UDH# 120: BETZE VS BTSV

UnbenanntLiebe „UdH“-Leserschaft!

Es geht wieder los! Wir begrüßen euch zum ersten Heimspiel der Saison 2015/2016! – Nach der nicht zufriedenstellenden Vorsaison, in der gerade die Schlussphase etliche Enttäuschungen mit sich brachte und die Aufstiegschance in den letzten Begegnungen fast komplett verspielt wurde, finden wir uns auch in dieser Saison im Starterfeld der zweiten Fußball-Bundesliga wieder. Wie üblich, werfen wir in der ersten Ausgabe der neuen Saison einen Blick voraus und beleuchten die sportliche Zukunft unseres 1. FC Kaiserslautern e.V. hinsichtlich der bislang getätigten Spielertransfers.

Die Sommerpause in unseren Reihen gestaltete sich hingegen ruhiger als in den letzten Jahren. Zu erwähnen ist sicherlich die 7. Auflage unserer Partyreihe „Wir alle sind K-Town“. Mit knapp 300 feierwütigen Leuten wurde der Kramladen ein weiteres Mal abgerissen. Dabei wurde die Location einmal mehr ihrem Ruf als Schmelztiegel der Subkulturen in Kaiserslautern gerecht. Es vermischten sich Leute unterschiedlichster Couleur und feierten gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden. Das bunt gemischte Line-Up aus Hip Hop, Rap, Dancehall und elektronischer Tanzmusik stellte die Grundlage für eine erfolgreiche Veranstaltung, die einerseits immer weiter wächst, andererseits nach wie vor regionalen Künstlern eine Bühne bietet, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Es macht uns glücklich und stolz zu sehen, welch einen Stellenwert die WASK bereits erreicht hat. Aus diesem Grund werden wir weiter an unserer Strategie festhalten, mit dem Ziel, die WASK als Pflichttermin im Partykalender der Stadt zu etablieren. Wir alle sind K-Town!

Wir hoffen, dass die neue Saison ähnlich erfolgreich verläuft, sei es sportlich wie auch aus Sicht der treuen Fans der Roten Teufel. Doch auch intern wollen wir kräftig aufs Gaspedal drücken und das „Unter die Haut“ qualitativ weiter vorantreiben. Hierzu benötigen wir euch! Kritik, Wünsche oder Lob, wie immer gerne, an udh@frenetic-youth.de, oder quatscht uns einfach im Stadion an. Konstruktives Feedback in jeglicher Form hilft uns, das UdH noch spannender zu gestalten und die Qualität der Beiträge kontinuierlich zu erhöhen. Mit Blick auf die Themenliste der heutigen UdH-Ausgabe darf sich die Leserschaft auf eine abwechslungsreiche und ordentliche Themenvielfalt freuen: Im Gepäck sind, neben dem Gegnerbericht der Kohorte aus Duisburg, viele interessante News und Entwicklungen in den Fanszenen sowie des Volksports Fußball. Aber lest selbst!

Doch nun genug der einleitenden Worte. Wir freuen uns auf eine stimmungsvolle und hoffentlich erfolgreiche Saison.
Vorwärts Westkurve!
Vorwärts 1. FC Kaiserslautern e.V.!

Hier geht`s zur kompletten Ausgabe 120!

Rot-Weiße Hilfe ruft zur Unterstützung auf

logoIm Nachgang der Auseinandersetzungen auf der Südtribüne im Spiel gegen den KSC letzten Jahres, gab es seitens Polizei und Staatsanwaltschaft rege Ermittlungen. Ein Großteil dieser Ermittlungen ist mittlerweile beendet. In der Mehrzahl der Fälle wurden Geldstrafen verhängt, die jedoch teilweise im vierstelligen Bereich angesiedelt sind.

Wir schließen uns daher dem Unterstützungsaufruf der Rot-Weißen Hilfe an. Spendet und helft den Betroffenen! Weitere Infos zur RWH unter: http://rot-weisse-hilfe.de/

 

Hier der Aufruf der Rot-Weißen Hilfe:

Hallo FCK-Fans,

wir brauchen eure Unterstützung. Sicherlich könnt ihr euch alle noch an das Hinspiel gegen den KSC in der letzten Saison erinnern. Dort kam es zu einem Angriff Karlsruher Fans gegen andere FCK-Fans. Im Zuge dieser Situation kam es zu Auseinandersetzungen auf der Südtribüne. Viele der Beteiligten sahen sich im Nachgang mit Strafbefehlen im vierstelligen Bereich konfrontiert. In den von uns betreuten Fällen wurden Einsprüche eingelegt. Die Staatsanwaltschaft griff daraufhin zu ungewöhnlichen Methoden, in dem sie bei fast allen Betroffenen sogenannte Kontoauskünfte einholte. Dies stellt einen bisher ungewohnten Eingriff in das Bankgeheimnis dar, mit der Folge, dass Druck auf die Betroffenen ausgeübt werden sollte, um die Einsprüche entweder wieder zurückzuziehen oder um die Betroffenen vor Gericht damit vor den Kopf zu stoßen. Die bisher getätigten Verfahren bestätigen diese Konsequenzen. Wurde der Einspruch nicht zurückgezogen, erhöhten sich die Geldstrafen bei fast allen.  Somit konnte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern erreichen, dass fast alle Verfahren zu einer Verurteilung führten. Doch diese Art und Weise hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Den Betroffenen wurde damit nicht nur die Möglichkeit genommen, durch ein (faires) Verfahren einen positiveren Ausgang oder gar einen Freispruch zu erreichen, sondern die finanzielle Situation der Beschuldigten wurde zum Mittel staatsanwaltlicher Argumentation. Ein auf Fakten geführtes Verfahren war damit kaum möglich und Verurteilungen mit Geldstrafen – teilweise im mittleren vierstelligen Bereich – waren die Folge.

Da die entstandenen Geldstrafen und Prozesskosten für die Meisten nicht stemmbar sind, bitten wir euch um eure finanzielle Unterstützung und Solidarität mit den Betroffenen.

Spendet oder werdet Mitglied bei der Rot-Weißen Hilfe! Jede Summe zählt!

Ihr habt die Möglichkeit zweckgebunden für die oben erwähnten Verfahren im Zuge des Karlsruhe- Heimspiels zu spenden (nutzt dafür den Verwendungszweck „FCK KSC“) oder eine zweckungebundene Spende zu tätigen. Das Geld kann dann auch für andere  Zwecke – falls die Kosten für die Verfahren bereits gedeckt sind – verwendet werden.

Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge werden nur zur Unterstützung bei der Begleichung der Anwalts- und Gerichtskosten eingesetzt.

Vielen Dank – auch im Namen der Betroffenen!

Eure Rot-Weiße Hilfe.

Bankverbindung:
Rot-Weiße Hilfe Kaiserslautern
Volksbank Kur- und Rheinpfalz
IBAN: DE91 5479 0000 0001 3257 10
BIC: GEN0DE61SPE

Wir alle sind K-Town vol. 7

…in 3 Tagen ist es soweit, nach langer und intensiver Planung steht die 7. Auflage „Wir alle sind K-twon“ kurz bevor. Wie gewohnt wird der Kramladen von lokalen Acts übernommen. Noch nie waren so viele Künstler ein Teil der Party, wie in diesem Jahr.

Ein Aufruf an die Subkulturen, die Jugend und alle anderen Personen der Stadt – Kommt vorbei!

Beginn: 21:00

Eintritt: 5€

 

 
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Lesenswert: Zwischen Anpassung und Widerstand

Unbenannt

Die Saison ist zwar beendet – unser Blick über den Tellerrand jedoch nicht. Wir wollen euch auch in der Sommerpause mit Sehens- und Lesenswertem sowie dem einen oder anderen Text unsererseits auf dem Laufenden halten, was so in der (Fußball-/ Ultra-) Welt vor sich geht.

Den Anfang macht ein Blogeintrag des „Lower Class Magazine„, in dem es über die aktuelle Situation der Ultras in der Türkei geht. Wir haben euch bereits hier aufm „Unter-die-Haut“-Blog über die Rolle der Ultras der drei großen Istanbuler Vereine während der Gezi-Park Proteste bzw. der Proteste gegen die Erdogan-Regierung informiert und möchten euch nun mit diesem Blogeintrag auf den neuesten Stand in bringen. Also: Viel Spaß beim Lesen!

Hier geht’s zum Blogeintrag: Zwischen Anpassung und Widerstand – Zur Situation der türkischen Ultras im Jahr 2015

UDH# 119: BETZE VS INGOLSTADT

Unbenannt

Servus Fans des 1. FC Kaiserslautern e.V., und willkommen auf dem Betzenberg zum letzten Spiel der Saison 2014/2015 gegen den FC Ingolstadt. Der in den letzten Jahren so richtig aufgemotzte Club von der Donau steht bereits seit dem letzten Spieltag als Bundesliga-Aufsteiger fest und die ganze Liga wird sich mit Sicherheit bereits jetzt auf die Spiele gegen die ach so tollen Ingolstädter freuen…!

Nun ja, das Ziel Bundesligaaufstieg wollte in der Pfalz zunächst so schnell keiner laut aussprechen. Zu Beginn dieser Saison vollzog man mal wieder einen radikalen Umbruch innerhalb des Mannschaftsgefüges. Mehr oder weniger verdiente Spieler mussten den Verein verlassen und man setzte zunehmend auf junge, noch unerfahrene Spieler, die größtenteils aus der eigenen Jugend rekrutiert werden konnten. Aufgrund dieser Umstände sah man das Ziel Bundesligaaufstieg sowohl auf Vereinsseite als auch innerhalb der Fanszene zunächst als utopisch an.

Als die Mannschaft es dann aber von Beginn an schaffte, guten Fußball zu spielen und nahezu jede gegnerische Mannschaft im Griff hatte, wurde zumindest im Fanlager nach dem Aufstieg gelechzt. Allerdings ließ man auch zahlreiche Punkte unnötigerweise auf dem Weg liegen, sodass zum Ende der Hinrunde also doch noch nicht alles so sicher schien. Als man dann aber eine starke Rückrunde spielte, fand man sich am vierten Spieltag vor Schluss auf dem zweiten Tabellenplatz, also einem direkten Aufstiegsplatz, wieder.

Nun kamen also auch die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern nicht mehr umhin, den Aufstieg als ganz großes Ziel einer tollen Saison anzusprechen.

Ab diesem Zeitpunkt ging es aber leider mal wieder betzetypisch bergab! So verlor unser geliebter Verein das Spiel gegen den direkten Konkurrenten aus Darmstadt, er verlor das Spiel gegen das auswärtsschwächste Team der ganzen Liga auf dem seit einem Jahr uneinnehmbaren Betzenberg, und erkämpfte gegen Erzgebirge Aue, ebenfalls ein Abstiegskandidat, nur ein mühsames und zugleich torloses Unentschieden. Man, man, man, das ist Betze. Wenn es darauf ankommt, versauen wir es uns mal wieder selbst…

Ihr merkt also, ich bin echt angefressen! Und es geht mit Sicherheit ganz vielen von euch genauso! Allerdings möchte ich daran erinnern, dass die aktuelle Saison tatsächlich total verrückt begann: Der FCK lag im ersten Saisonspiel mit nur noch 10 Mann auf dem Feld 0:2 gegen den TSV 1860 München zur Halbzeit zurück. Und was kam dann?! Ihr wisst es alle: Der FCK drehte das Spiel in Unterzahl innerhalb von nur einer Halbzeit und gewann letztlich noch mit 3:2. Das war Betze, das war die Wiedergeburt unserer alten Heimstärke, die fast die ganze Saison hielt! Warum soll es nicht auch im letzten Spiel auf dem heimischen Betzenberg mit dem Teufel (!) zugehen, und wir schaffen es doch noch einen Patzer der Konkurrenz auszunutzen und stehen am Schluss doch noch auf einem Aufstiegsplatz?! Dies wäre auf jeden Fall die Krönung einer verrückten Saison!

Abschließen möchte ich diese Zeilen mit dem hoffentlich nach dem Spiel noch besser passenden Zitat unseres Idols Norbert Thines: „Vom Verstand her weiß ich, wie schwierig es ist. Aber ich weiß auch, was Pfälzer, wenn sie zusammenhalten, bewegen können. Was vorher nie denkbar war, ist beim FCK möglich!“ Gehen wir es also an und machen endlich einmal unsere Hausaufgaben! Dann sieht man weiter…

Hier geht`s zur kompletten Ausgabe 119!

 

Becherspenden für eine bunte Westkurve

Servus Betze-Fans,

zum letzten Heimspiel gegen den FC Ingolstadt werden verschiedene Fangruppierungen des 1.FC Kaiserslautern e.V. eine Becherspendenaktion durchführen, um auch zukünftig große und finanziell aufwendige Choreographien durchführen zu können. Dazu könnt ihr eure Becher vor dem Spiel und in der Halbzeitpause in allen vier Kurven an kenntlich gemachten Sammelstellen abgeben. Der dabei erzielte Pfanderlös fließt schließlich zu 100% in Fan-Choreographien im Fritz-Walter-Stadion!

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

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UDH# 118: BETZE VS SANKT PAULI

UnbenanntServus liebe Leserinnen und Leser!

Endspurt in der Liga – Endspurt auch für uns als Redaktion des UDH, denn heute haltet ihr die vorletzte Ausgabe unseres Spieltagsflyers in der Hand. Mit der heutigen Partie gegen den FC Sankt Pauli muss der Betze noch 3 wichtige Spiele bestreiten, um dann hoffentlich am letzten Spieltag um 17:15 – inkl. Nachspielzeit natürlich – auf einem der begehrten Aufstiegsplätze zu stehen. Dann heißt es: Endlich wieder 1. Liga. Aber dazu muss nach dem heutigen Spiel noch einmal nach Aue gefahren und zu Hause gegen den FC Ingolstadt angetreten werden. Beides keine leichten Aufgaben.

Aber zurück zum heutigen Spiel. Sankt Pauli ist akut abstiegsbedroht. Die Hamburger stehen zwar drei Spieltage vor Schluss auf einem Nicht-Abstiegsplatz, jedoch könnten sie durch eine Niederlage heute – und davon gehen wir doch mal aus – wieder auf einen der letzen drei Plätze abrutschen. In der Abstiegszone geht es genauso eng zu wie oben im Bereich der Aufstiegsplätze. Nach der bitteren Niederlage in Darmstadt hatte man Glück, dass sich auch der KSC eine Niederlage gegen Lautern äh Aue (ein gewisser Stefan Mugosa traf ja zweimal gegen den KSC) einhandelte. Ein Sieg des KSC und wir hätten uns erstmal hinten anstellen müssen. Gut dass es nicht so gekommen ist, sonst hätte das schwache Spiel unserer Mannschaft in Darmstadt – bei dem viele auch einen äußerst schwachen Schiri gesehen haben – schlimmere Folgen gehabt. Abgehakt! Jetzt gilt es, den Kopf nach vorne zu richten und nochmal alles rauszuholen – auf dem Feld und in der Kurve! Gemeinsam zum Aufstieg!

Ein Sieg unseres FCK heute und man würde einen großen Schritt in diese Richtung machen und die Verfolger nicht mehr so deutlich im Nacken spüren. Denn Darmstadt muss am Montag nach Karlsruhe, und da werden die sich die Punkte gegenseitig nehmen. Aber man muss an dieser Stelle auch mal sagen, dass unser junges Team bisher eine Klasse Saison spielt, die so nicht unbedingt jeder erwartet hätte.

Kommen wir nun aber zum Inhalt unserer 118. Ausgabe. Ihr haltet ein vollgestopftes UDH in der Hand, das euch unter anderem über die aktuellen Ereignisse in den hiesigen Kurven und darüber hinaus informiert. Flankiert wird das Ganze von Berichten über Todesurteile gegen Ultras in Ägypten, interessanten neuen Erkenntnissen über die Standortlogik beim Red Bull Konzern sowie einem vielleicht richtungsweisenden Gerichtsurteil zum Thema Bullenbeleidigungen – hoppla…
Das ist aber noch längst nicht alles. Neben zwei Hoppingberichten aus der Schweiz und Rumänien, findet ihr auch noch Gegnerberichte zu dem Spiel in Darmstadt und gegen Heidenheim in dieser Ausgabe.

So jetzt aber genug gespoilert. Viel Spaß beim Lesen und auf drei wichtige Punkte heute – Betze mer packen’s!

Hier geht’s zur kompletten  Ausgabe 118!

TV-Tipp: Der verkaufte Fußball – Sepp Blatter und die Macht der FIFA

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Wer heute Abend nichts vor hat und einen gemütlichen Abend auf der Couch oder wo auch immer plant, dem empfehlen wir eine Dokumentation in der ARD über die FIFA und Sepp Blatter. Im Rahmen von „Die Story im Ersten“ berichten die Reporter Robert Kempe und Jochen Leufgens über die erneute Kanditatur Blatters zur FIFA-Präsidentschaft und über die Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA.

Die Doku beginnt um 20:45 Uhr im Ersten und ist auch online im Live-Stream der ARD zu sehen.

Hier gibt es eine kurze Vorschau dazu: Die Story im Ersten: Der verkaufte Fußball – Sepp Blatter und die Macht der FIFA

Update: Mittlerweile findet man die Dokumentation auch hier in der ARD Mediathek: Klick

Der Ausschluss von Frauen in der Fankultur

Foul, der Spieler liegt am Boden und aus der Westkurve hallt es: „Fußball ist ein Männersport“. Diese Situation ist sicher jedem geläufig. Doch ist Fußball wirklich ein Männersport? Frederik Schindler hat sich in einem Essay dem Thema Frauen im Fußball gewidmet. Er zeigt auf mit welchen Vorurteilen Frauen zu kämpfen haben und welche Ablehung sie auch heute immer noch in deutschen Kurven erfahren.

Der Text ist auf der Plattform Fußball-gegen-Nazis.de erschienen. Dieses Portal bietet Informationen über Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie im Fußball und Initiativen gegen diese Formen der Diskriminierung dar. Lesenswert!

Wer sich darüber hinaus noch mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei die Schrift der KOS „gender kicks“ ans Herz gelegt. „gender kicks“ beinhaltet zahlreiche Texte zu Fußball und Geschlecht. Online abrufbar im Archiv der KOS.

"USP-Frauen aus dem Gästeblock, damit die Küche lebt" - dieses sexistische Spruchband von Dynamo Dresden-Fans wurde von den USP-Frauen zurückgeholt und ironisch präsentiert. Quelle Ultrà Sankt Pauli

 

„Einfach nur Ultra unter Ultras sein – das wär was!“ – Ausschluss von Frauen in der Fankultur

Weekend Brothers, Ultra Boys Bremen oder Wilde Jungs Freiburg: schon an den Namen vieler Ultragruppen ist die Überrepräsentation von Männern in der Szene erkennbar. Doch auch außerhalb davon haben Frauen in der Fankultur mit vielen Problemen zu kämpfen – sei es mit sexistischen Sprüchen, mit expliziten Ausschlüssen aus Gruppierungen oder mit den althergebrachten Männlichkeits- und Weiblichkeitsidealen vieler Ultras, die auch durch interne Hierarchien reproduziert werden. Doch Frauen-Ultragruppen bieten Raum für Emanzipation und auch sonst bietet der Fanblock Räume für Menschen, die nicht den typischen Geschlechterklischees entsprechen.

Ein Text von Frederik Schindler veröffentlicht unter Fussball-gegen-Nazis.de

Geht es nach dem Tumblr-Blog Ultrapeinlich, der diskriminierende Spruchbänder, Choreografien und Sticker von Ultragruppen sammelt, sind wohl gerade mal wieder Sexismus-Wochen in deutschen Fankurven. Sexistische Schimpfwörter, Degradierungen von Frauen zu Sexobjekten oder sogar Vergewaltigungsfantasien –  das alles wurde allein in den letzten Monaten vom genannten Blog dokumentiert.  Frauenfeindlichkeit scheint zur Ultrakultur dazuzugehören, sichtbar sowohl in Fangesängen oder auf Transparenten, als auch in der Diskriminierung oder im Ausschluss von Frauen aus der Fankurve. Dies zeigt sich beispielsweise an einem deutlich niedrigeren Anteil von Frauen in Ultragruppen als im gesamten Stadion oder an dem Fehlen von Vorsängerinnen auf den Zäunen. Frauen werden in Fankurven von vielen männlichen Fans generell nur als Begleiterinnen oder als Groupies wahrgenommen, viele Ultragruppen schließen bei Auswärtsfahrten Frauen in ihren Bussen aus, geben Frauen keine Ämter in den Gruppen oder lassen generell keine weiblichen Mitglieder zu. „Als Begründung wird häufig angeführt, dass ‚Frauen Unruhe in die Gruppe bringen‘, ‚die Gruppe verweichlichen‘ bzw. ‚Frauen nicht das Bild der Gruppe prägen sollen'“, erklärt Fanforscher Jonas Gabler in den Blättern für deutsche und internationale Politik. Auch in offenen Ultragruppen werden Frauen oftmals nicht die gleichen Rechte zugesprochen oder bestimmte Ämter und Zuständigkeiten verwehrt, beispielsweise bei der Verteidigung des Gruppenmaterials. Frauen gelten in Ultragruppen demnach als Gefahrenquelle: „Zum einen scheinen sie körperlich zu schwach zu sein, um Fahnen, Fansektoren und Busse zu verteidigen. Zum anderen wird ihnen aber auch eine große Sprengkraft innerhalb der Gruppe zugeschrieben, und zwar dann, wenn es um den zwischenmenschlichen Bereich geht“, so Heidi Thaler, die zu weiblichen Ultras promoviert, im neuen Tatort Stadion-Buch. Dieses Bild von der gewaltlosen Frau wird auch von den Fußballverbänden reproduziert, beispielsweise wenn Frauen und Kinder an sogenannten Geisterspielen teilnehmen dürfen – von verschiedenen Seiten wird demnach abgesprochen, dass Frauen „echte Fans“ sein können.

Frauen-Ultragruppen als Möglichkeit der Emanzipation

Eine mögliche Gegenstrategie für Frauen, mit Sexismus in der Fan- und Ultrakultur umzugehen ist die Ironisierung der Abwertungen und Ausschlüsse. Negativ gemeinte Begriffe werden selbst angeeignet, um sie positiv umzudeuten. Dadurch können Begriffe entmachtet werden, man kennt das von rassistischen oder homophoben Fremdzuschreibungen. Ein Beispiel hierfür sind die Chicas, ein Zusammenschluss von weiblichen Mitgliedern der Ultragruppe Schickeria München. Sie versuchen, „den Nachteil, der sich für die weibliche Minderheit im Fußball ergibt, unter dem Namen ‚Chicas‘ bewusst publik zu machen, anzupacken und zum Guten zu wenden“, greifen dabei ein „Klischee auf und drehen es auf ironische Weise ins Gegenteil um“. Nicole Selmer und Almut Sülzle entwickelten hierfür den Begriff „vorweggenommener Sexismus„. Die weiblichen Ultras können dadurch „frauenfeindliche Blicke irritieren und zurückweisen“.

Die letzte weibliche Ultragruppe gründete sich im Juli 2014 in Heidenheim: Die „Societas“ wurden Teil der Gruppe „Fanatico Boys“ und kritisieren in ihrer Gründungserklärung: „Mädels haben es oftmals auch schwerer in ihrer Rolle als Fan akzeptiert und respektiert zu werden. Von ihnen wird zumeist mehr erwartet und sie stehen unter größerer Beobachtung“. Mitglied Lea fordert in der WELT: „Ich möchte in erster Linie als Fan wahrgenommen werden, also geschlechtsunspezifisch. Es geht es darum, dass weibliche Fans genauso behandelt werden wie männliche Fans“. Ähnliches fordert Andrea aus Bremen: Es müsse den Leuten im Stadion endlich klar werden, dass auch Mädchen und Frauen Ultra sein können. „Nicht alle haben Bock auf Gewalt und Pöbeln – allerdings auch nicht bei den Jungs -, aber die meisten sind eben wirklich wegen Fußballgucken, Singen, Ultra-Zeugs in der Kurve und nicht weil der neue Stürmer so sexy Waden hat.“ Ein Schritt in die Richtung der Anerkennung kann eine Frauen-Ultragruppe sein. So lange das Ziel, dass alle gleichberechtigt nebeneinander Ultra sein können noch nicht erreicht sei, brauche es Schutzräume, meint Andrea: „Zudem ist eine reine Frauengruppe natürlich auch ein Statement. Das zeigt dann ganz plakativ, dass Mädchen das auch spannend finden und es eben auch ‚können‘.“. Wichtig ist ihr auch die Präsenz von Frauen, egal ob auf Kurvenfotos oder in der ersten Reihe beim Fanmarsch. „Das ist in Bremen schon relativ oft so, aber ein reiner Mädchen-Mob würde auch hier noch auffallen. Das wäre schon echt cool!“, sagt sie.

Ähnliches berichten die Chicas aus München. Sie wollen eine Anlaufstelle „für die Mädels sein, die sich für Ultrà interessieren aber durch die Dominanz des männlichen Geschlechts vielleicht nicht den Mut dazu haben, von Null auf Hundert in der Gruppe mitzumachen“. Als explizite Frauengruppe – oder als Untersektion einer größeren Gruppe – stehen die genannten Gruppen allerdings relativ alleine da. Zu erwähnen wären hier noch die Senhoritas aus Jena (ebenfalls nur Untergruppe der dominierenden Gruppe Horda Azzuro), die Sophia Gerschel in ihrer Diplomarbeit untersuchte und die legendäre Aktion der Ultrà Sankt Pauli Femminile aus dem Jahr 2010, die laut einem ironischen Statement die Männer aus der Gruppe prügelten. Die einzige heute existierende unabhängige Frauengruppe besteht in der Ultraszene des SV Babelsberg 03.

Die Gruppe FMT*BBG mit einem abgewandelten Zitat von Rosa Luxemburg

Der Fanblock als Raum für untypisches Geschlechterverhalten

Über die Konstruktion von „echten Fans“ erfolgt auch eine Ablehnung von weiblichen Fans, die dem „Klischeebild des rosa-zickigen Groupie-Mädchens“ entsprechen, erklärt Fanforscherin Almut Sülzle in ihrer Studie „Fußball, Frauen, Männlichkeiten„. Hierbei entsteht allerdings kein genereller Ausschluss von Frauen. Frauen, die nicht den typischen Geschlechterklischees entsprechen und „Groupies“ ebenfalls ablehnen, können so im Fanblock einen Raum finden, in dem sie sich nicht ständig als Frau inszenieren oder über ihren Körper darstellen müssen. Verhaltensweisen, die gesellschaftlich als „typisch männlich“ wahrgenommen werden, wie zum Beispiel fluchen oder schreien können durch Frauen im Stadion angeeignet werden, ohne dafür sanktioniert zu werden oder in ihrer Weiblichkeit infrage gestellt zu werden. Sie müssen sich allerdings immer wieder beweisen, um ebenfalls als „echte Fans“ wahrgenommen zu werden. Frauen stützen so die männerbündischen Strukturen, Sülzle bezeichnet sie daher gleichzeitig als „Konstrukteurinnen und Opfer der hierarchisierenden Geschlechterdichotomie“. Ähnliches berichtet auch Andrea aus Bremen. Sie ist 25 Jahre alt, seit 11 Jahren im Weserstadion und seit 9 Jahren Mitglied einer Ultragruppe. Im Gespräch mit Fussball-gegen-Nazis.de erklärt sie: „Die Mädchen die präsenter sind, sind es zu einem guten Teil auch deswegen, weil sie hegemonial männliche Verhaltensweisen annehmen können und/oder wollen. Laut und vielleicht etwas gröber sein, gehört beim Fußball nach wie vor zum guten Ton, den müssen sich alle ein bisschen angewöhnen“. Menschen, die sich hier nicht anpassen wollen oder können, werden so weiter aus dem Fanblock ausgegrenzt.

Auch für Männer gibt es in der Kurve Möglichkeiten für die Ausübung von Verhaltensweisen, die außerhalb des Stadions als unmännlich gelten. Umarmungen und Berührungen zwischen Männern sind unter Fans vollkommen selbstverständlich, während sie in anderen Kontexten homophob abgewehrt werden. Die Politikwissenschaftlerin Eva Kreisky sieht in Männerbünden auch eine „emotionale, affektive und häufig erotische Basis„, die sich im Fanblock beispielsweise in öffentlichem Weinen zeigt. Dass dieses Verhalten möglich ist, ohne als unmännlich wahrgenommen zu werden, liegt an der extremen Assoziation von Fußball und Männlichkeit, die fast jedes Verhalten als männlich erscheinen lässt. Frauen, deren Verhalten oder deren Kleidung als „typisch weiblich“ wahrgenommen werden, erfahren Ablehnung und Ausgrenzung. „Man reproduziert in Verbindung mit Autoritarismen Männlichkeitsvorstellungen, zum Beispiel dass Frauen ‚männlich‘ sein müssen, es gibt eine männliche Struktur, die auch historisch von Männern entwickelt wurde und jeder Mann und jede Frau muss durch diese Strukturen durch“, so Gerd Dembowski in einem Gespräch 2013.

Hierarchien reproduzieren althergebrachte Männlichkeitsvorstellungen

In einer 2006 von dem Fanforscher Gunther A. Pilz durchgeführten Studie, gaben 85 Prozent der befragten Ultras an, dass Frauen ihrer Meinung nach keine Ultras sein können. 62 Prozent erklärten, dass Frauen nicht die Rolle des Capos, also des Vorsängers, übernehmen können. Der Anteil von Frauen in Ultragruppen liegt laut der Studie bei 5 Prozent, mittlerweile wird er auf ein Zehntel geschätzt – während der Frauenanteil im Stadion insgesamt mittlerweile bei einem Drittel liegt. Dies liegt unter anderem an der Entstehung von eigenen Konventionen und Regelsystemen der aktiven Fanszene, die „durch interne Hierarchien gewährleistet werden. Diese sind geprägt durch die Vorherrschaft der Männer im Fußball und in den Kurven, weshalb zentrale Charakteristika von Fußballfankultur bis heute durch Männlichkeit bzw. männliche Stereotypen geprägt sind“, so Gabler. Die meisten größeren Ultra-Gruppen haben beispielsweise eine Art Vorstand, ein sogenanntes direttivo. Dieses wird in der Regel nicht gewählt, sondern setzt sich aus erfahrenen Mitgliedern der Gruppe zusammen. Bei der Zusammensetzung gilt der Vorrang von Mitgliedern mit höherem Lebensalter oder längerer Gruppenzugehörigkeit. „Auf Dauer ist dieses Konstrukt so instabil, dass sich Formen von althergebrachter Männlichkeit und Autoritarismus tradieren können, also genau solche Dinge reproduziert werden, die es in bürgerlichen Taubenzüchtervereinen auch gibt“, meint Dembowski. Und auch Heidi Thaler schreibt im oben genannten Buchbeitrag, dass der Einstieg für Frauen leichter sei, je weniger die Hierarchien innerhalb der Gruppe bereits ausgeprägt sind. „Je früher in der Entstehungsgeschichte einer Ultragruppe auch Frauen beteiligt sind, desto mehr Spielraum besteht, die Teilhabe von Frauen in der Gruppe auszuhandeln beziehungsweise als Selbstverständlichkeit zu etablieren.“

Viele jüngere Mitglieder richten sich nach der Meinung der Capos und ordnen sich dieser unter. Für Frauen ist es noch schwieriger, als Vorsängerin die Gruppe anzuführen. Erst vor wenigen Jahren gab es bei einer Ultra-Gruppe des SV Babelsberg 03 die erste weibliche Vorsängerin, die jedoch nach einem halben Jahr aufgab, weil sie sich von den Fans nicht akzeptiert fühlte. Gerd Dembowksi dazu: „Ultras lassen zwar hier und da mal Frauen mitmachen – ähnlich wie in der Gesellschaft, in der Emanzipation: Man lässt Frauen jetzt Managerinnen werden, aber man ändert nicht den gesamten Betrieb. Man benutzt das Amt, das Männer irgendwann erfunden haben und genau so funktioniert es in der Ultra-Szene auch.“ In Andreas Augen sei die Bremer Ultraszene allerdings schon lange bereit für eine Frau auf dem Podium. Schon ein paar Mal sei das ausprobiert worden, die organisierten Gruppen standen alle dahinter und es gab viel Support. „Aber die Fans, die weiter oben stehen, Bierbecher werfen und jetzt mal nicht ‚Fahne runter‘, sondern ‚Was will die Fotze auf dem Zaun?‘ schreien, die hast du halt nicht im Griff. Traurig, aber wahr“, stellt Andrea fest. Gerade haben die aktiven Frauen verständlicherweise keine Lust, zur Zielscheibe zu werden und deshalb gibt es auch momentan keine Vorsängerin in Bremen.

Es geht auch anders: Die Pugnatores Ultras aus der Fanszene des FSV Frankfurt mit einem Spruchband zum Frauen*kampftag 2015

„Einfach nur Ultra unter Ultras sein“

Andrea aus Bremen stört sich schon lange daran, dass andere Ultras „als die großen Macker“ auftreten: „Selbst die progressiven Gruppen wollen Stärke ausstrahlen und die Spruchbänder der nicht so progressiven Gruppen sind auch nicht gerade einladend“, kritisiert sie. „Dazu kommt dieses Gruppending. Zusammenhalt und Geschlossenheit sind super wichtig. Es ist schwer für neue da reinzukommen. Auch für Jungs. Und für die Mädchen ist es eben besonders schwer, weil es mehr Überwindung kostet einen Jungen anzusprechen und eben nicht überall Mädchen rumlaufen, die man einfacher ansprechen könnte“. Dabei wollen Frauen im Stadion doch einfach nur das gleiche machen wie Männer. Doch bestimmte Mechanismen erschweren dies, wie Heidi Thaler im genannten Buchbeitrag erklärt: „Wer es satt hat, sich aufgrund des Geschlechts von vornherein ständig erklären zu müssen und als Exotin zu gelten, hat wahrscheinlich wenig Lust, noch gesondert auf die eigene Situation als Frau hinzuweisen. Einmal abschalten, einmal nur Fußball und die eigene Kurve im Kopf haben, einfach nur Ultra unter Ultras sein – das wär was!“