UdH# 106: Betze vs Union Berlin

106coverMittwoch, 17:30 uhr – Wer der Meinung ist, das sei eine passable Fußball-Zeit, der frisst auch kleine Kinder, säuft das Blut von süßen Baby-Robben… oder schlimmer: Red Bull! Aber gut, wir sind viel Wahnsinn gewohnt und wundern uns kaum noch über die Absurditäten dieses „Geschäfts“. Neben all dem Blödsinn der passiert, droht der wahren Passion, dem Fußball selbst, oftmals die nötige Aufmerksamkeit verloren zu gehen. Das ist nicht schön, aber alternativlos. Was wären wir, wenn wir versuchten die Störgeräusche auszublenden, nicht mehr zu motzen? Ducker, die windige Kompromisse eingehen und sich die Wahrheit zurechtbiegen! Abgestumpft, kapitulierend vor den Entwicklungen unserer Zeit! Schatten unserer selbst, nur noch Schatten einer Bewegung, nach deren Idealen Freiheit und Werte die Dinge lenken. Nicht die planke Geldgier irgendwelcher Verbände und Konzerne. Dafür sollten wir kämpfen bis zum Schluss und uns konsequent positionieren! Wir dürfen nicht zusehen, wie die Red Bulls dieser Welt weiter in unsere einstigen Freiräume drängen!

Mit diesem kleinen Exkurs möchten wir auf die Fanversammlung am 02. Oktober aufmerksam machen. Mehr zu diesem und weiteren Themen lest ihr in „Unter die Haut“ Ausgabe 106. Dabei viel Spaß und bevor wir es vor lauter Mittwochmittagtermin, 300 KM-Regel, verkauften Stadionnamen, Retortenclubs und Ultras in Haft vergessen: Auf dem Betze findet ein Fußball-Spiel statt! Lasst uns die Mannschaft zum nächsten Heimsieg schreien, Farbe ins Spiel bringen und „unseren“ Fußball zelebrieren – ohne dabei seine Auswüchse ohne Reaktion hinzunehmen.

Fanversammlung am 2. Oktober

Servus FCK-Fanclubs,

das Gebilde RB Leipzig marschiert und befindet sich bereits nach den ersten Spieltagen auf Kurs in Liga eins. Wie bereits in den vergangenen Wochen deutlich wurde, stellt dieser „Verein“ für uns, als Initiatoren der Kampagne „Nein zu RB – Für euch nur Marketing, für uns Lebenssinn“, einen gravierenden Einschnitt in die bestehende deutsche Fußball- und Vereinskultur dar.

Ein Unternehmen wie Red Bull nutzt die Emotionalität, die Leidenschaft und unsere Begeisterung für diesen Sport einzig und alleine dafür, Aufmerksamkeit für seine Produkte zu erlangen und schlussendlich Profite zu maximieren. Diese Art der Produktplatzierung ist für uns nicht tragbar, vor allem auch, oder gerade weil wir in Kaiserslautern ganz andere Werte und Tugenden mit dem Fußball in Verbindung bringen, als Habgier und Gewinnstreben.

Natürlich ist uns bewusst, dass ein erfolgreicher Protest, egal in welcher Form, nur zusammen als Fanszene des 1. FC Kaiserslautern möglich sein wird. Deshalb laden wir euch ein, möglichst zahlreich dieses Thema auf der Fanversammlung am 2. Oktober in entspannter Runde zu diskutieren und Meinungen auszutauschen.

Ebenso sind wir natürlich bereits im Vorfeld froh über jeden FCK-Fanclub, der sich unserer Kampagne anschließen und als Unterstützer gelistet werden möchte, je breiter die Basis der Ablehnung desto größer die Aufmerksamkeit! Wendet euch hierzu einfach an folgende Adresse: kontakt@nein-zu-rb.de

 

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„Preludio“-Interview mit Frenetic Youth

Über den sportlichen Ausgang unseres Gastspiels am vergangenen Samstag in der Kleeblattstatt möchten wir an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren: Da war sicher mehr drin! Wenn sich der Betze demnächst auch auswärts cleverer anstellt, dürfte diese Saison weiterhin viel Freude bereiten. Um euch die kurze fußballfreie Zeit bis zum nächsten Heimspiel zu vertreiben, gibt es nachfolgend ein Interview, das am Samstag im „Preludio“, dem Infoflyer der Fürther Ultras „Horidos 1000“ erschienen ist. Viel Spaß beim Lesen!

 

Servus nach Kaiserslautern!
Danke zuerst einmal, dass ihr unsere Anfrage angenommen und euch bereit erklärt habt, einen tieferen Einblick in die Materie Ultras in Kaiserslautern zu geben.
Am besten fangen wir mit einem kurzen Abriss eurer Geschichte an. Wie und wann entstand denn die Gruppe Frenetic Youth?

Servus nach Fürth! Um die aktuelle Gruppenkonstellation in der aktiven Fanszene verstehen zu können, bedarf es einen kurzen Rückblick in das Jahr 2006. Das Pfalz Inferno beschloss, sich nach langer Sektionsrolle von der damaligen Hauptgruppe Generation Luzifer loszusagen um ab sofort eigenständig zu agieren. Die Gründe hierfür waren grundsätzliche Differenzen in der Idee wie man den Ultragedanken ausleben wollte. Zeitgleich wuchs eine neue Generation von jungen Ultras in Kaiserslautern heran, die zwar bis dahin schon in der Szene aktiv waren, allerdings den massiven Tatendrang verspürten etwas nach eigener Vorstellung aufzubauen. So schlossen sich im Sommer 2006 zwölf Jugendliche mit großen Plänen zu Frenetic Youth zusammen. Uns war es damals wichtig gleichberechtigt zu entscheiden ohne Vorstand oder ähnliche Gremien. Nun gehen wir in das neunte Jahr, sind über 50 Leute und treffen unsere Entscheidungen immer noch basisdemokratisch.

Da ihr ja mittlerweile schon in euerm 9. Jahr als Gruppe besteht, hat sich innerhalb bestimmt viel in Sachen Selbstverständnis, Außendarstellung, Prinzipien etc. getan. Könntet ihr uns hier einen Einblick geben, was es für euch heißt Ultras zu sein und zu leben?

Puh, darüber könnte man sicherlich 50 Seiten schreiben, wir wollen es trotzdem versuchen es einigermaßen kurz zu halten. Es ist schwierig bzw. gar unmöglich sagen zu können DAS ist Ultra. Dafür ist diese Bewegung zu Facettenreich und gerade das macht sie so faszinierend und einzigartig.
Im Prinzip muss jeder zunächst für sich selbst entscheiden was es heißt Ultra zu sein und zu leben. Persönlich gesehen fängt Ultra tief im Herzen an, geht über den Kopf und endet im Handeln. Umso länger FY besteht, desto klarer wird, dass man den Leuten den Freiraum lassen muss Ultra für sich zu definieren und zu leben.

Ganz klar steht im Vordergrund die Liebe zum eigenen Verein und die Verbundenheit zu seiner Stadt. Völlig egal wie weit die Wege sind und wie schwierig die Zeit ist, wichtig ist, immer vollen Einsatz zu geben und das nach den eigenen Vorstellungen zum Ausdruck zu bringen. Diese Einstellung legt man nicht nach 90 Minuten an den Stadiontoren ab. Auch in Sachen Vereinspolitik ist es uns wichtig, diese im Auge zu behalten, mit zu gestalten, auf Probleme aufmerksam zu machen und der Stachel in der Wunde zu sein.
Auch in allem was Fanpolitik betrifft engagieren wir uns. Wir freuen uns, dass die, von uns angestoßene, Kampagne „Nein zu RB“ auch von euch unterstützt wird. Nur gemeinsam können wir der zunehmenden Kommerzialisierung den Knüppel zwischen die Beine werfen.

Darüber hinaus war und ist es uns wichtig die Subkultur Ultra fest in der Stadt zu verankern und uns mit anderen Subkulturen zu vernetzen. Das passierte in den letzten Jahren Schritt für Schritt und die gegenseitige Akzeptanz wuchs zum Beispiel durch die von uns organisierte und mittlerweile etablierten Partyreihe „Wir alle sind K-Town“. Kaiserslautern hat viele unterschiedliche Kulturen zu bieten von den Malern bis hin zu den Musikern. Natürlich nutzen wir diese Gelegenheit gerne um für unseren Rapper Juses etwas Werbung zu machen. Kauft euch die EP „Sogenannter Fußballfan“, die Texte sagen viel über das aus wie das Leben in Kaiserslautern abläuft.

Wir sind für alle Menschen offen die unsere Idealen teilen und mitgestalten wollen. Egal ob groß, klein, aus sozial schwächeren Verhältnissen oder Akademiker. Jeder findet seinen Platz und kann sich so ausleben und einbringen wie er es für sich selbst am besten kann. Für uns ist die sehr enge Freundschaft, das ehrliche Miteinander, das Fundament einer funktionierenden Gruppe. Diese Einstellung tragen wir seit Gruppengründung in uns, zeigen diese nach außen und geben das so an die jüngere Generation weiter. Gerade die jüngere Generation ist schon immer unser Hauptthema gewesen. In unserem Förderkreis engagieren sich Jahr für Jahr zwischen 150 und 200 junge Menschen. Da geht es um mehr als die hinterletzte Ultragruppe aus der 7. Liga zu kennen oder von krassen Geschichten zu erzählen. Wir wollen diesen jungen Menschen etwas für das Leben mitgeben. Einen kritischen Blick auf die Gesellschaft, Werte wie Loyalität und Respekt und die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die einen so akzeptieren wie man ist. Selbstverständlich positioniert sich unsere Gruppe ganz klar gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und jegliche Art der Diskriminierung.

Leider gab es in den vergangenen Jahren immer wieder harte Schicksalsschläge für verschiedene Leute aus der Gruppe. Gerade in diesen Situationen hat die Gruppe Größe bewiesen und sich um die Leute gekümmert. Der von vielen Gruppen verwendete Ausspruch „Brüder“ zu sein, also eine tiefere Verbindung zu seinen Freunden zu haben als dies in der Mainstreamgesellschaft mit ihren oberflächlichen Unibekanntschaften, Discocliquen und sonstigen Interessengemeinschaften der Fall ist, ist bei uns Realität. Das sind die Momente in den man stolz sein kann, das ist unser Selbstverständnis und dies ist hundertmal wichtiger als jeder gute Support oder ein gewonnener Kampf.

Die Außendarstellung ist natürlich gerade in einer Fanszene mit drei etablierten Ultragruppen immer ein interessanter Punkt. Auf der einen Seite gilt es gemeinsam mit allen Gruppen eine gewisse Geschlossenheit zu zeigen und andererseits auch als eigenständige Gruppe Akzente zu setzen. Wenn man sich die Bilder anschaut, dann kann man deutlich unsere Linie erkennen, gerade das dunkelrot-weiß-rote Farbmuster ist unser Erkennungsmerkmal geworden. Auch das Auftreten der Gruppe ist uns immer wichtig gewesen. Sicher waren wir da am Anfang etwas ernsthafter unterwegs als heute. Klar ist eine gewisse Disziplin notwendig aber es muss auch alles noch Spaß machen. Wir haben keine Lust angepasst und ausrechenbar zu sein, es muss immer Platz für Spontanität und auch für die ein oder andere überlegte Aktion sein. Diese Veränderungen kamen nicht zuletzt durch unsere Freundschaft zur Horda Frenetik Metz zu Stande. Die Jungs und Mädels sind kaotisch aber haben trotzdem alles im Griff, einfach alles etwas weniger spießig als in Deutschland. Wir sind unglaublich froh mit einer solchen Gruppe wie die Horda befreundet zu sein. HFY ULTRAS!

Ansonsten hatten wir in den letzten Jahren massiven Stress mit den Bullen, der irgendwann darin gipfelte, dass rund 30 Leute aus Gruppe und Umfeld mit Stadionverbot vor den Toren standen. Trotz dieser Erfahrung werden wir uns nie von den Bullen schikanieren lassen, wir werden weiter unsere Entscheidungen treffen und diese durchziehen. Klar wird da eine Drohkulisse aufgebaut, aber einschüchtern lassen? Nicht mit uns!

Die Ultras-Szene in Kaiserslautern besteht ja neben euch auch noch aus den Gruppen Generation Luzifer und Pfalz Inferno. Wie ist das Verhältnis zu den besagten Gruppen und gibt es weitere Gruppen, die hier erwähnenswert sind oder euch evtl. auch ziemlich nahe stehen?

Ganz klar gibt es in verschiedenen Themen unterschiedliche Auffassungen. Dadurch entstanden drei unterschiedliche Gruppen. Durch die Tatsache, dass nach und nach alle Gruppen eigene Räumlichkeiten bezogen und jede Gruppe einen eigenen Block in der Westkurve hatte, nahmen die Berührungspunkte ab.  Jedoch wusste man immer, dass es bei den „großen“ Themen wie Fan-und Vereinspolitik, brisanten Spielen oder Choreographien nur gemeinsam geht.
Da die Heimspielstimmung immer schlechter wurde, setzten sich die Gruppen Ende der vergangenen Saison zusammen und sprachen darüber, wie man diesem Trend entgegenwirken könnte. Dabei wurden auch viele Probleme und Problemchen aus der Welt geschafft, so dass das Verhältnis zwischen den Gruppen heute so gut ist wie schon lange nicht mehr. Wir sind froh mit der Generation Luzifer und dem Pfalz Inferno Freunde an unserer Seite zu haben, auf die wir uns hundertprozentig verlassen können.
Neben FY, GL und PI gibt es noch die ein oder andere kleinere Gruppe, die den jeweiligen (vielleicht Hauptgruppen sodass es verständlicher wird) Gruppen zwar mehr oder weniger nahe steht und den oben beschriebenen neuen Weg mitgeht, allerdings für sich selbst ihren eigenen Vorstellungen nachgeht.

Seit dieser Saison steht ihr zusammen mit den anderen Gruppen wieder im Unterrang der Westkurve, nachdem ihr vor nicht allzu langer Zeit erst den Weg in den Oberrang angetreten seid. Was waren die Gründe für den erneuten Umzug zurück an den Spielfeldrand? Könnt ihr nach den ersten Heimspielen schon ein Fazit ziehen, ob dieser Schritt der richtige war?

Die ersten sieben Jahre standen wir immer in Block 7.1. Neben uns war das Pfalz Inferno im Block 8.1 positioniert, während die Generation Luzifer sich bereits 2006 entschieden hatte in Block 8.2 zu gehen. Ihr könnt euch vorstellen, dass mit dem Wachsen der beiden Stimmungszentren 7.1/8.1 und 8.2 zahlreiche Probleme aufkamen. So sangen wir fast immer asychron und auch die Abstimmung der Vorsänger klappte nur mäßig. Als PI dann nach oben ging, wurden die Probleme noch offensichtlicher, auch wenn unser Block auf locker 300 Aktive angewachsen war. Die Stimmung bei Heimspielen wurde immer schlechter und wir beschlossen nach oben zu gehen um mit den anderen Gruppen ein Stimmungszentrum zu bilden. Im Rückblick lässt sich sagen, dass der Versuch gescheitert ist. Wir verloren durch den Umzug doch einige Umfeldleute und durch die baulichen Gegebenheiten war der Abstand zwischen den Gruppen immer noch riesig. Am allerschlimmsten war aber wohl die Entfernung zum Spielfeld. Das Gefühl nicht mehr ins Spiel eingreifen zu können war eines der zentralen Argumente sich wieder Gedanken über den Standort zu machen.
Ende der vergangenen Saison waren wir dann wirklich am Tiefpunkt der Stimmung auf dem Betzenberg angekommen. Glücklicherweise sahen das auch die anderen Gruppen so. In vielen und langen Gesprächen stellten wir einen Plan auf, wie die Stimmung langfristig verbessert werden soll und da war der Umzug ein zentraler Punkt.
Nun haben wir 3 Heimspiele hinter uns und bis jetzt sieht es so aus, als ob sich der Umzug auszahlen würde. Natürlich müssen sich noch viele Abläufe einspielen, aber die Ansätze sind vielversprechend. Auch das Feedback vieler Kurvenbesucher bestätigt uns in diesem Schritt. Jetzt heißt es weiter konsequenten arbeiten.

Der FCK ist ja noch einer der letzten Vereine im „Profifußball“ der noch als e.V., also nicht als Kapitalgesellschaft geführt werden. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Verein? Gibt es bestimmte Aufgaben, die ihr übernehmt oder Projekte, die in letzter verwirklicht werden konnten?

Das Engagement für Vereinspolitik ist uns quasi in die Wiege gelegt. Spätestens nach dem unsäglichen Ausbau des Fritz-Walter-Stadions für die WM 2006 und die damit verbundenen massiven Schwierigkeiten für den FCK haben wir uns geschworen, immer kritisch aber konstruktiv an unserem FCK mitzuwirken. Die Grundlage dafür ist die Vereinsmitgliedschaft. Alle FY Mitglieder sowie alle Leute aus dem engeren Umfeld müssen Mitglied beim FCK sein, da gibt es keine Ausnahmen. Nur so können wir auf den Mitgliederversammlungen unsere Positionen vorbringen und umsetzen. So wurden in der Vergangenheit beispielsweise Anträge zur klaren Positionierung für fangrechte Anstoßzeiten und für die Nicht-Verlängerung des Vertrages mit Viagogo durchgesetzt.
Außerdem gibt es regelmäßige Gesprächsrunden mit dem Vorstand aber auch dem Trainer und nun auch dem Sportdirektor. Dort wird sehr offen und schonungslos gesprochen. Beide Seiten haben aber vereinbart, dass die Inhalte der Gespräche vertraulich bleiben. Deswegen können wir nicht so sehr ins Detail gehen.

Was als aktuelles Beispiel genannt werden kann, ist die Geschichte mit dem orangenen Heimtrikot. Das hat bei vielen FCK Fans und somit natürlich auch in der Fanszene für viel Ärger gesorgt. Wir haben mit dem Verein nach Lösungen gesucht und so können die FCK Fans jetzt abstimmen wie das Trikot 2015/16 aussehen soll.
Wenn wir über den Verein reden, wollen wir nicht vergessen auch ein großes Lob an die Fanbetreuung loszuwerden. Christoph, Timo und Sabrina haben immer ein offenes Ohr und haben schon oft zwischen der Fanszene und dem Verein vermittelt.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir uns sicher immer auf einem schmalen Grad zwischen „Einlullen lassen“ und einer fundamentalen Oppositionsrolle bewegen. Es bleibt weiter wichtig eine kritische Distanz zu wahren und Probleme klar zu benennen. Wir sind allerdings dazu übergegangen das eher direkt mit den Verantwortlichen als über die Öffentlichkeit auszutragen.

Der 1.FC Kaiserslautern e.V. kratzt ja auch regelmäßig an den Toren zur 1.Liga. Mit ausbleibendem Erfolg des Vereins, könnte auch eine Ausgliederung für euern FCK interessant werden. Gab es hierzu von Vereinsseite schon Bestrebungen oder Ansätze, die bekannt wurden? Wie würdet ihr dem ganzen Vorhaben gegenüberstehen?

Eine Ausgliederung ist beim FCK laut Vorstand aktuell kein Thema, aber sicherlich sind wir immer darauf vorbereitet gegen diese Ausgliederung mit allen Mitteln zu kämpfen. Eine ausgegliederte Profiabteilung wäre nicht mehr der 1. FC Kaiserslautern, den wir lieben. Wir sind stolz darauf, dass wir immer noch im Fritz-Walter-Stadion spielen und unser Verein der 1. FC Kaiserslautern e.V. ist. Wir kämpfen darum dies zu erhalten.
Weiterhin glauben wir nicht, dass eine Ausgliederung direkt einen sportlichen Aufstieg mit sich bringt. Vielmehr muss es dem FCK gelingen sich als Gegenspieler zu den ganzen seelenlosen Kapitalgesellschaften zu positionieren. Das ist einzigartig und somit auch für Sponsoren interessant.

Zum Schluss dürft ihr gerne noch ein „Abschlusswort“ an unsere Leserinnen und Leser richten.

Sicher hoschd du recht wonn du sagschd, dass der´s Annerschwu a g´fallt – awwer annerschwu is annerschd – Un halt net wie in de Palz! 😉

UdH# 105: Betze vs FSV Frankfurt

105coverBevor wir uns am Wochenende beim 598. Wurstmarkt der kühlen Schorle hingeben, gilt es Freitagabend volle Aufmerksamkeit für 90+X Minuten Fußball auf dem Betze aufzubringen. Sicher gibt es attraktivere Gegner und coolere Anstoßzeiten, trotzdem sollte es jede/r irgendwie gemeistert bekommen, sich bis 18:30 Uhr in die Westkurve zu hetzen! Schafft eich nuff!

Argumente für  den Stadionbesuch gibt es derzeit reichlich wie lange nicht: Die Mannschaft zeigt sich in einer ordentlichen Verfassung, wenngleich die Leistung nicht selten Luft nach oben ließ. Zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison zu tolerieren. Ähnlich gestaltet sich das Bild beim Blick in die Kurve: Zu Hause wie auswärts wurden zuletzt gute Auftritte hingelegt. Kein Vergleich zur letzten Saison. Aber auch hier geht mehr, also dran bleiben!

Nun überlassen wir euch der neuen Ausgabe 105 und als Vorgeschmack an dieser Stelle einem Gedankensprung zur Rolle der Ultras im modernen Fußballgeschäft. Gönnt euch!

 

Die Ultrakultur und ihr Platz in der kommerziellen Fußballwelt

Wenn man von modernem Fußball spricht, befindet man sich in einem Zeitraum ab 2000 bis heute. Ein Zeitraum, in der Fußball nicht mehr nur Kultur ist, sondern zum ersten Mal für alle Fußballbegeisterten sichtbar, wirtschaftliche und gewinnorientierte Zwecke erfüllt. Um zu zeigen, dass es sich hierbei nicht nur um eine vage Behauptung handelt, müssen verschiedene Ereignisse dieser Jahre noch einmal aufgezeigt werden.

In der Saison 2000/2001 wurden die Übertragungsrechte des DFB für 385mio EUR/ Jahr an die Kirch-Gruppe verkauft. Dieses Ereignis war sinnbildlich für den enormen Anstieg an Fernsehgeldern und Budgetverteilungen für die Vereine des Profifußballs und zog somit immer mehr Möglichkeiten zur Werbung durch den Fußball in Form von Sponsoring und Vermarktung nach sich. Durch diese Mehreinnahmen war es Fußballvereinen möglich, mehr Geld für gute Fußballspieler und Rahmenbedingungen (Stadien, Stadionumfeld, Nachwuchsarbeit, …) auszugeben.

Mit dem Verkauf von Übertragungsrechten an privatisierte Fernsehsender fand auch zum ersten Mal die Splittung der Spieltage statt, um den Fußball an so viele Fernsehzuschauer wie möglich zu verkaufen. Die Belastungen und Folgen hierdurch für Fans bei z.B. Auswärtsspielen sind ja bekannt. Auffällig hierbei sind die Terminierungen des sogenannten „Top-Spiels“, welches nie gleichzeitig mit anderen Partien samstags und sonntags stattfindet. „Top-Spiele“ sind später und mit eigener Vorberichterstattung angesetzt. Ebenso sind die Partien der 2. Bundesliga früher angesetzt, um dem Zuschauer diese Spiele auch zu zeigen. Die Topmannschaften, egal ob 1. oder 2. Bundesliga, spielen fast nie zur gleichen Zeit. Der Fußball im Fernsehen ist nicht mehr nur der Sport – er ist die absolute Fußball-Show.

Mit den Neubauten und Ausbauten der Fußballspielstätten im Vorfeld der WM2006 in Deutschland wurde ein weiteres Kapitel in der Modernisierung nicht nur des Fußballs, sondern des gesamten Kulturbereichs Sport geschrieben. Riesige Investitionen flossen in neue Stadien und Ausbauten sowie enorme Verbesserungen oder auch Neubauten der Umfelder von Stadien und der Ausbau von Verkehrssystemen zur komfortablen An- und Abreise bei Events in Stadien. Fußballvereine steigerten hierdurch Einnahmen durch Logen und VIP-Bereiche sowie mehr Plätze für Werbung in den Stadien. Ebenso werden Stadien seither nicht nur als Spielorte für Fußball genutzt, sondern auch für z.B. Konzert-Events oder Präsentationen für Automobilhersteller (Vorstellung des Porsche Maccan im Fritz-Walter-Stadion, April 2014). Es zeigt sich also: Man möchte neue Zuschauergruppen ansprechen und für die Vermarktung in Spielstätten einladen. Eine weitere gewichtige Rolle spielt die Namensgebung. Durch die Bautätigkeiten an Stadien nach der Jahrtausendwende sind heute in Deutschland nur noch wenige Vereine übrig, die ihren Stadionnamen nicht vermarktet haben (Kaiserslautern, Bremen, Berlin ,…) – Häufig genannte Beispiele für Stadionvermarktung sind Dortmund (Signal Iduna), München (Allianz), Hamburg (Imtech).

Ein weiterer Meilenstein des modernen Fußballs wurde mit dem Einstieg von Investoren bei den Retortenvereinen Leipzig, Wolfsburg und Hoffenheim gesetzt. Fußballvereine wurden z.B. in GmbHs ausgegliedert und finanziell von Investoren unterstützt. Jüngstes Beispiel hierzu ist die Vermarktung von Red Bull durch Fußballvereine in New York, Brasil, Salzburg und Leipzig. Die Wettbewerbsverzerrung, die hierdurch entsteht wurde in verschiedenen Ausgaben des UdH schon dargestellt und wird mittlerweile auch jedem bekannt sein.

Welche Rolle spielt Ultra und Fankultur in der Welt des modernen Fußballs?

Man könnte nun sagen, dass das ja alles halb so wild sei – immerhin bekommen Vereine durch verstärktes Marketing und Sponsoring ja auch mehr Geld – Und das kann ja nur gut sein? Nein. Spätestens dann, wenn auch der letzte Befürworter des modernen Fußballs Eintrittspreise zahlt, die einem ganzen Tagesgehalt entsprechen, ist die Kettenreaktion des Millionengeschäfts Fußball auch bei ihm angekommen.

Ultra als Subkultur hat sich zum Ziel gesetzt, auf diesen Vorgang aufmerksam zu machen und an der Bereicherung der Fußballkultur lautstark Kritik zu üben. Denn sobald ein Kulturbereich nur noch zu Werbezwecken und Geldmehrung benutzt wird, fällt der eigentliche Aspekt der Kultur weg und nur noch wirtschaftliche Zwecke stehen im Vordergrund. Ultras engagieren sich und haben sich in den vergangenen Jahren in vieler Hinsicht gegen den Verfall der Fankultur und Tradition stark gemacht: Die Mitbestimmung der Fanszene als Mitglieder im Verein ist hierbei sehr wichtig. Im Fall von RB Leipzig ist Mitbestimmung nicht möglich – man möchte sich den Strukturen einer Fanszene entziehen und sieht diese nicht als Bestandteil des zukünftigen Fußballs.

Gestaltung und Mitarbeit in Initiativen wie „Kein Kick vor zwei“, um auf die Ausdehnung der Spieltage nach Vorgaben der Pay-TV-Sender aufmerksam zu machen, sind bisher meistens gelungen. Die Probleme, die diese Ausdehnungen von Freitag bis Montag für Auswärtsfahrer mit sich bringen und die wirtschaftlichen Hintergründe wurden in den vorhergehenden Abschnitten schon angerissen. Einer der bislang größten Schritte der Ultraszene gegen den modernen Fußball ist die Kampagne „Nein zu Red Bull“, die auf das Vorgehen in Leipzig aufmerksam macht. Die Kampagne wurde umfassend in der letzten UdH-Ausgabe (#104) vorgestellt. Bislang hat die Kampagne hohe Aufmerksamkeit gewonnen und wurde in diversen Zeitschriften und Online-Zeitungen publiziert. Organisation in Bündnissen wie z.B. „Pro Fans – ohne uns kein Kick“, die auf verschiedene Probleme, die der moderne Fußball mit sich bringt, aufmerksam und sich für betroffene Fußballfans stark machen, zeigen ebenfalls, inwiefern Fußballfans einen Standpunkt haben und diesen auch nach außen vertreten. Bündnisse unterstützen auch viele Kampagnen und Initiativen, die von verschiedenen Ultragruppierungen gestartet wurden und helfen bei der Verbreitung.

In dieser Welt des modernen Fußballs, in der Sponsoren und Investoren den Sport zur Profitmehrung benutzen, nehmen Ultras die wichtige kritikübende Rolle ein. Mit den in den oberen Abschnitten (Faninitativen, Kampagnen, Vereinsmitgliedschaft) als Beispiel angeführten Möglichkeiten organisieren sich Ultras und Fangruppen, um auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen und Lösungsansätze zu finden. Für die Zukunft gilt, weiter Kritik an den Modellen der Investoren zu üben und auf diese lautstark aufmerksam zu machen. Fußball muss für jeden auf die gleiche Art und Weise erreichbar bleiben, da er Teil unserer Kultur ist. Fußball ist für uns keine durch Pay-TV künstlich aufbereitete Show oder Plattform zur Werbung und Möglichkeit zur Profitmehrung. Fußball ist Sport und seine Fankultur sollte für kein Geld der Welt käuflich sein!

 

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Fußball auf baskisch: S.D. Eibar

In der spanischen Primera Division sorgt derzeit ein Dorfverein für Furore. Sociedad Deportiva Eibar hat nach bisher zwei Spielen gegen hochambitionierte Clubs 3 Punkte gesammelt. Im ersten Spiel schlug man im heimischen Stadion Ipurua den großen Nachbarn San Sebastian (baskisch: Donostia) und verlor auswärts beim Championsleague-Finalisten Athleticoeibar-fans Madrid nur knapp mit 1:2. Der baskische Club S.D. Eibar, der in der vergangenen Saison sensationell den Aufstieg in die 1. Spanische Liga geschafft hat – und das mit dem niedrigsten Etat aller 2. Liga Vereine – hat einen guten Start hingelegt. Um überhaupt die Lizenz für die 1. Liga zu erhalten, mussten  Anteile des Clubs verkauft werden.

Dabei wurden aber keine Firmen oder Investoren an Land gezogen – das will niemand im Baskenland – Nein, unter dem Motto „Verteidige Eibar – werde Aktionär“  wurde zu einem großen Spendenaufruf in der Bevölkerung aufgerufen. Wohlgemerkt, das Städtchen Eibar hat 27.000 Einwohner. Dennoch wurde in wenigen Tagen das Mindestvermögen von 2,1 Millionen Euro erreicht – zum Start der Aktion hatte man gerade einmal ein Eigenkapital von ca. 400.000 €. Um allen die Teilhabe zu ermöglichen, konnte man schon mit 50 € Teilhaber/in werden. Dabei wurde jedoch darauf geachtet, dass niemand zu große Anteile am Verein kaufen kann. Daher wurde der maximale Teilhabebetrag auf  100.000 Euro begrenzt. Das verhinderte auch das Einsteigen eines Investors bzw. Spekulanten.

Wer schon einmal im Baskenland war, weiß wie solidarisch und gemeinschaftlich die Bevölkerung dort ist. Das liegt wohl auch an dem seit Jahrzehnten schwelenden politischen Konflikt zwischen dem Baskenland und Spanien, der die Bevölkerung immer mehr zusammenschweißt. Die Basken, die schon unter der faschistischen Franco-Diktatur in der Mitte des letztens Jahrhunderts litten (unter anderem wurde die baskische Sprache verboten und ihre Verwendung unter Strafe gestellt) und den erbittertsten Widerstand dagegen leisteten, sind auch nach der Demokratisierung Spaniens Ende der 70er Jahre immer wieder Repressionen seitens der spanischen Regierung in Madrid ausgesetzt. Der Kampf für ein unabhängiges Baskenland prägt die Region schon seit Jahrzehnten. In Folge dieses Konflikts sind auf beiden Seiten schon viele Menschen gestorben. Sei es durch die baskische Untergrundorganisation „ETA“ (Baskenland und Freiheit) oder durch die Spanische Exekutive, wie die paramilitärische „Guardia Civil“ oder dem Geheimdienst. Das Baskenland ist schon seit vielen Jahren eine Autonomieregion – das heißt, die Basken haben eine unabhängige Regierung und Verwaltung. Für viele ist das jedoch zu wenig – ein eigener, wenn möglich sozialistischer Staat soll her. Man möchte unabhängig von Spanien werden. Aktuell ist man jedoch noch weit davon entfernt. Der spanische Staat hat wirtschaftliche Interessen am Baskenland. Denn neben Katalonien ist das Baskenland der industrielle Motor Spaniens. Daher verwundert es auch nicht, dass die Friedensverhandlungen immer wieder durch die spanische Regierung abgebrochen werden. Trotz der militärischen Auflösung der „ETA“ und der Bereitschaft der Basken zu einem friedlichen Dialog, kommt es darüber hinaus immernoch zu Verhaftungen baskischer Politiker, Zeitungsredakteuren und vor allem baskischer Jugendlicher, denen eine Nähe zur baskischen Untergrundorganisation „ETA“  vorgeworfen wird. Verurteilt sind aktuell über 600 Basken – und das von einem Gerichtshof (Audienca Nacional) der noch aus der Zeit des Franco-Faschismus besteht. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren die Verurteilungen, die zum Teil durch Geständnisse unter schwerer Folter zustande kommen. Auch die Unterbringungspraxis ist rechtswidrig, da die Gefangenen oft hunderte Kilometer weit entfernt von ihren Familien und Heimatdörfern inhaftiert sind.

Für Außenstehende scheint dies ein normaler politischer Konflikt zu sein, der von Hardlinern auf der einen und anderen Seite getragen und ausgefochten wird. Doch nach einer tieferen Auseinandersetzung mit der baskischen Geschichte und der aktuellen Situation vor Ort, die vor allem durch Gespräche mit Betroffenen eine nachvollziehbarere und emotionalere Form bekommt, merkt man schnell, dass dort eine ganze Bevölkerung an einem Strang zieht – und das ohne nationalistische Parolen. Durch die Leidenszeit unter dem Franco-Regime und dem hohen Industrieaufkommen ist eine antifaschistische, internationalistische und in der Arbeiterklasse verwurzelte Mentalität entstanden, die die heutigen Unabhängigkeitsbestrebungen prägt.

eibarDiese Mentalität und das Ausleben dieser Gemeinschaft kann man auch beim Fußball im Baskenland spüren. Feindschaften und Rivalitäten unter den baskischen Clubs gibt es nicht. Aktuell spielen in der Primera Division neben dem Aufsteiger aus Eibar die baskischen Vereine Atletic Bilbao (bask. Bilbo) und Real Sociedad San Sebastian (bask. Donostia). Beim baskischen Derby am ersten Spieltag zwischen Eibar und San Sebastian feierten die Anhänger der beiden Clubs gemeinsam vor dem Spiel und liefen auch gemeinsam zum Stadion. Szenen wie bei Derbys hierzulande suchte man vergebens. Die Bilder glichen eher einem Volksfest als einem Fußballspiel, bei dem zwei Clubs, die gerade mal 50 Kilometer auseinander liegen, gegeneinander antreten. Für viele mag das erstmal befremdlich klingen, hat es doch so gar nichts mit der hierzulande zu einem Derby gehörenden Rivalität zu tun. Die Ursachen hierzu sind sowohl in der baskischen Fankultur zu suchen, als auch in der baskischen Bevölkerung an sich. Wie oben schon beschrieben, gibt es, resultierend aus der jahrzehntelangen Unterdrückung der Basken durch den spanischen Staat, ein alles überstrahlendes Gemeinschaftsgefühl, das wichtiger scheint als Rivalität und Feindschaft.

Weitere Infos zum Thema „Baskenland“ und dem dortigen Konflikt sind unter www.info-baskenland.de zu finden.

Link zum Beitrag über das baskische Derby und den Verein S.D. Eibar bei Sport Inside: WDR Mediathek

K-Town’s Most Wanted – Rapisode I

Rapisode1Wer am Freitag, den 05. September 2014 noch nicht verplant ist, dem sei „K-Town’s Most Wanted – Rapisode I”  wärmstens ans Herz gelegt. Erstmals versammelt sich im Kulturzentrum Kammgarn die junge Hip Hop Community der Stadt zu einer gemeinsamen Jam. Initiiert von unserem alten Freund und Kupferstecher Chief Justice („Aufstieg“, „Es muss eskalieren“) wurde ein abwechslungsreiches Line-Up geschaffen, bei dem nicht nur Hip Hop Liebhaber auf ihre Kosten kommen.

Die Auftrittsgagen aller Künstler fließen nach einvernehmlichem Beschluss in die Kasse der „Rolling Devils“. Ein Grund mehr für alle FCK-Fans und Jugendliche der Stadt dieses Event zu supporten. Lassen wir es mal wieder ESKALIEREN!

Alle Infos auf einen Blick:

Was? K-Town’s Most Wanted – Rapisode I
Wann? Freitag, 05.09.2014, 20:00 Uhr
Wo? Cotton Club, Kulturzentrum Kammgarn (Schoenstr. 10, KL)
Kostet? VVK:  10,- € (Plus 2,- VVK-Gebühr + Kammgarn-Euro); AK:  12,- € (Plus Kammgarn-Euro)
Artists? Chief Justice, Gorrest Fump, Prototüp, Smeil, TAHIR & LAKO, TFR, DJ Timpossible
Braucht ihr noch mehr Infos? Findet ihr hier!

UdH# 104: Betze vs BTSV

104coverGude Betzefans!

Vier Punkte aus den ersten beiden Saisonspielen und die zweite Runde im Pokal erreicht. So oder so ähnlich lassen sich die ersten drei Pflichtspiele der Roten Teufel zusammenfassen, ehe es heute gegen den Bundesliga-Absteiger aus Braunschweig geht.

Gleich die erste Partie der neuen Saison, gegen die Löwen aus München, beinhaltete alles, was man sich unter „Betze“ vorstellt. 3:2 Sieg nach 0:2 Pausenrückstand in Unterzahl und eine Atmosphäre unter Fluchtlicht, welche einfach nur gewaltig und atemberaubend gewesen ist. So muss das sein!

Das erstmals wirkende Stimmungszentrum in den unteren Blöcken der Westkurve hat funktioniert. Auch wenn sicherlich noch nicht alles so geklappt hat, wie man sich das anfangs vorgestellt hat, sind wir auf einem guten Weg. Wir hoffen, dass Ihr uns auch weiterhin auf diesem Weg unterstützt und wir alle gemeinsam die Bastion Betzenberg zukünftig wieder aufleben lassen können!

Nach dem grandiosen Heimsieg gegen die Münchner Löwen gibt es jedoch sportlich weniger erfolgreich weiter. Das 1:1 in Sandhausen fühlte sich eher nach einer Niederlage als nach einem Punktgewinn an. Auch wenn der gut aufgelegte Gästemob das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel machte, blieb unserem 1. FC Kaiserslautern e.V. auch in diesem Jahr ein Sieg in Sandhausen verwehrt.

Von beiden Spielen (dem Spiel gegen München als auch gegen Sandhausen) findet ihr in dieser Ausgabe jeweils einen Bericht aus Sicht der Gegner, in dem das Spiel und die Stimmung nochmals Erwähnung finden.

6.000 Lautrer feierten sodann in Wiesbaden den Sieg und den damit verbundenen Einzug in die zweite Pokalrunde. Die schlechte Leistung während den 120 Minuten wurde durch souverän verwandelte Elfmeter unserer Roten Teufel ausgeblendet. „Ä Rund weider un gud is“ – darum geht es ja bekanntlich in der ersten Pokalrunde!

Die 104. Ausgabe unseres Kurvenflyers beinhaltet derweil neben vielen informativen Berichten aus den Kurven und Fanszenen der Welt auch einige interessante Texte, die mit Freude und Spaß zu lesen sind. Unter andrem führten wir ein Interview mit dem Lokal-Rapper „Juses“, der uns Frage und Antwort zu seiner aktuellen EP stand. Ebenso interessant ist der Hoppingbericht aus Schweden, welcher uns einen Blick in den schwedischen Fußball und deren Fanszene bereitstellt.

An dieser Stelle möchten wir Euch auch nochmals darauf hinweisen, wie Ihr die Möglichkeit habt, mit uns in Kontakt zu treten. Nutzt die Chance und sendet uns Eure Texte, Berichte oder Euer Feedback einfach an udh@frenetic-youth.de. Natürlich könnt Ihr uns auch jederzeit im Stadion anquatschen!

Gut aufgestellt ist derweil auch unser Infostand. Es erwarten euch weiterhin die neuen Aufklebermotive sowie die erst kürzlich komplett überarbeitete Buttons-Auflage. Aber auch die aktuellen Fanzines, sowie das übliche andere Repertoire sind an unserem Stand vor der Westkurve zu erwerben. Schaut also vorbei – Es lohnt sich!

Genug der einleitenden Worte. Gebt heute alles. Für unseren 1. FC Kaiserslautern e.V., für die Kurve, für das Team und für die Stadt! 90 Minuten Fußball „uffem Betze“ – was gibt’s Geileres?! Also, Feuer frei!

 

Hier geht es zur kompletten Ausgabe 104!

Juses – EP „Sogenannter Fußballfan“

Am 24.08.2014 veröffentlicht Juses seine erste EP „Sogenannter Fußballfan“. Was euch erwartet hat die Unter die Haut Redaktion vorab für euch herausgefunden.

Ab dem Heimspiel gegen Braunschweig habt ihr die Möglichkeit die EP „Sogenannter Fußballfan“ für 5€ an unserem Infostand vor der Westkurve zu erwerben. Greift zu und unterstützt die Subkultur in Lautern.

„RB Leipzig bewegt sich am Rande der Legalität“

Das Fan-Bündnis „Nein zu Red Bull“ sorgt derzeit für Aufsehen in den Stadien der 2. Bundesliga, auch im Fritz-Walter-Stadion waren vergangene Woche entsprechende Plakate zu sehen. Wir haben stellvertretend für die beteiligten Gruppen aus der Westkurve mit FCK-Fan Andi gesprochen, der zu den Initiatoren der bundesweiten Kampagne gehört.

Der Betze brennt: Hallo Andi! Stefan Kuntz hat kürzlich das Modell RB Leipzig als „legitim“ bezeichnet und man müsse sowas in der heutigen Zeit „akzeptieren“ (Quelle). Warum seht Ihr das anders?

Andi: Wir würden eher sagen, RB Leipzig bewegt sich am Rande der Legalität. Red Bull hat 2009 mit der Übernahme der Spielberechtigung des Oberligisten SSV Markranstädt ein völlig neues Szenario erschaffen, mit dem die verantwortlichen Fußballverbände damals überfordert zu sein schienen. Ein Konzern hatte erstmals in der Geschichte des bundesdeutschen Fußballs einen Verein komplett übernommen. Dazu gehörte die Änderung des Namens in RasenBallsport Leipzig, das Entwerfen eines neuen Vereinswappens sowie die Änderung des Stadionnamens in Red Bull Arena. RB Leipzig befindet sich mit dem, was sie in Bezug auf das Vereinswesen machen, in vielen Bereichen in einer Grauzone und hätte deswegen im Sommer von der DFL fast die Lizenz verweigert bekommen. Zwar wurden jetzt die Mitgliedsbeiträge gesenkt, stimmberechtigt ist man als „Fördermitglied“ jedoch immer noch nicht. Ein eingetragener Verein benötigt laut BGB mindestens sieben Mitglieder. Red Bull hatte bei der letzten Mitgliederversammlung 14 – mehr sollen es auch nach Aussagen von Red-Bull-Chef Mateschitz nicht werden. Zwar wurde auch die Führungsebene ausgeglichener besetzt, dass RB aber weiterhin die Fäden in der Hand hält, ist unzweifelhaft. Das alles haben übrigens auch viele Vorstände anderer Klubs schon kritisiert, von Watzke über Heidel bis Rummenigge.

Der Betze brennt: Wie ist die Kampagne entstanden? Wer ist alles beteiligt?

Andi: Bei uns in Kaiserslautern gab es schon in der letzten Saison Überlegungen, wie man mit einem Aufstieg RB Leipzigs in die 2. Bundesliga umgehen sollte. Nachdem dann klar war, dass wir auf Leipzig treffen würden, gab es schnell erste Vorschläge innerhalb der Ultraszene, dass man sich aktiv gegen RB äußern müsse und dass man dazu am Besten so viele Zweitliga-Fanszenen wie möglich mit ins Boot holen sollte. Daraufhin wurden Kontakte zu anderen Vereinen gesucht und wir haben uns dann schließlich Ende Juli in Darmstadt zur Gründung der Kampagne „Nein zu Red Bull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn“ getroffen. Beteiligt an der Gründung waren Karlsruhe, Darmstadt, Braunschweig, München (1860), Aue, Aalen, Ingolstadt, Heidenheim, Sandhausen und natürlich wir. Zurzeit kommen fast täglich weitere Unterstützer dazu.

Der Betze brennt: Was sind die Ziele Eures Bündnisses?

Andi: Wünschenswert, aber absolut utopisch, wäre der Rückzug Red Bulls aus dem Fußball. Wir würden es schon begrüßen, wenn DFL und DFB konsequenter gegen RB Leipzig durchgreifen würde bzw. es in der Vergangenheit mal getan hätte. Aber wie gesagt: RB schlängelt sich da ganz geschickt am Rande der Legalität entlang. Die Regularien von DFL und DFB sind viel zu schwammig. Das sollte man in Zukunft ändern, um mögliche Nachahmungen zu verhindern, sofern der DFL und dem DFB wirklich etwas am fairen Sport liegt. Dass allein die Hälfte der Transferausgaben in der zweiten Liga durch RB getätigt wurden (laut Medienberichten zwischen 12 und 16 Millionen Euro; Anm. d. Red.), ohne erwähnenswerte Einnahmen, gleicht einer krassen Wettbewerbsverzerrung. Wir fordern daher ein Financial Fair Play auch auf nationaler Ebene.

Der Betze brennt: Innerhalb der UEFA wurde dieses Financial Fair Play ja schon eingeführt, aber nur für internationale Wettbewerbe wie die Champions League. Wie stellt Ihr Euch das konkret vor?

Andi: Ausgaben müssen enger an die Einnahmen gebunden sein. Nur im Notfall, zum Beispiel bei einer Insolvenz, sollte es einem Investor möglich sein, Bilanzdifferenzen in einer gewissen Höhe ausgleichen zu dürfen. Auf internationaler Ebene sind das aktuell 45 Millionen Euro in drei Jahren. Das ist aber immer noch zu viel. Investoren hält das nicht davon ab, in Vereine einzusteigen. Aber das ist nicht allein das Problem RB Leipzigs. welches auch nur ein Teil des kommerziellen Fußballs ist, der sich nun mal einer kapitalistischen Logik unterwirft. Dennoch sind für uns Werte, wie Tradition, Vereinsloyalität und Bodenständigkeit unverhandelbar – auch nicht in den Zeiten des modernen, kommerziellen Fußballs. Ein Verein braucht ein aktive Mitgliedschaft, ein aktives Vereinsleben. Er darf keine Machtkonzentration durch einige wenige geben – das ist für uns auch im Sinne einer demokratischen Kultur und Gesellschaft. Bei RB Leipzig wird das alles mit Füßen getreten. Dadurch, dass die 50+1-Regel – die eben eine solche Machtkonzentration verhindert – nur bei Kapitalgesellschaften und nicht bei Vereinen greift, hat Red Bull einfaches Spiel. Wir fordern eine Regelung, die diese Machtbündelung durch Konzerne verhindert.

Der Betze brennt: Am ersten Spieltag war vor der Westkurve ein großes Spruchband eurer Kampagne zu sehen. In anderen Stadien gab es weitere Aktionen. Kannst du kurz erklären, was es mit den Aktionen auf sich hatte und wie in Zukunft euer Protest aussehen wird?

Andi: Im Rahmen der Kampagne sind mehrere „Aktionsspieltage“ geplant. Es sollen dabei gleichartige Aktionen in allen Stadien stattfinden, die das Modell Red Bull und RB Leipzig kritisieren. Am 1. Spieltag gab es in mehreren Stadien Aktionen, bei denen Klopapierrollen geworfen und dazu passende Spruchbänder gezeigt wurden. Ziel war es erstmal, auf die Kampagne aufmerksam und auf das Grundproblem mit RB im Fußball aufmerksam zu machen. Wir in Kaiserslautern konnten die Aktion nicht durchführen, da durch das Fangnetz vor der Westkurve leider keine Möglichkeit dazu bestand. Außerdem wollten wir um Zuge des des Blockwechsels der Ultras mit dieser doch recht spontanen Aktion niemanden vor den Kopf stoßen, sondern uns zunächst mal auf die eigenen Veränderungen in der Westkurve konzentrieren. Aber wir möchten an dieser Stelle schon mal alle dazu aufrufen, sich an den kommenden Aktionen zu beteiligen – gemeinsam wollen wir ein Zeichen gegen Red Bull setzen!

Der Betze brennt: Danke für das Gespräch!

Weitere Informationen, darunter Hintergründe der Kampagne sowie Infos und Fotos zu aktuellen Aktionen, sind im Internet zu finden: http://www.Nein-zu-RB.de

Quelle: Der Betze brennt

Erfolgreicher Auftakt für „Nein zu RB“-Kampagne

Nicht nur für den Betze verlief dcropped-headerer erste Spieltag der 2. Bundesliga äußerst erfreulich. Auch die neu ins Leben gerufene Kampagne „Nein zu RB“ feierte ein viel beachtetes Debüt und konnte mit einem ersten Aktionsspieltag Aufmerksamkeit für ihre Sache gewinnen.

Auf der Website www.nein-zu-rb.de findet ihr ab sofort unter anderem eine bullenfreie Liga-Tabelle sowie die aktuelle Unterstützerliste. Neben vielen Fanclubs aus dem ganzen Land ist auf der Liste inzwischen auch das unabhängige Bündnis ProFans zu finden.

ProFans richtet sich in einem Aufruf an alle Fußballvereine und –fans. Die äußerst treffenden Worte möchten wir euch nicht vorenthalten:

Berlin, den 7. August 2014: Das unabhängige Bündnis ProFans unterstützt ausdrücklich die bundesweite Kampagne” Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn! ”, die sich primär gegen den 2009 gegründeten Verein „RasenBallsport Leipzig e.V.“ richtet.

Seit der Gründung des Vereins verfolgt der dahinter stehende Konzern „RedBull“ die Etablierung seines Brausegetränks auf dem deutschen Markt, wobei es ihm um reines Marketing geht. Mit dem Fußball, den die unzähligen Fans dieses Landes lieben und den damit einhergehenden Werten, hat das nichts mehr zu tun. “Das Beispiel RedBull kann maßgeblich für die zukünftige Entwicklung des Fußballs in Deutschland werden”, sagt Sandra Schwedler von ProFans. “Die 50+1 Regel ist bis zur Unkenntlichkeit verbogen worden. Die Liga, Fans und Vereine müssen sich fragen, ob man zu einer Konzernliga werden will oder nicht“, so Schwedler weiter.

Erst sah das die DFL allem Anschein nach ähnlich, störte sich an den vielen Ungereimtheiten innerhalb des Retortenvereins und versagte RB Leipzig nach deren Aufstieg in der Saison 2013/2014 die Zweitligalizenz. „Leider zeigte sich schnell die Inkonsequenz der DFL, als diese nach einigen Schönheitskorrekturen innerhalb der Vereinsstrukturen und am Vereinslogo, die Lizenz dennoch vergab“, bedauert ProFans-Sprecher Alex Schulz.

Dass Vereine die von Konzernen oder Mäzen dominiert sind, einen enormen finanziellen Wettbewerbsvorteil für sich generieren steht dabei außer Frage. Für ProFans ist diese Entwicklung nicht mehr tragbar, denn noch nie war das Ungleichgewicht innerhalb der Profiligen größer und der Traditions- und Amateurfußball bedrohter. Der Fall RB Leipzig erscheint in der stetig voranschreitenden Entwicklung des deutschen Fußballs hin zu einem überkommerzialisierten Produkt, als eine Spitze des Eisbergs. Die aktiven Fanszenen stehen an einem Scheideweg. „Das Problem betrifft natürlich nicht nur die Fans und Vereine der 2. Liga. Alle Fußballfans des Landes sind gefragt, sich gegen diesen Ausverkauf der Fußball-Tradition zu wehren“, sagt Jakob Falk von ProFans.

ProFans ruft daher die Fans, aber auch die Vereine selbst, dazu auf, gegen RB Leipzig aktiv zu werden, die Kampagne „Nein-zu-RB“ zu unterstützen und dieser durch verschiedene Aktionen, Leben einzuhauchen.

Bitte beachten Sie die Internetseite der Kampagne: http://www.nein-zu-rb.de

ProFans, im August 2014

Alle im Trikot nach Sandhausen!

2014-08-06-mottofahrt-sandhausen

Zum ersten Auswärtsspiel der Saison in Sandhausen (Sonntag, 10. August, 15.30 Uhr), werden zwei Entlastungszüge durch die Deutsche Bahn eingesetzt, die hintereinander fahren und direkt in St.Ilgen-Sandhausen halten werden. Außerdem fahren zahlreiche S-Bahnen und Regionalbahnen mit erhöhter Kapazität. Eintrittskarten für Heimspiele des SV Sandhausen gelten im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) gleichzeitig als Fahrkarte für die Hin- und Rückfahrt.

Die Fahrtzeiten gestalten sich wie folgt:

Hinfahrt Zug 1:
Kaiserslautern Hbf    ab    12:24    Uhr
St.Ilgen/Sandhausen    an    13:35    Uhr

Hinfahrt Zug 2:
Kaiserslautern Hbf    ab    12:29    Uhr
St.Ilgen/Sandhausen    an    13:43    Uhr

Ab Bahnhof St.Ilgen/Sandhausen besteht ein Bus-Shuttle zum Hardtwaldstadion

Rückfahrt Zug 1:
St.Ilgen/Sandhausen    ab 18:47 Uhr
Kaiserslautern Hbf    an 20:09 Uhr

Rückfahrt Zug 2:
St.Ilgen/Sandhausen    ab 18:53 Uhr
Kaiserslautern Hbf    an 20:13 Uhr