kennen, dieser arbeitete damals als Scout für den französischen Klub Le Havre. Schnell verstanden sich die beiden gut und gemeinsamen traten sie den Weg nach England zu Manchester United an. Dort lief es finanziell und sportlich nicht gerade ideal, also schalteten sie Raiola ein. Er fädelte den Transfer von Manchester United zu Juventus Turin ein und dort schlug Pogba bekanntlich ein. Sein Freund Tanazefti fühlte sich vernachlässigt und brachte Pogba dazu seine Werberechte an ihn und einen Kumpel zu verkaufen, dieser Deal war alles andere als gut für Pogba. Raiola wollte ihn aus diesem Vertrag befreien und es kam zu langen Verhandlungen, in dieser Zeit konnte Pogba seine Werberechte nicht nutzen und Juventus trotz Angeboten nicht verlassen. Tanazefti versucht dann die Werberechte zu verkaufen und bot sie unter anderem dem Vermarkter Doyen Sports an. Da diese kein Interesse zeigten suchte Raiola eine Lösung und letztendlich bekamen Tanazefti und sein Kumpel je fünf Millionen. Durch den Verkauf Pogbas an Manchester United in diesem Sommer, verdiente Raiola weitere 27 Millionen Euro. Der Fall Pogba zeigt also, wie die Deals mit den Beratern ganze Karrieren bedrohen und sogar ruinieren können. Sehr interessant sind die vielen Spielerverträge die Football Leaks veröffentlicht hat, betrachtet man die Verträge der Bundesligaprofis fallen einem einige interessante Klauseln ins Auge. Doch erstmal zum Vertrag an sich. Bei den meisten Spielern wird eine Vorlage der Deutschen Fußball Liga (DFL) benutzt, welche die wichtigsten Grundlagen beinhaltet. So haben die meisten Profis pro Jahr 24 Urlaubstage, die sie in pflichtspielfreien Phasen nehmen müssen, sie dürfen nicht dopen, nicht auf eigene Spiele wetten etc. Auch das Grundgehalt ist bei den meisten Spielern nach dem gleichen Prinzip geregelt, das Grundgehalt wird möglichst klein gehalten, stattdessen verdienen die Spieler zum Beispiel an Prämien für Einsätze. Einige Spieler wie z.B. Robert Lewandowski oder Chicharito haben das allerdings nicht nötig, sie bekommen ein extrem hohes Grundgehalt. Bei Chicharito sind das beispielsweise 350.000 Euro im Monat. Der eigentlich wichtige Teil der Verträge befindet sich meistens im Anhang, dort sind teilweise abstruse Prämien für jeden Profi individuell geregelt. Beim mexikanischen Nationalspieler von Bayer Leverkusen sind diese außergewöhnlich hoch. Er bekommt für die Unterzeichnung eines Vertrags für fünf Jahre 200.000 Euro, für das fünfte und das zehnte Länderspiel je zwanzigtausend Euro, für jeden Punkt in den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen jeweils achttausend, für die deutsche Meisterschaft und den Sieg der Champions-League gibt es je 100.000 Euro und so weiter. Ein besonders skurriler Bonus stand in Mario Balotellis Vertrag, ihm wurden eine Million Pfund versprochen, wenn er während einer Saison weniger als dreimal wegen schlechtem Benehmen vom Feld fliegt. Ganz beliebt sind zurzeit Ausstiegsklauseln, diese richten sich teilweise nach dem neuen Verein, nach der Ligazugehörigkeit oder nach den Einsätzen für die Nationalmannschaft. Bei Kevin Volland, heute Bayer Leverkusen, bestand der Vertrag bei der TSG 1899 Hoffenheim aus 14 Paragraphen, die auf zwölf Seiten geschrieben standen. Paragraph 10c, das „Sonderkündigungsrecht“ mit den Details zu den Ausstiegsklauseln nahm dabei ein Viertel des Kontrakts ein. Je mehr Enthüllungen veröffentlicht werden, desto klarer wird einem also, wie mächtig und geldgierig die Spielerberaten sind, welche abstrakten Summen die Profis kassieren und wie problemlos man damit durchkommt. Auch Fifa-Präsident Infantino äußerte sich nun zu Football Leaks: „Ich glaube, es ist wirklich an der Zeit, das zu analysieren, sich all diese Zahlen anzuschauen, die von Jahr zu Jahr steigen.“ Die gelockerten Bedingungen für das Third-Party-Ownership möchte er trotzdem nicht überarbeiten. Zum Abschluss legen wir euch wieder einige Links ans Herz, die noch viele weitere Informationen beinhalten, so könnt ihr euch noch intensiver mit dem Thema beschäftigen. Weiterführende Links: Football Leaks - die Beteiligten in der Übersicht European Investigative Collaborations/Football Leaks