Wir sind euer Rücken – Gegen mehr Trikotwerbung – Fick dich DFB!

Hallo FCK-Fans,

vergangene Woche wurde vom DFB beschlossen ab der nächsten Saison Rückenwerbung auf den Trikots zu erlauben. Auch wenn der Beschluss “dem ausdrücklichen Wunsch der Drittligisten” entspricht, darf sich der DFB hier nicht hinter den Vereinen verstecken. Seit Jahren ist die dritte Liga für die meisten Klubs finanziell über mehrere Saisons hinweg nicht zu stemmen, was durch die „nichts wie raus“- Mentalität der Klubs bestärkt wird. Der Ruf nach Veränderungen und Angleichungen an die DFL-Ligen ist auch nicht neu, aber anstatt sich diesem Problem zu stellen, handelt der DFB nur so wie man es inzwischen gewohnt ist. Ende 2020 nahm die Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga“ ihre Arbeit auf und soll zur Stärkung der 3. Liga beitragen sowie eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Diese Arbeit wird nun durch die kurzsichtige Lösung durch neue Werbeflächen direkt torpediert und eine voranschreitende Kommerzialisierung weiter bestärkt. Neben der Werbung auf der Brust und den Ärmeln ist das der nächste Schritt zur Vermarktung jedes Quadratzentimeter Stoffes. Ein Blick nach Österreich zeigt, welche Auswirkungen ausufernde Werbung auf Trikots hat. Beispielhaft ist der Wolfsberger AC zu nennen. Übersät von Werbung stellt das Trikot nichts weiter als eine reine Webefläche dar.

Ein Trikot stellt mehr dar als ein Stück Stoff, welches zu Werbezwecken genutzt werden kann. Es ist ein elementarer Bestandteil der Identifikation mit seinem Herzensverein und ein wichtiger Bestandteil der Fußball- und Fankultur.

Daher ist dies auch gleichzeitig ein wichtiger Appell an die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern. Durch den voranschreitenden Vertrauensverlust in den vergangenen Jahren stellt das Trikot des 1. FCK eines der wenigen Möglichkeiten zur Identifikation dar. Diese Möglichkeit darf nicht weiter der Kommerzialisierung zum Opfer fallen!

Wir sind euer Rücken – Gegen mehr Trikotwerbung – Fick dich DFB!

Fanbündnis Kaiserslautern

TV-GELDER FAIR VERTEILEN! JETZT!

Im Frühling sahen sich die Fußballvereine der ersten beiden Ligen ob wirtschaftlicher Zwänge in der Not, den Spielbetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Die zügige Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den TV-Sendern wurde als einzige Möglichkeit ins Feld geführt, um einen wirtschaftlichen Kollaps des Systems Profifußball in Deutschland zu verhindern.

Um hierfür während noch unklarer Pandemielage für Verständnis zu werben, zeigten sich Vereine und Verbände selbstkritisch. Es gebe Fehlentwicklungen, man könne nicht so weitermachen, es brauche neue Rahmenbedingungen für den Fußball.

Dann rollte der Ball wieder, die Saison ging zu Ende, die nächste Spielzeit begann. Reformen? Fehlanzeige! Wenigstens ein Grundsatzbeschluss, der den Willen zur Veränderung bekundet? Fehlanzeige!

Stattdessen Schweigen im Walde bei den großen Protagonisten des „Re-Start“.

Nun steht die Entscheidung über die künftige Verteilung der Einnahmen aus der nationalen und internationalen TV-Vermarktung bevor. Hier hören wir nun endlich einige reformwillige Stimmen aus dem Ligaestablishment. Diese Stimmen sind auch verdammt wichtig. Doch noch bleiben die Forderungen hinter den bekannten Erwartungen vieler Fans, wie dem detaillierten Konzept von „Zukunft Profifußball“, zurück. Die Neuverteilung der TV-Gelder ist gleichzeitig ein Test, ob die Worte im Frühjahr die erwartete Nebelkerze oder doch ehrlich gemeint waren. Eine deutlich gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder kann nicht alle Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre rückgängig machen, aber sie ist ein erster Schritt in Richtung substanzieller Veränderungen. Weitere Reformen zur Förderung eines ausgeglicheneren Wettbewerbs, aber auch eines nachhaltigen Wirtschaftens müssen folgen.

Der Ball befindet sich nach wie vor bei den Funktionären der Vereine und Verbände. Wenn der Fußball als gesamtgesellschaftliches Ereignis eine Perspektive haben soll, tun diese gut daran, die Vorschläge aus den Kurven endlich ernst zu nehmen und als Auftrag zu begreifen.

Fanszenen Deutschlands