Fanprojekt: Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen!

Über ein Jahr ist seit unserem öffentlichen Schreiben an die Träger des Fanprojektes schon wieder ins Land gezogen. Seitdem hat sich vieles zum positiven geändert, weshalb wir seit dem Amtsantritt von Christian und Stefan zur Saison 2013/2014 absolut von einem, in seinen Möglichkeiten, sehr gut arbeitendem Fanprojekt sprechen können.

So wurden einige Punkte aus unserem Schreiben bestens umgesetzt. Hier sind unter anderem die stets aktuelle Facebook-Seite, feste Öffnungszeiten (Sprechzeiten) an jedem Dienstag, regelmäßiges Fußballspielen, bei dem unter der Woche zum Teil über 30 Personen teilnehmen, im Bereich Freizeitangebote, soziale Beratung, Unterstützung von Aktionen aus der Fanszene, Vermittlung bei Problemen zwischen Verein und Fanszene oder auch Polizei aufzuzählen. Auch steht das Fanprojekt Anregungen oder Vorschlägen zu verschiedenen Veranstaltungen immer offen gegenüber und unterstützt diese soweit es möglich ist. Auch sind die Mitarbeiter bei jedem Spiel anzutreffen und klären diverse Differenzen direkt vor Ort. Die Arbeit wird gut angenommen und der angegangene Weg wird als durchweg positiv bewertet.

Zwei Punkte bleiben dennoch weiterhin mangelhaft und schränken das Fanprojekt in seinen Möglichkeiten leider stark ein. Der erste Punkt sind ganz klar die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Auch diese wurden bereits in unserem letzten Schreiben kritisiert. Die aktuellen sind zu klein und reichen für die Größe der Fanszene unseres 1. FC Kaiserslautern einfach nicht aus. So bleiben sie an Spieltagen geschlossen, wodurch die breite Masse an Fans nicht erreicht werden kann. Am Fancontainer stehen die Mitarbeiter zwar stets mit einem offenen Ohr zur Verfügung, mit geeigneten Räumlichkeiten wäre die Arbeit durch sich neu bietende Möglichkeiten allerdings um einiges Vielfältiger und damit effektiver. Das Problem bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten ist, dass diese im Besitz der Stadt Kaiserslautern sein müssen, da die einzige „finanzielle“ Unterstützung der Stadt durch das zur Verfügung stellen der Räume besteht.

Zum anderen ist das Budget viel zu niedrig und reicht kaum zu mehr als der Spieltagsbetreuung aus. An dieser Stelle möchten wir gerne die ungleiche Verteilung der Gelder durch das Land Rheinland-Pfalz thematisieren. Das Fanprojekt Mainz bekommt vom Land beispielsweise fast doppelt so viel Geld zur Verfügung gestellt wie das in Kaiserslautern, obwohl die Fanbasis trotz Bundesliga keinesfalls größer ist. Das Mainzer Fanprojekt hat dadurch doch erheblich mehr Möglichkeiten. Dies lässt sich schon alleine an der Anzahl der Mitarbeiter absehen. Im Fanprojekt Mainz sind 3,5 festangestellte Mitarbeiter, sowie eine Honorarkraft beschäftigt. In Kaiserslautern hingegen 1,5 Mitarbeiter, genauso viele wie im Fanprojekt des Regionalligisten Eintracht Trier, bei deutlich kleinerer Fanbasis. Der Vergleich zu Mainz zeigt, dass es trotz guter Arbeit nahezu unmöglich ist mit 1,5 Mitarbeitern den Bedürfnissen der großen Fanszene, sowie den eigenen Ansprüchen vollends gerecht zu werden ohne auf Dauer mit einem Burn-Out rechnen zu müssen. Mehr Mitarbeiter bedeuten ganz klar auch größere Möglichkeiten. Halten wir fest:  Die Mindesthöhe der Drittelfinanzierung, bei der sich die Kommune, d.h. die Stadt Kaiserslautern durch das Bereitstellen der Räume, sowie das Land Rheinland-Pfalz und der DFB die Kosten teilen reicht keineswegs aus, um die strukturellen, personellen und finanziellen Ressourcen hier in Kaiserslautern zufriedenstellend abzudecken. Es ist zudem nicht zu akzeptieren, dass das Bundesland RLP sich lediglich mit 30.000 Euro an der Finanzierung beteiligt.

Um das Fanprojekt für die Zukunft gut ausgerichtet aufzustellen, sollte sich die Stadt daher entweder intensiv um größere, geeignete Räumlichkeiten bemühen, oder ihre finanzielle Unterstützung dahingehend überdenken, diese auf die Auszahlung von entsprechenden Geldern abzuändern, sodass man sich auch nach Räumen umschauen kann, welche nicht im Besitz der Stadt sind. Die aktuellen Räume platzen bei 15 Fans schon aus allen Nähten.

Gerade in einer im Vergleich strukturschwachen Stadt wie Kaiserslautern sollte der Förderung der Jugend- und Sozialarbeit ein hoher Stellenwert zukommen. Die eigenen Räumlichkeiten sollen definitiv mehr sein als „nur“ ein reiner Treffpunkt für vorwiegend jugendliche FCK-Fans. Sie sollten im Idealfall Räume sein, in denen sich Jugendliche wohl fühlen, wo sie gerne zugegen sind. Die Folge wäre, dass die Jugendlichen Vertrauen zu den Sozialarbeitern aufbauen, welche dann helfen könnten Alltagsprobleme wie Schulden, Drogen oder Probleme in der Schule zu lösen.

Rein aus fantechnischer Sicht fehlt es an Platz um Veranstaltungen wie Workshops abzuhalten. An das Anfertigen von kleinen Choreos oder Bannern kann man aktuell gar nicht denken. Dass für Vorlesungen oder Vorträge aktuell immer Räume angemietet werden müssen, kann kein zufriedenstellender Dauerzustand sein.

Das Fanprojekt braucht allgemein eine größere finanzielle Unterstützung, um die wirklich gute und nützliche Arbeit fortzuführen und durch die engagierten Mitarbeiter weiter ausbauen zu können.

Ideen für Aktionen wie ein Fanfrühstück am Spieltag, Filmvorführungen, diverse Veranstaltungen mit Referenden, Podiumsdiskussionen, Grillen, Beiratssitzungen, KOS-Veranstaltungen oder Tagungen von Fanbündnissen und bildungspolitischen Veranstaltungen gibt es en masse, leider fehlt es an Entfaltungsraum im Sinne von angemessenen Räumlichkeiten sowie an Budget.

Wenn man kein Geld zu verschenken hat, sollte man es möglichst sinnvoll investieren… erst recht, wenn das höchste Gut der örtliche Fußballverein ist.

In diesem Sinne:
Pro Fanprojekt

Unterstützer:
Generation Luzifer
Frenetic Youth
Pfalz Inferno

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Die FCK Story – Die roten Teufel und die Politik

Am Montag, den 05. Mai 2014 zeigte das Südwestfernsehen eine Reportage, die sich mit der Geschichte des FCK seit 1998 befasst. Dabei wurden insbesondere Berührungspunkte mit der Politik aufgezeigt. Damit reagiert das SWR offenbar direkt auf die populistischen Diskussionen der letzten Monate. Zwar kommen viele bekannte Persönlichkeiten und konträre Ansichten zu Wort, unter dem Stricht bietet „Die FCK-Story“ aber wenige bis gar keine neuen Erkenntnisse.

In nur knapp 30 Minuten lassen sich die Ereignisse von mehr als 18 Jahren bewegter Vereinshistorie nun mal nicht adäquat aufarbeiten. Als Kernaussage nimmt der Zuschauer mit, dass die Strukturen eines (vor allem auch politisch gewollten) WM Standortes für die 2. Bundesliga überdimensioniert sind. Die aktuelle Handhabung mit dieser Altlast ist alternativlos. Im (Süd-)Westen nichts Neues!

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Ein Blick zurück auf 16 Jahre „Rote Teufel und die Politik“. Ein Verein gefangen zwischen zu großer Tradition und zu hohen Erwartungen. Mit Aussagen der Politiker Kurt Beck, Hans-Arthur Bauckhage, Christian Baldauf und Ex-DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger sowie von Fußballkommentator Marcel Reif, FCK-Ikone Hans-Peter Briegel und Norbert Thines, Ex-Präsident des FCK.

In diesen Tagen kämpft der 1. FC Kaiserslautern um die Rückkehr in die 1. Bundesliga. Wie wichtig der Aufstieg für die Roten Teufel wäre, zeigen nicht zuletzt die jüngsten Schlagzeilen rund um den Verein. Der Bund der Steuerzahler kritisiert illegale Subventionen, die Stadt Kaiserslautern muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den FCK gegen jede Vernunft mit Steuergeldern zu unterstützen.

Immer schon hat die Politik beim 1. FC Kaiserslautern eine wichtige Rolle gespielt – allen voran die Landesregierung rund um den ehemaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck, einen bekennenden Fan des Vereins. Diese politische Einflussnahme könnte mehr geschadet als genutzt haben, so der Vorwurf der Kritiker. Der Bund der Steuerzahler kritisiert beispielsweise, dass die Stadt Kaiserslautern auf den Kosten für ein überdimensioniertes Stadion sitzen bleibt.

„Die FCK-Story“ blickt zurück auf 16 Jahre „Rote Teufel und die Politik“. Ein Verein gefangen zwischen zu großer Tradition und zu hohen Erwartungen.

Was sagen die politischen Verantwortlichen heute über ihr damaliges Handeln? Die Autoren Benjamin Cors und Frank Helbert haben mit den Entscheidern und den Begleitern des FCK gesprochen. Allen voran Kurt Beck, der sich erstmals und exklusiv zu seiner Rolle beim FCK äußert. Ex-Wirtschaftsminister Hans Arthur Bauckhage, CDU-Politiker Christian Baldauf und Dr. Theo Zwanziger, der als DFB-Präsident die WM 2006 in die Pfalz brachte, beziehen Stellung. Und auch der Fußballkommentator und bekennende FCK-Fan Marcel Reif, Ex-Spieler Hans-Peter Briegel oder auch Norbert Thines, Ex-Präsident des FCK, berichten über „ihren“ Verein und die Einflussnahme der Politik.

„Die FCK-Story“ ist ein politischer Blick auf den Fußballmythos Betzenberg – in einem Jahr, das als „Sollbruchstelle“ des 1. FC Kaiserslautern angesehen wird.

Quelle: SWR Fernsehen

Mit neun Mitgliedern in die 2. Liga

… so lautet der Titel einer kürzlich bei Sport Inside ausgestrahlten Reportage über 2. Liga Aufsteiger RB Leipzig.

Gegenstand des Berichts ist die fragwürdige Karriere des Retortenclubs aus Leipzig. Vor nur wenigen Jahren in Liga fünf gestartet, ist nun der Durchschmarsch von der dritten in die 2. Liga geglückt. Rein sportlich lief alles glatt. Bei der Lizenzierung jedoch hat RB Leizpig bisher immer Glück gehabt. Denn eigentlich verstößt der Verein gegen grundlegende Richtlinien des DFBs. Sollten diese nicht erfüllt werden, droht dem Verein die Lizenzverweigerung für Liga 2.

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UdH# 102: Betze vs Dynamo

102coverSo schnell sind wir beim letzten Heimspiel der Saison 2013/ 14 angelangt. Vor knapp einem Jahr hatten wir gehofft, heute durch ein Kaiserslautern in Volksfeststimmung auf den Betze zu pilgern. Statt dessen raufen wir uns noch immer die Haare angesichts der Lala-Leistung am Montag in Berlin. Klar ließe sich auch diese Nummer wieder schön reden. Wollen wir uns aber mal nichts vormachen: Unbedingter Aufstiegswille schaut anders aus! Da braucht es Körpersprache, Kampf um jeden Ball und einen mit aller Kraft erzwungenen Auswärtssieg. Das Gequatsche von hier Pfostentreffer, da Pech und wir glauben ja alle noch dran, ist überflüssig. Genauso unerträglich ist das Geschachere um die unausweichliche Verpflichtung eines (unabhängigen) Sportdirektors. Hier braucht es zeitnah endlich einen klaren Blick und eine besonnene Lösung, zum Wohle des Vereins. Dies gilt auch für die vertragliche Bindung von Perspektivspielern. Sollte nicht doch noch ein Wunder geschehen, wird es nächstes Jahr sicher nicht einfacher aufzusteigen. Das „Profikader wechsel dich“ Spielchen zu jeder Sommerpause fruchtet ganz offensichtlich nicht, also wäre ein denkbarer Ansatz endlich langfristig eine Truppe mit Charakter aufzubauen. Dafür braucht es ein Auge für Talente und „Personalentwicklung“, wie heute so schön gesagt wird.

Viele interne Baustellen also. Zu allem Überfluß wurden wir in der vergangenen Woche von der Meldung überfahren, dass bei der Vergabe der Tickets für die Gäste aus Dresden erstmals massiv durch das DFL-Papier ermöglichte Regularien Anwendung finden. Die Zusagen Stefan Kuntz‘ in Kaiserslautern bleibe alles beim Alten, sind damit obsolete. Wieder mal wurden die Rechte und Freiheiten von Fans weiter beschnitten. Heute trifft die praktische Umsetzung die Dresdner, morgen uns! Leute, nehmt das nicht hin – diese Schikanen sind nicht zu rechtfertigen.

Bei all dem Ärger sind wir nicht bereit uns alles vermiesen zu lassen. Daher möchten wir an dieser Stelle demonstrativ mit Stolz und  (Vor-) Freude den folgenden Bericht aus der neuen Ausgabe 102 hervorherben: 18 FYs hatten letzten Samstag die Ehre mit unseren Metzer Freunde der Horda Frenetik den letzten Schritt auf dem Weg zurück in die Ligue 1 zu gehen. Der FC Metz besiegelte den Aufstieg mit einem 0:3 Erfolg in Auxerre! Félicitation, Grenades! Und Betze, immer weiter…

 

AJ Auxerre – FC Metz (0:3)
26.04.2013 / Ligue 2 / 34. Spieltag / Stade de l’Abbé-Deschamps

Nachdem der FCK erst am Montag bei Union Berlin antreten sollte, war das Wochenende frei, um mal wieder etwas mit der Familie oder der besseren Hälfte zu unternehmen – oder auch nicht.

Für mich begann der Abend ganz ultra-like mit Tiefkühlpizza und Serie A schauen in gemütlicher Runde. Während ein Teil der Runde zum Hoppen nach Italien aufbrach, legten wir uns noch zwei Stunden auf’s Ohr, bevor die Reise nach Metz beginnen sollte. Dank Fahrerwechsel, bevor der Sekundenschlaf uns das Leben kostete, erreichten wir, typisch deutsch, den Abfahrtsort der Busse genau eine Minute vor der geplanten Abfahrt. Eigentlich hatten wir fest damit gerechnet, dass wir da ziemlich alleine stehen würden, schließlich sind die Abfahrtszeiten der Horda generell etwas flexibler als bei uns. Heute allerdings standen die vier Busse der Horda schon bereit und sogar ein kleiner Tisch war aufgebaut, um das Organisatorische zu erledigen. Insgesamt 18 FY-Ultras begleiteten die Horda zu diesem besonderen Spiel, bei dem  der FC Metz den Aufstieg in die Ligue 1 perfekt machen konnte.

Nach einer Begrüßungsrunde suchte ich mir einen Platz im Bus, der dann doch erst mit 50 Minuten Verspätung losfuhr (zum Glück doch noch alles beim Alten). Bis zur ersten Rast holte ich in dem Luxusbus etwas Schlaf nach. Den Rest der Hinfahrt verbrachte ich mit einigen interessanten Gesprächen und schließlich erreichten wir Auxerre fast drei Stunden vor Spielbeginn. Es war also noch genug Zeit, um in die Stadt zu gehen. War auf jeden Fall cool, mit 200 Menschen singend durch die Gassen Auxerres zu ziehen. Schließlich chillten wir gemeinsam an einem Pub, wobei das Wetter mit Wind und dicken Wolken nicht gerade optimal war.

Gut eine Stunde vor Spielbeginn setzten sich die 200 Ultras in Bewegung und zogen mit Gesängen und etwas Pyro zum Stadion. Der Einlass in das Stade de l’Abbé-Deschamps, benannt nach dem Pfarrer Deschamps, dem Gründer des AJ Auxerre, dauerte dann etwas länger, so dass gerade noch genug Zeit war, um die Choreo vorzubereiten, bevor die Mannschaften auf den Platz kamen. So wedelte der Oberrang rund um die Horda fleißig mit Luftballons, dazu gab es ein passendes Spruchband, während unten die Gruppen der Tribune Ouest ein paar Fahnen und Doppelhalter zeigten. Der Gästeblock legte dann auch gleich lautstark los, wobei das Zusammenspiel von Ober- und Unterrang manchmal etwas schwierig war. Trotzdem insgesamt ein guter Auftritt des Metzer Anhangs.

Der FC Metz tat sich die ersten Minuten etwas schwer, im Regen von Auxerre ein Mittel gegen den Gegner zu finden. So dauerte es bis zur 34. Minute, bis Bussmann die Grenats in Führung brachte. Großer Jubel im Gästeblock, nun stand man quasi mit einem Bein und vier Zehen in der ersten Liga. Doch anstatt nun das Ergebnis bis zur Pause zu verwalten, spielte der FC Metz weiter nach vorne und legte nur vier Minuten später das 2:0 nach. Auch nach dem Seitenwechsel war der Sieg nie ernsthaft in Gefahr, wobei Auxerre etwas stärker wurde und unter anderem die Latte traf. So konnte der Gästeblock in den Feiermodus schalten, der durch das 3:0 in der 84. Minute noch einmal gesteigert wurde.

Bei Abpfiff dann grenzenloser Jubel und Feierei mit der Mannschaft. Schon Wahnsinn, dass der FC Metz den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga geschafft hat. Auch wenn es nicht „unser“ Verein ist – die vielen Jahre, in denen wir erst den Abstieg und nun den Aufstieg verfolgt haben; die Spiele in der dritten Liga, zu denen wir unsere Freunde der Horda begleitet haben; und die vielen schönen Stunden auf Frankreichs Autobahnen ließen auch bei uns ehrliche Freude aufkommen.

Nachdem die Mannschaft in die Kabine gegangen war, verließen wir den Block und nach kurzer Wartezeit auf einen unserer Jungs, der das Spiel hinter französischen Gardinen verbringen musste, ging es wieder zurück Richtung Metz. Die Rückfahrt verlief dann ruhiger als erwartet, der lange Tag hatte alle doch ziemlich geschafft. Nach der Ankunft in Metz schauten wir noch kurz auf dem offiziellen Empfang in der Innenstadt vorbei, ehe uns die Müdigkeit zu unseren Autos trieb und wir den Heimweg antraten.

Nächstes Jahr stehen nun richtig geile Fahrten und Spiele an. Nizza, St. Etienne, Paris, Marseille, wir werden an der Seite der Horda gegen einige der besten europäischen Kurven antreten dürfen, wir freuen uns drauf. Weil es nie als selbstverständlich angesehen werden darf, bedanke ich mich bei der Horda für die tolle Gastfreundschaft. Bon retour et meilleurs vœux pour Ligue 1! HFY Ultras!

 

Hier geht es zur kompletten Ausgabe 102!

Der Fan als Sicherheitsrisiko?!

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(Perspektive FCK) Am kommenden Wochenende steigt das Heimspiel unseres 1.FC Kaiserslautern e.V. gegen Dynamo Dresden. Für uns geht es wahrscheinlich noch um den Aufstieg und für Dynamo Dresden um den Überlebenskampf in Liga 2.

Überraschenderweise wurde der Vorverkauf für Fanclubs, Mitglieder und Dauerkarteninhaber durch den FCK erst sehr spät gestartet. Ein freier Vorverkauf findet offenbar überhaupt nicht statt. Wer einen Blick in den Ticketshop wirft, stellt jedoch sehr schnell fest, dass dieses Spiel noch nicht ausverkauft ist.

Um so mehr verwunderte daher diese Woche die Meldung aus Dresden, dass man vom FCK lediglich ein Kontingent von ca. 2.300 Karten zugesprochen bekommen habe. Damit erhält Dresden lediglich 4,7% des regulären Kartenkontingents. Normalerweise stehen den Gästefans laut DFL-Regularien indessen 10% der verfügbaren Tickets zu (In Kaiserslautern also ca. 5.000 Tickets). Zudem müssen die Dresdener Anhänger zunächst Vouchers kaufen (für die Mitgliedsausweis und Mitglieder-PIN benötigt werden), die dann erst am Spieltag in Kaiserslautern – mit einem damit verbundenen Busshuttle zum Gästeblock vom Messeplatz aus – umgetauscht werden können.

Man versucht so von Seiten der Polizei und des Vereins ein Sicherheitskonzept zu suggerieren, das in dieser Form aber wohl zu noch mehr Unmut und Chaos am Spieltag führen könnte. Dass Dynamo eine große und reisefreudige Fangemeinschaft hat und auch immer wieder durch “Problemfans” in die Schlagzeilen kommt, konnten wir in Kaiserslautern vergangene Saison hautnah erleben, als es neben einem versuchten Eingangssturm nach dem Spiel zu Angriffen einiger Randalierer auf die P&R-Busse mit erheblichen Sachschäden kam.

Hierbei verwendeten die bis heute nicht ermittelten unbekannten Täter Gegenstände als Wurfgeschosse und Schlaginstrumente, die zum Teil aus einer ungesicherten Baustelle stammten und zum Teil aus Flaschen, die vorher vom Ordnungsamt eingesammelt worden waren und vor Spielende nicht abtransportiert wurden. Schon in der vergangenen Saison hatte man gehofft, alles unter Kontrolle zu haben, indem man die Busse der „Ultras” abgefangen und direkt zum Stadion geleitet hat. Wie sich gezeigt hat, sind die Probleme jedoch weitaus komplexer.

Aktuell setzt der FCK nun als einer der ersten Vereine das umstrittene neue Sicherheitskonzept der DFL um. Gerade die von Seiten vieler Fans äußerst kritisch gesehene so ermöglichte Reduzierung des Gästekontingents bei Risikospielen kommt nun in Kaiserslautern erstmals zur Anwendung – obwohl der Vorstandvorsitzende Stefan Kuntz nach der Verabschiedung des Papiers noch im Dezember 2012 versprochen hatte: „Bei uns in Kaiserslautern ändert sich nichts!”

Aufgrund der letztjährigen Erfahrungen mögen viele FCK-Fans nun der Meinung sein, dass es nur recht und billig ist, dass “diese Randalierer” nur einen Teil der Karten zugesprochen bekommen. Allerdings sollte man die Angelegenheit etwas differenzierter betrachten, wie Sebastian Scheffler, 1. Vorsitzender der Perspektive FCK, zu bedenken gibt: „Solange man selbst nicht betroffen ist, denkt man vielleicht noch ‘Richtig so!’, allerdings sitzen wir alle im selben Boot. Was heute Dresden in Kaiserslautern passiert, kann uns genau so schnell treffen beim nächsten Derby in Saarbrücken, Mannheim, Karlsruhe, Frankfurt oder Mainz!”

Wie der Perspektive FCK seitens Dynamo Dresden mitgeteilt wurde, hatte Dynamo zuvor Einspruch gegen die Reduzierung des Gästekontingents erhoben. Dieser Einspruch blieb jedoch ungehört – was noch einmal verdeutlicht, wie viel das im Sicherheitskonzept vorgesehene Einspruchsrecht tatsächlich wert ist.

Wer sich etwas genauer mit der Fanszene von Dresden beschäftigt, weiß, dass diese immer und überall vertreten ist – auch wenn es wie beispielsweise vor zwei Jahren in Frankfurt keinerlei Gästetickets gibt. Auch damals war Dresden dort mit über 1.000 Fans vertreten, die sich im gesamten Stadion verteilten.

An dieser Stelle zeigt sich nun auch die besondere Problematik des aktuell noch bestehenden Sponsorenvertrages des FCK mit “Viagogo”.

Mitgliederentscheid_respektieren_Vianogo_ablehnen
Da der FCK zur Abgabe von Tickets an Viagogo verpflichtet ist, sind somit Tausende von Eintrittskarten auf diesem Weg für Jedermann frei zu erwerben. Es ist daher auch davon auszugehen, dass sich sehr viele Dresdener mit weiteren Tickets für die Nord-, Süd- und Osttribüne eindecken werden. Diese Dresdener Fans könnten so nahezu über das ganze Stadion verteilt sein und könnten sich darüber hinaus – entgegen den Planungen – frei rund um das Stadion bewegen.

Andreas Hensel, Vorstandmitglied der vor kurzem neu gegründeten Rot-Weißen Hilfe Kaiserslautern, merkt hierzu an: „Die Vorgabe der Anreisewege und der Zwang zum Umtausch der Vouchers in Tickets wie in diesem Fall ist ein weiterer Schritt zur Beschneidung von Bürgerrechten. Man kann sogar von einem ‘Hannover Light Modell’ sprechen, ähnlich wie es vor einigen Wochen beim Derby Braunschweig – Hannover angewendet wurde.”

Ob das Konzept wirklich für mehr Sicherheit sorgen kann, bezweifelt Sebastian Scheffler: „Durch das reduzierte Gästekontingent verschenkt der FCK nicht nur viel Geld, sondern zieht auch den Unmut vieler Fans auf sich. Dazu kommt noch eine schlechte bzw. gar keine Kommunikation des Vereins bezüglich der Vergabepraxis der Eintrittskarten. Gerade der Verkauf der Tickets über Viagogo könnte uns noch Probleme bereiten. Es zeigt sich daher einmal mehr, dass die Mitglieder im Dezember auf der Jahreshauptversammlung zurecht dem Vorstand die Empfehlung mit auf den Weg gegeben haben, den Viagogo-Deal nicht zu verlängern!”

Brasilien Spezial – Teil 2

(Marcello) Samstagmorgen 6:00 Uhr in Brasilien: Der Wecker klingelt, Kaffeewasser wird aufgesetzt und die Dusche betreten. Die Sonne, die schon mehr als eine Stunde knallt, erhellt unsere Küche und mein Badezimmer und bald ist auch schon der erste Kaffee getrunken. Nachdem die Sachen gepackt sind und das Frühstück verschlungen, werden wir um 7 schon abgeholt. Dieses Mal geht es aber weiter als das Frasqueirão, nämlich um in einem Condominio (umzäunter Bereich, in dem Eigentumshäuser stehen und zum Teil auch Pools, Fußballplätze und kleine Läden integriert sind) Fußball zu spielen. Kommentare wie „Spielscht ned mo bei de Zwett?“ gibt es in Brasilien kaum, denn sich dort in Condominios zu treffen, in welchem zufällig Onkel oder Schwager wohnt, ist dort Gang und Gäbe. Das passt für mich persönlich nahtlos in die brasilianische Kultur, denn Ungezwungenheit und Lockerheit gehören zu dieser unweigerlich dazu. Schön!

An dem besagten Samstagmorgen ging es um 8:30 Uhr bei schlappen 28 Grad los und schon nach dem ersten Spiel umringt von Brasilianern, Argentiniern und Chilenen war ich völlig kaputt, durchgeschwitzt und fertig mit der Welt. An diesem Tag lernte ich Binho kennen (siehe UdH-Bericht Ingolstadt), mit dem ich mich lange über den deutschen und brasilianischen Fußball unterhalten konnte. Ich habe den Eindruck gewinnen können, dass unser Verein in Brasilien über große Bekanntheit verfügt, was angesichts der aktuellen sportlichen Situation und der medialen Omnipräsenz des FC „Bayern de Munique“, welche der deutschen in nichts nach steht, durchaus positiv ist. Auch die Assoziation zum legendären Barcelona-Spiel habe ich an diesem Tag zu hören bekommen.

Dieses Erlebnis war jetzt aber nur exemplarisch, denn egal wo, es wird immer zumindest nur ein bisschen über Fußball geredet, unabhängig davon, ob man jetzt beim Friseur, in der Bar, am Strand, im Supermarkt oder sonst wo ist, ein paar Worte über Fußball werden immer verloren. Ziemlich jede unzweckmäßige Konversation in Brasilien ist damit verbunden und angesichts der Präsenz des Fußballs im alltäglichen Leben zusammen mit der WM 2014 dort, sehe ich hier eher noch Potential für eine Zunahme. In Brasilien fallen nämlich Sportarten wie Handball fast raus (gibt es zwar, aber kann mich nicht daran erinnern, jemanden getroffen zu haben, der Handball spielt) und logischerweise auch alles an Wintersportarten.

Außerdem erfreuen sich auch abgewandelte Fußballvarianten wirklich hoher Beliebtheit. Hierzu zählen vor allem Futsal und Footvolley (Mischung aus Volleyball und Fußball, ziemlich abgedreht!). Ich kann mich nicht wissentlich daran erinnern, mich über eine andere Ballsportart als Fußball unterhalten zu haben. Die starke politische (z.B. Sportministerium) und gesellschaftliche Verwurzelung hat zur Folge, dass die Torcidas, also die Fans in Brasilien, sehr nahe an ihren Vereinen und der Seleção sind und dementsprechend häufig Fußball zu einem politischen Diskussionsgegenstand wird. Dies spiegelt sich auch in den Protesten gegen und wegen der WM 2014 wider, die ich selbst miterleben konnte.

Die Proteste in Natal nahmen ihren Höhepunkt am 20. Juni letzten Jahres. Ich bin froh, dass ich euch darüber mehr erzählen kann, denn die deutsche Berichterstattung der Ereignisse habe ich als unvollständig beziehungsweise halbherzig aufgefasst. Hierzu aber später mehr! Denn um ein Gesamtverständnis für die dortige Situation zu bekommen, ist es zunächst erforderlich, ein wenig auszuholen (wofür dieses Medium ja auch gedacht ist):

Als ich Anfang April letzten Jahres in Brasilien ankam, habe ich für einen Euro etwas mehr als 2,50 Reais (R$) bekommen. Im Mai dann knapp 3,00 Reais und Ende Juni dann sogar 3,20 Reais. Also eine Inflation von etwa 20% in gerade einmal drei Monaten. Was für mich dort eine nette Sache war, da ich einfach so mehr Geld hatte, war für die Leute dort besonders bitter. In Brasilien sind die Lebensunterhaltungskosten niedriger als bei uns, dafür verfügt Deutschland aber über ein Lohnniveau, von welchem die meisten Brasilianer träumen. Zwei Drittel der brasilianischen Lohnempfänger müssen mit 460 Euro im Monat auskommen, etwa ein Viertel mit der Hälfte. Im Jahr 2007 betrug 1% des Gesamteinkommens der wohlhabenden Bevölkerung etwa 50% des Gesamteinkommens der bedürftigen Bevölkerung. Das alles geschieht in einem Land, welches seit Jahrzehnten von Korruption geplagt ist und zu guter Letzt werden bundesweit die Buspreise um 20 Centavos (0,20R$) erhöht. Was für uns wie ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, bringt dort Menschen ernsthaft in existenzielle Probleme.

Angesichts dessen habe ich es selbst als Ausländer in Brasilien als absolute Frechheit empfunden, dass dort eine WM durchgeführt werden soll. Ich habe mich mit vielen Menschen unterhalten und alle waren sich ziemlich einig: Wir nehmen jetzt die WM, aber eigentlich sind wir gar nicht bereit dafür.

Polemisch ausgedrückt werden dicke, moderne WM-Arenen irgendwo hingestellt, wo außen rum bestenfalls ein paar einfache Mietplatten stehen. Angesichts der sozialen Situation in Brasilien, wo nur ca. 15% des Haushalts in das Gesundheitssystem fließen, ist es in den Augen vieler Brasilianer (und auch in meinen Augen) ein Absurdum, dass ein solch kostenintensives Projekt in ihrem Land stattfindet. 6,3 Milliarden der 10,5 Milliarden Euro Kosten werden durch das Land Brasilien übernommen. Viele Menschen wünschen sich, das Geld wäre anderweitig investiert worden.

Auch diese riesige Investition in die WM und die entsprechende Infrastruktur hierfür war ein Grund dafür, dass es im Juni letzten Jahres endgültig gereicht hat. Gepaart mit Korruption, großer sozialer Schere, Inflation und eben der sagenumwobenen Buspreiserhöhung. Diese wurde in den deutschen Medien fälschlicherweise als alleiniger Auslöser für die Proteste in Brasilien dargestellt. Viel mehr war dies der klassische Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Das „Überlaufen“ äußerte sich in landesweiten Protesten am 20. Juni 2013, bei denen überall im ganzen Land geschätzt zwei Millionen Menschen protestierten. Der Lehrer meiner Sprachschule gab uns im Unterricht eine Woche vorher Bescheid, er würde uns gerne zu den Protesten mitnehmen, an diesem Tag würde ab 16 Uhr innerhalb der Stadt sowieso nichts mehr passieren – Also gut, abholen lassen und dann ganz in der Nähe unserer damaligen Schule geparkt. Über die „Stadtautobahn“ von Natal, die gesperrt war, setzte sich ein Mob mit über 40.000 Menschen in Bewegung und immer mehr kamen hinzu. brasilienspezial3

Alles Mögliche kam zur Forderung an diesem Abend, was mittels kleiner Plakate gezeigt wurde – Ende der Korruption, mehr Rechte für Homosexuelle, bessere Bildung und Krankenhäuser. Wie bereits gesagt: Die Buspreiserhöhung war hier definitiv kein Thema, welches im Mittelpunkt gewesen wäre, sond  ern vielmehr ein Teil des Ganzen. Der Zug zog sich unter Samba-Klängen zur größten Mall der Stadt, aber vielmehr als Partymob. Das Klima bei der Demonstration war äußerst friedlich, es wurde einfach nur darauf gesetzt, möglichst viele Menschen zu mobilisieren. Dies gelang den Menschen in Natal ausgesprochen gut! Graffitisprüher wurden ausgebuht und „keine Gewalt“ und „kein Vandalismus“ skandiert – die Demonstration sollte zu jedem Zeitpunkt friedfertig bleiben. Das war auch der Fall, als es inmitten aller Menschen eine kurze Rennerei gab, die sich im Endeffekt als unbegründet darstellte – Gruppendynamik. Die Menschen waren aber wie gesagt sehr friedlich aufgelegt – vom Fenster wurde sich gegenseitig zu gewinkt und auch das hektische Benutzen des Lichtschalters wurde mit Applaus und Jubel bedacht.

Auf Anhöhen ließ sich erahnen, wie viele Menschen hier eigentlich unterwegs sind – sowas habe ich noch nie erlebt! Ein scheinbar unendlicher Strom von Menschen, der kilometerlang durch die Stadt zog – kein Bild würde irgendwie auch nur ansatzweise den Großteil derer zeigen, die an diesem Tag auf die Straße gingen.

Allerdings gab es auch einige Menschen, die an der Mall ausrasteten und diese mit Steinen und Betonplatten bewarfen. Was ich aus der Entfernung nur erahnen konnte, sah im Fernsehen relativ hart aus: die Glasfassade der Mall hat gelitten und eine zuvor anscheinend vorsorglich positionierte Polizeieinheit knallte die eindringenden Demonstranten aus der Mall. Straßensperren und Molotowcocktails gab es auch zu sehen, waren aber anscheinend die Ausnahme.

brasilienspezial4Für mich persönlich war es äußerst beeindruckend, so viele Menschen auf einem Fleck zu sehen, die alle mit demselben Anliegen auf die Straße gehen. Menschen jeden Alters, Größe, Geschlechts, politischer Einstellung, unterschiedlichster Gesellschaftsklassen und völlig anderen Berufen haben für eine Sache eingestanden, nämlich ein besseres Brasilien. Dafür gebührt dem Land tiefster Respekt, denn es wurde mehr als nur Menschen bewegt:

Einen Tag später bereits verkündete Brasiliens Präsidentin Rousseff, dass zukünftig mehr Geld in Bildung und Gesundheit investiert werden solle, was durch Einnahmen aus den Ölverkäufen des Landes gedeckt werden solle. Ebenfalls solle ein Plan zur landesweiten Verbesserung der öffentlichen Nahverkehrssysteme entwickelt werden. Die Buspreiserhöhung wurde letzten Endes auch zurückgenommen.Allerdings verurteilte die Präsidentin Brasiliens auch den gewalttätigen Anteil der Demonstranten, was sie mit der Aussage, Gewalt sei keine Gesprächsgrundlage, untermauerte. Unerwähnt bleiben sollten aber nicht die vielen hundert Verletzten dieses Abends – hauptsächlich durch Gummigeschosse der Polizei.

An diesem Abend wurde im Land mit Sicherheit keine Revolution losgebrochen, aber mit dem Willen des Volkes und hunderten von Städten voller Menschen, die für das selbe Anliegen auf die Straße gingen, wurde die Regierung zum Einlenken gebracht. Im protestfaulen Deutschland undenkbar!

Die Proteste in Brasilien haben für den Confed-Cup auch geringfügige Auswirkungen gehabt: Die Nationalhymne wurde durch die Torcidas der Seleção nach Anpfiff gesungen und nicht zur eingespielten Musik. Für die Gäste aus den verschiedenen anderen Ländern wurde also auch so gezeigt, dass die Menschen unzufrieden sind. Diverse Spieler der Nationalmannschaft solidarisierten sich mit den Protestierenden, was letztlich vom Verband geduldet wurde.

Beim Confed-Cup wurde mir aber auch eine ganz andere Seite gezeigt: Wie der Fußball in Brasilien gelebt wird, ist einfach großartig! Es gab lediglich ein Spiel der Seleção, welches in der heimischen Wohnung angesehen wurde. Jedes Mal war bei einem Spiel der Seleção für mich etwas anderes geboten. In einer Bar gab es pro Tor der Gelben einen Caipi aufs Haus, was schon ziemlich nett war, beim Spiel gegen Japan ging es richtig rund: In der Shock Bar in Natal wurde lecker zu Mittag gegessen, um anschließend bei viel Bier gemütlich das Spiel zu verfolgen. Danach live gespielter Forró, eine feiernde Meute in der Bar und zahlreiche Schönheiten mittendrin. Die Party ging bis lang in die Nacht, aber ohne komische Aufsteckirokesen, Cowboyhüten oder sonstigem Schrott. Die Leute kommen mit Trikot, Chinos und Flip-Flops in die Bar und feiern bis etwa 22-23 Uhr, bis es dann weiter in die Stadt geht. Sehr schön!

Bei einem anderen Spiel wurden wir spontan zum gemeinsamen Anschauen in ein Apartment in Strandnähe eingeladen – Mit Churrasco Service, Liveband und allerlei Flüssignahrung für vielleicht 20 Leute. Es ist schön, wie man dort empfangen wird – alle Menschen waren sehr freundlich zu uns und ungefragt bekamen wir jeweils einen dicken Teller mit Grillfleisch, Salat und einem kühlen Bier dazu gestellt. So lässt es sich definitiv aushalten! Zu späterer Stunde, als die werte Gattin, in die der werte Gatte bestimmt auch schon den ein oder anderen Real investiert hat, auf die Idee kam, singen zu müssen, ging es richtig rund. Alle fingen an zu musizieren und schnell hatten sich diverse Leute gefunden, die verschiedene Instrumente spielen konnten. Spontaner Sambajam nach dem Spiel – Sehr geil! Sich die Spiele gemeinsam in Bars anzuschauen ist in Brasilien also absolut normal, es gehört zu der Fußballkultur genauso wie das Bier.

Obwohl die Menschen allen Grund dazu hatten, das Gegenteil zu tun, wurde die Seleção in ihrem Land unterstützt und die Stadien gefüllt. Der Fußball ist in Brasilien viel zu sehr in die Gesellschaft und das Leben der Menschen integriert, als dass es möglich wäre, sich dagegen zu stellen. Die Menschen, die an ihren Vereinen hängen, unterstützen die Seleção ähnlich enthusiastisch und Brasilien ist für mich vielleicht nicht die Heimat des Fußballs, aber auf jeden Fall Heimat einer großartigen Fußballkultur, an welcher man sich ein Beispiel nehmen kann. Andererseits sind viele Brasilianer der Meinung, ihr Land sei Teil der 2. oder gar 3. Welt und viele Milliarden wurden in die WM investiert, obwohl sich die Bevölkerung nach einem besseren Gesundheitssystem sehnt oder für bessere Bildung ihre Stimme erhebt.

Sepp Blatter, Präsident der FIFA, sieht sich in keiner Schuld, da Brasilien die WM nicht aufgezwungen wurde. Wie so oft, wird sich in diesem Konstrukt die gegenseitige Schuld zu geschoben und keiner möchte die Verantwortung dafür übernehmen, dass die WM letztlich nach Brasilien vergeben wurde.

Letzten Endes ist es schlicht und ergreifend nicht mehr zu ändern, aber ob in Brasilien in diesem Jahr eine WM angebracht ist, darf in Frage gestellt werden. Beispielhaft und für mich symptomatisch ist, dass in Brasilía ein komplett neues WM-Stadion gebaut wird, welches nach dem Turnier nicht weiter genutzt wird. Es gibt dort einfach keine großen Vereine. Die Arena das Dunas in Natal wird zukünftig auch nur sporadisch für die Clasicos genutzt. ABC besitzt bereits ein schönes Stadion, América stellt sein neues in Kürze fertig und der etwas kleinere Verein Alecrim FC kann dank eines Investors auch bald ein eigenes Stadion beziehen. Zur WM kann man also sagen, dass sie fußball-kulturell gesehen auf jeden Fall bestens aufgehoben ist, ob Brasilien sich jedoch diesen „Luxus“ einer WM leisten kann, darf bezweifelt werden – Werden wir sehen, was daraus wird!

In den letzten Zeilen dieses Teils möchte ich noch einmal den Menschen in Brasilien meinen Respekt und Dank aussprechen – Mir wurde beispiellos gezeigt, wie man als Volk ein Ziel erreichen kann – Das ist absolut beeindruckend gewesen!

 

Lest demnächst Teil 3: Garra Alvinegra – „Die Gruppe“ von ABC Natal

UdH# 101: Betze vs FSV Frankfurt

Nachdem unser Traum über den deutsch101coveren in den europäischen Pokal zu gelangen, am Mittwoch in München völlig überraschend platzte, gilt es nun wieder volle Konzentration für den Liga-Endspurt aufzubringen. Motivation sollte sich aus vielerlei Punkten ziehen lassen: Unsere Mannschaft scheint sich gefangen zu haben, die letzten Auftritte machen Mut, Youngster wie Jean Zimmer verleihen dem Team einen neuen Spirit. Das Beispiel Dominique Heintz hat gezeigt, dass ein zu großer Hype um junge Talente nicht förderlich ist, zu hohe Erwartungen zu viel Ballast bedeuten können. Zimmer kann nur einer der Namen heißen, mit denen es eine Truppe von „Jungen Wilden“ aufzubauen gilt – ungeachtet davon, in welcher Liga sie in der nächsten Saison antreten wird. Der Betze sehnt sich nach jungen, hungrigen Spielern und nach einem frischen Wind! Diesem Thema widmet sich unser heutiger Gedankensprung.

Bevor ihr euch mit Unter die Haut Ausgabe 101 auf die Heim-Partie am Ostersonntag gegen den FSV Frankfurt einstimmt, gilt allen München-Fahrern von Mittwoch ein Wort des Dankes! Der Treffpunkt am Viktualienmarkt hat viel Freude gemacht und tatsächlich einen Hauch von Europapokal versprüht. Umso bedauerlicher, dass die Exekutive alles daran setzte, uns in die Suppe zu spucken. Doch auch das bestärkt uns zumindest in einer Sache: machtdumm und obrigkeitshörsam wie das USK, kleingeistig und bierzelttrottelig wie die Wachtmeister, spießig und versnobt wie die Münchner, kalt und kulturlos wie die Arena, konsumbeschränkt und nach Erfolg klatschend wie die FCB Fäns… Lautrer, so werre mer nie! Haltet das Feuer am lodern!

 

Gedankensprung: Zeit für den Neuanfang?

Groß ist die Ratlosigkeit, groß ist der Frust: Nach einem vielversprechenden Start in die Saison 2013/ 2014 träumte die Pfalz bereits von der Rückkehr ins Oberhaus. In Dresden Ende November dann der gefühlte Einbruch. Durch einen groben Abwehr-Schnitzer wurden nicht nur Ball und Punkte hergegeben, die Selbstsicherheit schien in der Elbe ertränkt.

Zuvor gab es schon negative Ausreißer, wie die 4:0 Niederlage in Aalen oder das 1:0 gegen die überraschend starken Sandhausener um Ex-Lautrer Denis Linsmayer. Zu Hause allerdings blieb der Betze bis dato ungeschlagen. Das sollte sich nach Dresden ändern: Es folgten Heimniederlagen gegen Düsseldorf (0:1), Paderborn (0:1) und Aalen (1:2). Auswärts ging man in Aue (1:0) und Cottbus (1:0) leer aus. Während Siege gegen Ingolstadt (1:2), Fürth (2:1), Sandhausen (2:1) und München (0:1) die Hoffnung auf ein gutes Ende immer wieder nährten, sorgte die zuletzt zunehmende Zahl von Unentschieden (Köln, Bielefeld, Karlsruhe, Bochum) dafür, dass der Aufstieg auf leisen Sohlen entwich. Ein Sterben auf Raten. Dank dem Last Minute Coup auf St. Pauli darf weiterhin gerechnet werden.

Trotz zwischenzeitiger Erfolgserlebnisse lief es seit Jahresbeginn meist  in Dauerschleife: Montags noch vollends gefrustet, baut sich über die Woche hinweg doch eine unerschütterliche Fußball-Vorfreude auf. Sie gipfelt in einem grundlosen Optimismus: „Nächstes Wochenende folgt die Wende“. Warum aber bleibt der Lernprozess aus? Weil einem Fußballromantiker nichts anderes bleibt, als darauf zu hoffen? Weil der „Blick hinter die Kulissen“ unangenehm ist? Bedenklich ist, dass sich zuletzt eine unerträgliche Gleichgültigkeit untermischte.

Wer nach der Partie gegen Bielefeld das persönliche Gespräch mit den Spielern am Steinbruch suchte, dem fällt schwer zu glauben, die Mannschaft ziehe an einem Strang. Albert Bunjaku stand nicht auf dem Platz, beteuert im persönlichen Gespräch dennoch beharrlich, alle Spieler wollten in Liga Eins, unabhängig von der Gültigkeit ihrer Verträge. Srdjan Lakic bekundet, er gebe bereits alles, um seinen Mitspielern „in den Arsch [zu] treten“. Auch andere Akteure stellen sich und zeigen Verständnis. Woran es liegt, kann keiner sagen. Was auffällt ist, dass es immer die gleichen Gesichter sind, die zusammen mit den Mitglieder und Fans über die Ursachen der Misere grübeln. Ein Karim Matmour versucht derweil sich ungesehen an einem Seiteneingang aufsammeln zu lassen, zu einem kurzen Gespräch ist er nicht bereit – „Ich will nach Hause!“.

Lassen wir uns von den jüngsten Ereignissen nicht blenden, lautet das realistische Zwischen-Resümee leider: Das wird dieses Jahr nichts, es kann nichts werden. Dafür liegt zu viel im Argen. Wie ein in Panik geratener Schiffsbrüchiger greift der FCK verzweifelt nach allem, klammert sich an jeden Strohhalm. Selbst wenn es gelingt sich über die Relegation oder gar Platz Zwei zu retten, braucht es ein Wunder, damit das FCK Fandasein in den nächsten Jahren mehr Lust als Frust wird.
Tatsache ist, dass es an einem langzeitorientierten Konzept fehlt: es gibt keinen Sportdirektor, Eigengewächse bekommen wenig Chancen zu reifen, sich zu etablieren, in Puncto Jugendarbeit sind wir längst abgehängt im Südwesten, die Personalfluktuation auf dem grünen Rasen ist schlichtweg eine Katastrophe. Verpflichtungen scheinen vielmehr nach dem Gießkannen-Prinzip als durchdacht und mit Blick auf eine langfristige Entwicklung zu geschehen. Wir leben von der Hand in den Mund, warten darauf, dass ein Wunder geschieht und nächste Saison alles besser wird. Die Verantwortlichen beschönigen die Lage bis zu einem Punkt, an dem die Fakten es nicht mehr zulassen. Dann heißt es „Tradition gewährt keine Zeit“ oder „Unser Budget lässt dies und das nicht zu“.

Das sportliche Auftreten stellt die Basis unseres Vereins dar, davon hängen Image und letztlich das ganze Wesen des FCK ab. Eine charakterstarke Einheit auf dem Platz lässt sich nicht eben in der Sommerpause zusammenkaufen, sondern will kontinuierlich aufgebaut werden. Ein überzeugendes Zukunfts-Konzept ist alles. Es verdient Geduld und bekäme sie von Mitgliedern und Fans wohl auch eingeräumt. Auf Typen wie Jean Zimmer zu setzen, könnte der erste Schritt auf diesem neuen Weg sein. Einer authentischen, jungen Truppe verzeiht man Fehler eher, sie ist glaubwürdig und wirkt identifikationsstiftend. Das muss unser Anspruch sein. Das Gros des aktuellen Kader entspricht dieser Philosophie offensichtlich nicht. Nach dem Unentschieden beim Karlsruher SC hatte „Coach Kosta“ davon gesprochen, dass eine Hälfte des Teams spielen wollte und Körpersprache gezeigt habe, die andere Hälfte habe nicht gekonnt oder nicht gewollt. Eine Erkenntnis, die ohne Konsequenzen blieb.

Der FCK braucht ein Stück weit breitere Strukturen: Nicht nur im wirtschaftlichen, sondern vor allem im sportlichen Sektor müssen Verantwortliche klar benannt und mit Kompetenzen ausgestattet sein. Hier bedarf es (Meinungs-) Vielfalt für ein konstruktives Miteinander! „Neuanfang jetzt“ ist die Aufforderung zum Umdenken, nicht um Unruhe zu stiften, sondern um wach zu rütteln und die um sich greifende Gleichgültigkeit im Vereinsumfeld zu stoppen. Es ist Zeit die Weichen zu stellen – für unseren FCK!

 

Hier geht es zur kompletten Ausgabe 101!

Never forget the 96!

15. April 1989, 15:06 Uhr: Das FA-Cup-Halbfinale zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forrest wird nach sechs Minuten Spielzeit abgebrochen, da ein Block mit Fans des FC Liverpool völlig überfüllt ist. 96 Menschen kamen bei der Tragödie im Hillsborough Stadium zu Sheffield ums Leben.

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Zum 25. Jahrestag gedenken weltweit Fußballfans den Opfern. 11Freunde zeigt eine Bildergalerie mit dem Titel „25 Jahre Hillsborough – Die Fußballwelt steht still„.

UdH# 100: Betze vs Bochum

100coverEINHUNDERT Ausgaben „Unter die Haut“ Spieltagsgazette! Zum Jubiläum haben wir uns – wie schon bei Nummer 50 – etwas besonderes ausgedacht. Bevor ihr nun in das 32-seitige Werk eintaucht, stöbert und schwelgt, sei uns noch ein praktischer Hinweis zum Daily Business erlaubt:

 

Aufgrund des gesetzlichen Tanzverbots wird die „Wir alle sind K-Town“ Vol. 6 auf den 14. Juni verschoben! Auch das Line up ändert sich ein wenig. Leider kann Luki Ggf den neuen Termin nicht wahrnehmen, dafür haben wir mit der Band „The Watching“ einen weiteren live act am Start. Wir hoffen ihr erscheint dennoch wie immer zahlreich und gut gelaunt.

 

Wie ihr gleich feststellen werdet, kommen in Ausgabe# 100 viele Menschen zu Wort, die den Weg des „Unter die Haut“ bis heute begleitet haben: Die Initiatoren, die Schreiberlinge der ersten Stunden, Leserinnen und Leser aus der FCK Fanszene, Fanclubs, Fanvertretung, Fanprojekt,… sowie natürlich die Hauptprotagonisten selbst: die Mädels und Jungs des Arbeitskreis UdH, die auch bei dieser Ausgabe nicht müde wurden, euch mit Leidenschaft und Fleiß ein lesenswertes Paket zu schnüren. Wir wünschen allen viel Spaß damit und den Beteiligten eine schöne Jubiläumsfeier, genießt den Tag! Vielleicht trägt die Mannschaft etwas zum Gelingen bei. Auf 100 Ausgaben UdH!

 

JulianM, 21 Jahre

Ich weiß nicht mehr genau die Ausgabe, zu der ich meinen ersten Text beisteuerte. Müsste was in den frühen 30ern gewesen sein. Jetzt, rund 4 Jahre, gut 70 Spieltagsausgaben, ein paar Sonderausgaben – nicht zu vergessen unser UdH kids – und natürlich die beiden plus-Ausgaben später, sitze ich zuhause vor meinem Laptop und versuche ein paar Zeilen zu finden, um zu beschreiben, was das „Unter die Haut“ für mich bedeutet. Ich will es mal mit einer kurzen Story versuchen. Direkt nach der Spieltagsterminierung habe ich – recht spontan – bei meinem Chef für den Montag Urlaub eingereicht. Dieser meinte freundlich „Kein Problem, aber darf ich fragen, warum sie so spontan Urlaub brauchen?“ – „Äh, Familienfeier an dem Sonntag…“ 😉
Ich bin stolz ein Teil unseres Kurvenflyers zu sein, und so stetig an der Weiterentwicklung unserer Gruppe „Frenetic Youth“ mitzuwirken. Möge die Reise noch lange weitergehen!

Wir ihr gemerkt habt, ist diese Ausgabe etwas besonderes. Dennoch ist wichtig, auch die Mädels und Jungs zu Wort kommen zu lassen, die Spiel für Spiel immer wieder eine geile Ausgabe in die Tasten zaubern.
Also dann: Sagt, was ihr zu sagen habt!
Keep on writing!

RobertHD, 24 Jahre

Mir persönlich ist die Mitarbeit im Arbeitskreis echt ans Herz gewachsen. So kann ich mich trotz Wohnsitz in München problemlos an der Arbeit beteiligen. Als Leiter des UdH-Patenmodells ist es für mich auch echt erfreulich zu sehen, wie sich mit der Zeit die neuen Schreiber aus dem Förderkreis entwickeln bzw. entwickelt haben. Das ist für mich auch ein Zeichen, dass wir hier im Arbeitskreis alle wirklich gute Arbeit leisten. Darauf können alle stolz sein! Auf die nächsten 100 Ausgaben!

Ruven, 25 Jahre

Seit knapp sechs Jahren gibt es zu jedem Heimspiel ein Unter die Haut zu bestaunen. Trotz Druck-, Layout- oder sonstigen Schwierigkeiten haben wir es echt geschafft, jedes Mal eine solide Ausgabe an den Start zu bringen. Das hätte wohl zu Beginn des Projekts niemand für möglich gehalten! Wahnsinn!

Mit dem UdH verbinde ich Qualität, eine Menge Arbeit, einen coolen Arbeitskreis und Hammer-Partys. Die Reise wird weitergehen, ich habe auf jeden Fall weiterhin Lust drauf! Auf die nächsten 100 Ausgaben!

DominikP, 16 Jahre

Genau ein Jahr ist es nun her, seitdem ich mit dem Schreiben für unser Fanzine Unter die Haut begonnen habe. Ein dreiviertel Jahr durfte ich mich durch die Patenschule von Robert boxen, ehe ich Anfang Februar festes Mitglied des Arbeitskreises UdH wurde. Viele Texte wurden von mir geschrieben und noch mehr Themen zusammengekratzt, um unser Heftchen möglichst voll zu bekommen. So wünsche ich unserem Fanzine alles Gute zur #100sten Ausgabe und auch in der Zukunft auf weitere hunderte, wenn nicht sogar TAUSENDE Ausgaben unserer Unter die Haut!

TimR, 14 Jahre

Lang‘ ist es jetzt her, als ich meine erste UdH Ausgabe in den Händen hielt. Es war die 52. Ausgabe beim Heimspiel gegen den FC Augsburg, Anfang der Saison 2011/2012. Nun einige Jahre später wirke ich selbst als UdH-Pate beim Kurvenflyer mit. Wer hätte das vor knapp drei Jahren gedacht? Als Mitglied des Förderkreises kam ich Ende letzten Jahres auf den Arbeitskreis Unter die Haut und trage seitdem meine Beiträge zum Kurvenflyer bei. Letztendlich wünsche ich mir weiterhin so viel Spaß mit dem Schreiben von Texten als Pate für das UdH und gratuliere ebenfalls zur 100. Ausgabe Unter die Haut!

TobiG, 22 Jahre

Seit nunmehr 30 Ausgaben „unter die Haut“ wirke ich nun aktiv an der Gestaltung unseres Kurvenorgans mit und muss sagen, dass es mir riesen Spaß macht jede Woche aktiv an der Arbeit der Redaktion teilzunehmen.
Auch wenn die Arbeit am Ende einer Ausgabe manchmal etwas stressig wird, ist es Woche für Woche eine große Bereicherung für mich. Ein persönliches Ziel mit dem udh wäre natürlich die 200. Ausgabe mitzuerleben zu dürfen und aktiv mitzugestalten. Auf ein riesen Fest – udh!

Conny, 29+3 Jahre

Das UdH ist für mich die „Stimme“ von Frenetic Youth: „meiner“ Gruppe. Und „Youth“, also Jugend war für mich noch nie eine Sache des Alters. Ich habe die „20er-Grenze“ längst überschritten und dennoch beschreibt „Jugend“ für mich vielmehr ein Lebensgefühl von Freiheit und Unbeschwertheit, Dinge kritisch zu hinterfragen und sich nicht allen gesellschaftlichen Gegebenheiten wortlos zu unterwerfen! Mir persönlich bietet das UdH die Möglichkeit, solche Werte, die mir und meiner Gruppe wichtig sind, weiterzugeben und unsere Ideale an die Jüngeren zu vermitteln. Ein positiver Nebeneffekt der ganzen Sache ist außerdem, dass man immer auf dem Laufenden ist, was in der Fußballszenewelt so vor sich geht. Ich bin stolz, Teil von FY und gleichzeitig Teil des UdH zu sein. Auf die nächsten 100 Ausgaben!

JonasM, 22 Jahre

Ich bin noch nicht sehr lange im Team um das Udh. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit dem Teilbereich der Rising Subculture und schreibe dort zu Entwicklungen einer der größten Jugendkulturen in Deutschland. Diese kritischen und oft tiefgründigen Themen sind für mich eine Möglichkeit das UdH eventuell auch im Vergleich zu anderen Ultraszenen in Deutschland vorranzubringen.
Keep on Rising!

Neubi, 20 Jahre

100 Ausgaben „Unter die Haut“ stehen für:
eine hohe inhaltliche Qualität – Locke, Flo, Netzer, Pat, Alex, Julian, Ruven – Saarland copy Mafia – feinsten UdH Wein – sonntäglichen „Schreibstress“ – Ultra – Stadt – Kurve – Verein – Fußball – FY – Subkulturen – Spaß – Ehrgeiz – Stolz – Freundschaft – Stress – Chaos – „Unter die Haut Blog“ – „Unter die Haut plus“ – MAXIMUM RESPECT!

Uli, 20 Jahre

Als ich meine Mitarbeit im Arbeitskreis begann, war die 50.Jubiläumsausgabe noch druckfrisch und ein neuer Drucker konnte durch die Jubiläumsparty ermöglicht werden. ,,Saufen für nen neuen Drucker!“ 50 weitere Ausgaben vergingen wie im Flug – Die Qualität, der Umfang und die Abwechslung des Kurvenflyers erreichten dabei immer wieder neue Dimensionen. Ein besonderer Dank geht an die zuständigen Leute der Redaktion, des Layouts und Drucks, die das UdH seit der 1.Ausgabe am Laufen halten und Woche für Woche Ihre wertvolle Freizeit investieren, sodass beim nächsten Heimspiel eine neue Ausgabe erscheint! Hut ab! UdH #100!

Andi, 27 Jahre

Ich bin erst seit kurzem im Arbeitskreis aktiv. Das UDH bedeutet für mich persönlich vor allem eine Möglichkeit zu haben, meine eigenen Gedanken in einem gewissen Rahmen  auszudrücken. Beim Schreiben und Recherchieren eines Textes habe ich die Möglichkeit mich intensiv und refklektiert mit dem Thema auseinander zu setzen. So erhalte ich, und die Leser hoffentlich auch, eine viel fundiertere Meinung über ein gewisses Thema. Wichtig ist mir auch, dass das UDH Platz bietet für kritische Themen, die in den Medien vielleicht nur
wenig oder gar keine Betrachtung finden.

Pat, 25 Jahre

Die Geschichte des „Unter die Haut“ zeigt, mit welcher Dynamik sich eine einst fixe Idee entwickeln kann. Aus einer übersichtlichen Schreiber-Riege ist ein top organisierter Arbeitskreis erwachsen, ein Projekt, in das sich viele junge Menschen engagiert und verantwortungsvoll einbringen. Es ist wunderbar zu sehen, wie diese Erfahrungen die Beteiligten prägen und miteinander verbinden. Das „Unter die Haut“ hat sich zu einer Institution bei FCK-Heimspielen gemausert, eine zuverlässige Informationsquelle und ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Gruppe Frenetic Youth und seines Umfeldes. Chapeau an alle UdH’ler für 100 Mal „Ultra‘ Propaganda“!

Flo, 25 Jahre

Sommer 2008: „Wer layoutet unseren neuen Kurvenflyer?“ – „Ok, ich machs… aber nicht für immer!“
Sommer 2014: Ich bin immer noch da.

Netzer, 25 Jahre

Als wir vor fast sechs Jahren mit dem Unter die Haut angefangen haben, konnten wir nicht voraussehen, was das Ganze für eine Entwicklung nehmen würde. Am Anfang kamen die Texte von 3-4 Leuten, dazu eine Person für das Layout und dann alle gemeinsam tackern und falten. Auch das Drucken war immer wieder abenteuerlich, so wurden die Drucker unserer Arbeitgeber doch ziemlich strapaziert. Ich bin wirklich stolz auf das, was sich da in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Unter die Haut Redaktion ist stetig gewachsen, integriert junge Leute mit Interesse am Schreiben, hat das FY Fanzine Unter die Haut plus herausgegeben und jetzt mit dem UdH-Blog ein weiteres cooles Projekt am Start. Die Qualität der Texte ist stetig gewachsen und ganz besonders gefällt mir, dass die Grundidee, nämlich den Blick über den Tellerrand zu werfen, weiter so verfolgt wird. Ein riesen Lob an alle Schreiberinnen und Schreiber. Macht weiter so, dann sind die nächsten hundert Ausgaben kein Problem.

Stefan , 19 Jahre

100 Ausgaben Unter die Haut – Grund genug für mich noch mal die alten Udh’s auszugraben, die sich im Lauf der Zeit angesammelt haben. Was bei den ersten Ausgaben mit einem doppelseitig bedruckten Faltblatt und geringer Auflage angefangen hat, wurde über die Zeit immer dicker und optisch immer ansprechender. Ins Auge springt natürlich die 50. Ausgabe, welche als einzige farbig ist und gefühlt letzten Sommer erst rauskam. Und natürlich die 51. Ausgabe, welche mit 44 Seiten wohl die umfangreichste Ausgabe war. Kaum zu glaub, dass das schon wieder fast 3 Saisons her ist, 3 Saisons an denen auch weiterhin immer ein informatives Unter die Haut am Start war. Dafür können sich alle Schreiberlinge heute mal bei einem Bierchen auf die Schulter klopfen! Auf Uns! Keep on Rising, Udh!

Lukas, 18 Jahre

Pah, schon die 100. Ausgabe und es kommt mir so vor, als hätten wir gestern erst die 50te gefeiert, echt krass. Viel habe ich über’s UdH so spontan gar nicht zu sagen. Optisch und inhaltlich ein gutes Heft, welches sich stetig weiterentwickelt. Danke an alle mitarbeitenden Arbeitskreis-Mitglieder, auch wenn ihr meinen Nikotin- und Kaffeekonsum doch manchmal erheblich fördert, wenn mal wieder einige Texte fehlen und ich nicht layouten kann 😉

Hier geht es zur kompletten Ausgabe 100!

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