UDH# 113: BETZE VS AALEN

UnbenanntServus Betze-Fans,

mit etwas Verspätung (manchmal kommt das erste Heimspiel der Rückrunde dann doch schneller als man denkt) präsentieren wir euch die 113. Ausgabe unserer Kurvenflyers – Unter die Haut.

Auch die erste Ausgabe im Jahr 2015 ist wieder voll gepackt mit aktuellen Themen, Hintergründen und Eindrücken rund um den nationalen und internationalen Fußball.  Neben einem sehr authentischen Reisebericht aus England, sowie einem nachgeschobenen Spielbericht aus Darmstadt, gibt es noch eine dringende Empfehlung der „Nein zu RB“ Kampagne zum Konsumverhalten bezüglich eines gewissen Energydrinks – es geht um eure Gesundheit und unseren Fußball! 😉

So nun genug der einleitenden Worte: Hier geht’s zur 113. Ausgabe

Second Fan Shirt – Auktionen

sfs_rgb_logo_rzIm Rahmen der Kampagne „Second Fan Shirt“ der Fanorganisation Football Supporters Europe gab es Ende des letzten Jahres europaweit Sammlungen von Fanartikeln, mit dem Ziel den Erlös an Flüchtlingsorganisationen zu spenden.  Auch bei uns in Kaiserslautern wurde eifrig gesammelt. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die vielen gespendeten Sachen!

Nun laufen bereits seit Dezember die ersten Auktionen bei Ebay. Natürlich werden auch die Fanartikel, die bei uns in Kaiserslautern gespendet wurden, versteigert. Nicht nur aus diesem Grund, sollte man immer mal wieder auf die Auktionsseite gehen, denn es gibt dort viele Raritäten und Besonderheiten zu ersteigern – und letztendlich kommt das Ganze dann auch noch nem guten Zweck zu Gute.

Hier geht’s zur Auktionsseite auf Ebay: Klick

Und hier gibt es aktuelle Infos zur Kampagne: Klick

 

 

Antisemitismus im Fußball – Klischees in der Kurve

c20e09032164c02ec65430c07185fef5v1_max_635x357_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2Am Dienstag, den 27.01.2015 jährte sich die Befreiung des Konzentrations-  und Vernichtungslagers „Auschwitz“ zum 70. Mal. Damals, am 27.01.1945, wurden die wenigen Überlebenden des Lagers von Soldaten der Roten Armee befreit.

Hinter dieser Vernichtungslogik stand die Ideologie der Herrenrasse, die Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma sowie Homosexuelle als minderwertig ansah. Diese perfide Art des Rassismus wurde zur Grundlage des Antisemitismus, der in der massenhaften Vernichtung von Jüdinnen und Juden Bestimmung fand. Mit der Niederlage Deutschlands im zweiten Weltkrieg verschwand zwar auch der staatlich und industriell organisierte Massenmord an Jüdinnen und Juden, doch der Antisemitismus blieb weiterhin verhaftet in der bürgerlichen Gesellschaft der Nachkriegszeit. Auch heute ist Antisemitismus noch verbreitet und findet vor allem dann Akzeptanz, wenn es um Kritik am Staat Israel geht.

Aber auch im Fußball ist Antisemitismus verbreitet – auch heute noch. Dazu hat der Fanforscher Ronny Blaschke vor kurzem einen Podcast erstellt, der sich genau diesem Thema widmet und es auf jeden Fall wert ist, gehört zu werden.

Hier geht’s zum Podcast: Klick

Fußball-WM 1978 in Argentinien: WM-Sieg unter Folter

UnbenanntDie Sendung „Sport Inside“ ist bekannt für kritischen, hinterfragenden Sport-Journalismus und wirft dabei auch gerne mal einen Blick auf längst Vergangenes. So strahlte das WDR im Rahmen von „Sport Inside“ vor kurzem eine Reportage über die Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien aus. Gerade für die jüngeren Leser/innen ist es interessant zu erfahren, was dort damals vor sich ging.

Argentinien befand sich während der WM unter der Herrschaft einer Militärdiktatur, die sich zwei Jahre zuvor, am 24. März 1976, an die Macht putschte. Trotz tausender verschwundener Regimegegner/innen, darunter viele junge Studenten und Studentinnen, stellte sich für die FIFA nicht die Frage, die WM Argentinien zu entziehen.

Damals wie heute vergibt die FIFA Weltmeisterschaften an Staaten, die bewusst und offenstichtlich Menschenrechtsverletzungen begehen. Gerade die WM-Vergabe an Katar, wo Arbeitssklaven den Bau der WM-Stätten immer wieder mit ihrem Leben bezahlen müssen, oder die Vergabe an Russland, wo staatliche Unterdrückung gegen Homosexuelle an der Tagesordnung ist, sind Beispiele dafür, dass die FIFA kein Problem damit zu haben scheint, Geschäfte mit autoritären Regierungen zu machen. Kritik weist die Fußballweltorganisation mit ihrer apolitischen Grundhaltung ab. Sie macht es sich damit einfach und gibt sich unpolitisch. Doch ihr Wirken ist alles – außer unpolitisch.

Mit WM-Vergaben an Länder wie eben Katar oder Russland, aber auch Deutschland, unterstützt sie dadurch diese Regierungen in ihrem Handeln den Fußball für staatliche Zwecke zu instrumentalisieren. Sei es der Effekt des kurzzeitigen Wirtschaftsaufsschwungs (WM in Brasilien), die Erschaffung einer Einheit unter den Menschen (das sog. „Wir-Gefühl“), das Ablenken von innenpolitischen Problemen (Folter in Argentinien) oder das Erlassen und Legitimieren von Law and Order-Gesetzen und Ausdehnung der Überwachung (WM in Deutschland).

Die Reportage zeigt auf traurige Art und Weise, wie der Fußball zum Instrument eines diktatorischen Regimes wird und wie er demselben Regime zum Weiterleben verhilft.

Hier geht’s zur Reportage von WDR „Sport Inside“: Klick

Hinrunde Saison 2014/15

Könnt ihr es auch nicht mehr abwarten bis endlich wieder Fußball ist? Bald ist’s geschafft.

Um euch die Wartezeit etwas zu versüßen, möchten wir mit diesem Video noch einmal auf die vergangene Hinrunde zurückblicken.

Viel Spaß.

 

Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr

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Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2015. Darüber hinaus natürlich eine erholsame Winterpause.

Über die Winterpause bleiben wir natürlich nicht untätig und überbrücken die fußballfrei Zeit mit dem ein oder anderen Artikel hier auf dem Blog.

Schaut vorbei, genießt die Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer UdH Team

UDH# 112: BETZE VS SANDHAUSEN

Hallo FCK-Fans,cover-sandhausen-212x300

Und herzlich willkommen zu unserer 112ten Udh-Ausgabe, die mit dem Spiel gegen den SV Sandhausen einhergeht. Der SVS steht zur Zeit mit 20 Punkten auf dem 14ten Tabellenplatz, hat zwar einen kleinen Puffer zu den Abstiegsplätzen, kann die drei Punkte heute aber sicherlich trotzdem gut gebrauchen. Diese Pläne gilt es jedoch getrost zu durchkreuzen, den Heimsieg heute dürfen sich unsere Jungs auf dem Platz auf keinen Fall nehmen lassen, wenn sie den Anschluss nach oben nicht verlieren wollen.

Der 1. FC Kaiserslautern e.V. hat es nach dem souveränen Heimsieg gegen Erzgebirge Aue leider verpasst, an die gute Leistung anzuschließen und konnte in den Auswärtsspielen gegen den amtierenden Tabellenersten aus Ingolstadt und die 16ten von 1860 München nur einen von sechs möglichen Punkten erringen. Schad! Während man gegen Ingolstadt aktuell eigentlich kaum gewinnen kann, bewies das Spiel in München doch abermals, dass wir in der laufenden Saison auswärts einfach zu wenig Punkte mitnehmen.

Im heutigen Unter die Haut findet ihr
Gastberichte von eben diesen beiden Spielen, für die wir uns an dieser Stelle bei den Gruppen, die uns diese bereitgestellt haben, herzlich bedanken möchten! Desweiteren sind im Heft heute wieder einige interessante Blicke über den Tellerrand abgedruckt. An dieser Stelle soll gesondert die Online-Petition der Berner Fanszene zur Rückbenennung ihres Stadions erwähnt werden. Absolut unterstützenswert in Zeiten von sterilen 08/15-Arenen mit austauschbaren Sponsorennamen. -> Link gibt‘s im Heft!
Ebenso richtet sich dieses mal die Analyse der Dauerkartenpreise auf die englische Premiere League, nachdem in den letzten beiden UdH-Ausgaben die erste und zweite Bundesliga beäugt wurde. Weiter hinten im Heft haben wir euch noch zwei interessante Hoppingberichte aus Brasilien und Österreich abgetippt, lesen lohnt sich also!

So, genug der Worte, verbleiben wir mit der Hoffnung, dass wir die Punkte, die wir auswärts liegen gelassen haben, wieder mal zuhause einfahren können! Betze, mer packen‘s!

Hier geht’s zur kompletten Ausgabe 112!

UDH# 111: BETZE VS AUE

cover-aueServus Betze-Fans,

und willkommen im Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg zum heutigen Spiel gegen Erzgebirge Aue. Die Sachsen liegen derzeit mit zwölf Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, können demnach jeden Punkt gebrauchen und werden mit Sicherheit alles geben, um auf dem Betzenberg bestehen zu können. Hoffen wir, dass dies jedoch misslingt, denn der heutige Heimsieg ist Pflicht!

Der 1. FC Kaiserslautern ist nach einem sehr mageren Heimauftritt gegen den SV Darmstadt wieder in der Spur angekommen. Während man gegen die Darmstädter eigentlich nur durch den hohen Ballbesitz punkten konnte, der aber letztlich rein gar nichts einbrachte, konnte in Hamburg wesentlich zielstrebiger agiert werden. Mit einem 3:1 Sieg auf St. Pauli konnte der FCK seinen Auswärtsfluch zudem überwinden und schlussendlich den erster Dreier dieser Saison in der Ferne einfahren. Unser Betze spielte endlich einmal effektiv und es gab nicht nur brotlose Kunst zu bestaunen!

Diese Effektivität konnte vor allem auch durch Veränderungen in der Startelf vollzogen werden. Der nominierte Jean Zimmer spielte in Hamburg beispielsweise für Karim Matmour auf der rechten Außenbahn und machte seine Sache wirklich stark. Er krönte seine tolle Leistung zudem mit einem Tor sowie einer Torvorbereitung. Aber auch der später eingewechselte Sebastian Jacob blieb positiv in Erinnerung. Die Art und Weise, wie er den wichtigen 3:1-Siegtreffer erzielte, wusste definitiv zu überzeugen. Da kann sich so manch anderer Stürmer der Roten Teufel ein Scheibchen – oder vielleicht sogar auch zwei – abschneiden!

Hinter uns liegen aber nicht nur sportlich wichtige Wochen. Auch aus vereinspolitischer Sicht hat sich einiges getan. Zum einen fand in der Zwischenzeit die Jahreshauptversammlung unseres Vereins statt. An dieser Stelle soll dieses Ereignis noch nicht näher betrachtet werden, da wir in einem ausführlichen Nachbericht im weiteren Verlauf des Spieltagsflyers auf diese Veranstaltung eingehen werden. Mit Redaktionsschluss dieser Ausgabe erfuhr man als geneigten FCK-Anhänger aber auch zudem, dass der 1. FC Kaiserslautern e.V. eine einstweilige Verfügung gegen den Bund der Steuerzahler vor dem Landgericht Hamburg erwirken konnte. Diese richtet sich insbesondere gegen die Behauptung des Beziehens von illegalen Beihilfen. Hoffen wir, dass Herrn Quante und Konsorten dadurch etwas Wind aus den Segeln genommen wird.

Der heutigen Inhalt des Unter die Haut ist spieltagstypisch mit den üblichen Rubriken ausgestattet. Hinweisen möchten wir aber nochmals auf den ausführlichen Rückblick zur Jahreshauptversammlung, den wir bereits weiter oben angekündigt haben. Nicht unerwähnt bleiben soll zudem, dass wir ab sofort an unserem Stand eine Spendenbox errichtet haben, an der ihr euer Kleingeld loswerden könnt, sofern ihr uns bei der Finanzierung der nächsten Kurvenchoreo unterstützen wollt. Dies würde uns jedenfalls sehr freuen und bringt uns mit Sicherheit weiter!

Zum Abschluss hoffen wir auf eine ähnliche Effizienz wie gegen die Kiezkicker aus Hamburg; der heutige Heimsieg ist Pflicht! Auf geht´s!

Hier geht’s zur kompletten Ausgabe 111!

Fußball von unten – Ein Gedankensprung

Als aktiver und idealistischer Fußballfan hat man es heute nicht leicht. Der Fußball verkommt immer mehr zu einem reinen Geschäft. Aktuelle Tendenzen, wie bei RB Leipzig, Wolfsburg und den Aktionärsvereinen könnten und werden wohl das Konzept der Zukunft sein. Zu sehr scheint unser Sport mittlerweile attraktiv für Investitionen und Vermarktung zu sein. Ausgliederungen der Profiabteilungen funktionieren mittlerweile nach dem Prinzip, der eine macht’s vor und die anderen müssen’s nachmachen, um konkurrieren zu können – zumindest ist das die häufigste Erklärung seitens der Vereinsvorstände, wenn es um die Rechtfertigung einer Ausgliederung bzw. die Öffnung für Investoren geht. Mit Konkurrieren ist nicht primär das Sportliche, sondern das Finanzielle gemeint. Das eine bedingt das andere oder besser gesagt, das eine kommt vor dem anderen. Früher ging es mal darum sportlichen Erfolg zu haben, um die Kosten zu decken – heute sollen Millionengewinne erzielt werden, um Spieler verpflichten zu können, die im Jahr so viel verdienen, wie manche/r nicht in hundert Jahren  –  oder noch absurder: um den Aktionären eine hohe Rendite zu ermöglichen. Viele sagen an dieser Stelle dann immer: „das ist nun mal heute so“ oder „so läuft nun mal das Geschäft“. Fußball – ein Geschäft? Da haben wir den Salat… Ein Argument ist das zwar weniger, aber es entspricht wohl der Realität. Dennoch, sich gegenüber den bestehenden Verhältnissen zu ergeben, ist sicher nicht die Lösung. Ein Kampf David gegen Goliath, kann aber vor allem auf Dauer  resignierend wirken  – zumal die Chancen – nicht wie in der biblischen Geschichte – eher gegen null tendieren. Dazu wiegen die Interessen der Reichen und Mächtigen viel zu schwer als die von uns Fußballfans. Wir sind austauschbar gegenüber zahlungskräftigeren Kunden. Schon heute findet ein Wandel in den Stadien statt, der im Moment noch durch Kampagnen wie „Kein Zwanni für’n Steher“ aufgehalten wird. Die Diskussion um Stehplätze findet dennoch statt und nicht nur wegen Sicherheitsbedenken. Wer erinnert sich nicht an die „Wutrede“ eines Uli Hoeneß vor den FC Bayern-Mitgliedern, als er sagte, dass die Stehplätze durch die Logenbesitzer und –besitzerinnen finanziert würden und unverschämt beifügte, dass man darüber gefälligst froh sein sollte und die Klappe halten sollte. Sollen wir froh darüber sein, dass es uns ein paar Superreiche heute ermöglichen noch in die Stadien gehen zu können, weil es sonst nicht mehr bezahlbar wäre? Das kann’s doch nicht sein. Wie lange wird der Fußball noch bezahlbar sein? Ein Fußball der als Arbeitersport bekannt war und vor allem dieser Klasse eine Möglichkeit zur sozialen Partizipation bot, aber auch gleichzeitig nach dem „Brot und Spiele“-Prinzip zur Ruhigstellung der Massen diente. Heute funktioniert das zwar immer noch, aber der Fußball bietet Vielen – vor allem Jüngeren – die Möglichkeit sich zu engagieren und zu entwickeln. Er hat damit eine sozialisierende Wirkung und ist ein Ort, an dem viele gesellschaftliche Schichten aufeinandertreffen. Er hat sich in vieler Hinsicht weiterentwickelt – man könnte auch sagen, er hat sich zivilisiert. Die 80er und 90er, in denen dunkelhäutige Spieler mit Bananen beworfen wurden sind vorbei. Heute sind die Kurven offener. Diskriminierung findet nur noch vereinzelt statt. Neben dem Kampf gegen Diskriminierung fand bzw. findet auch ein Kampf um mehr Rechte für Fußballfans statt, der bis heute auch noch anhält. Denn während sich in den Kurven  ein demokratischer Prozess vollführt,  geben sich die Vereine und Verbände wirtschaftlichen Zwängen hin und reduzieren dadurch Partizipations- und Mitbestimmungsmöglichkeiten (Stichwort: Ausgliederung). Dieser Widerspruch wird  wohl auf Dauer zu einem Konflikt zwischen „oben“ und „unten“ führen  und in diesem Zuge könnten Ausschließungsmechanismen zum Tragen kommen. Die Gefahr, dass Ticketpreise steigen und sich dadurch viele den Besuch eines Spiels nicht mehr leisten können, ist durchaus vorhanden. Aber auch die Möglichkeiten sich im Verein einzubringen, werden durch aktuelle Tendenzen bedroht. Viele Vereine verlieren ihre Verwurzelung zu Stadt und Menschen und damit ihr soziales und verbindendes Element.

Im Zuge dieser qualitativen Veränderung des Fußballs wird auch immer heftiger an der Repressionsschraube gedreht. Es liegt mehr als nur die Vermutung nahe, dass die Repression durch Verbände und Vereine den oben genannten Tendenzen in die Hände spielt – vielleicht auch spielen soll.  Das führt dauerhaft zu einem Interessenkonflikt, der einer Lösung bedarf.fcum-working

Erste Reaktionen und Lösungsansätze  gibt es bereits. In Hamburg hat sich die Gruppe „Chosen Few HH“ nach der Ausgliederung  vom Verein abgewendet und besucht nur noch die Spiele der 3. Mannschaft. Ähnlich in Hannover, wo die „Ultras Hannover“  (kompletter Boykott)  und die  „Brigade Nord 99“ (Stimmungsboykott) gegen die durchgeführte Ausgliederung des Vereins in eine KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) protestieren. Ein gutes Zeichen, aber es stellt sich hierbei die Frage, ob dieser Schritt nicht zu sehr in Richtung einer eigenen Isolierung führt.  Alternativen zu einem passiven Protest gibt es mittlerweile immer mehr. In Hamburg wurde der HFC Falke e.V. von ehemaligen Ultras und Fans des HSV gegründet. Auch in England gibt es mit dem FC United of Manchester ein entsprechendes Pendant, das von ehemaligen Fans von Manchester United als Antwort auf die Entwicklungen im Verein gegründet wurde.  Hierzulande und auf der Insel sind das jedoch noch Einzelfälle. In Italien hingegen hat sich eine ganze Bewegung gegründet.  Die Rede ist vom sogenannten „Calcio Popolare“ – dem „Fußball des Volkes“. Dort haben sich verschiedene von Fans gegründete Vereine zusammengeschlossen, um sich den Fußball als „Volkssport“ wieder anzueignen. Zur „Calcio Popolare“  zählen unter anderem die Vereine Primi della Strada aus Terni, Ardita San Paolo aus Rom, Stella Rossa aus Neapel, Centro Storico Lebowski und Lokomotiv Flegrea. Die Bewegung versteht sich als Gegenentwurf zu Serie A, bei dem es vor allem darum geht, den Fußball auch als gesellschaftliche Instanz wiederzuentdecken, um vor allem marginalisierten Teilen der Bevölkerung Teilhabe am Fußball, aber auch an der Gesellschaft zu ermöglichen. Bei Lokomitve Flegrea heißt das vor allem praktische Hilfe für Arbeits- und Wohnungslose, aber auch für Flüchtlinge. Auch eine Fußballschule will der Fanverein gründen, um Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen im Verein zu ermöglichen, die unter den gegebenen Umständen kaum eine Möglichkeit dazu haben.quartograd05--620x420

Neben dem zivilgesellschaftlichem Engagement, verfolgt die „Calcio Popolare“-Bewegung ein gemeinsames Ziel: nämlich eine eigene Amateurliga. Nur so können die Vereine eine völlige Autonomie erreichen. Denn aktuell sind sie noch den italienischen Fußballverbänden untergeordnet – und diese sind nach eigenen Aussagen Teil des Systems, das bekämpft werden muss. Dieser Kampf gegen das System hat jedoch auch Feinde – nicht nur auf Seiten der Verbände. Bei einem Auswärtsspiel von Ardita San Paolo wurden Fans und Unterstützer  des Vereins von Neonazis angegriffen – darunter waren wohl auch Anhänger von Lazio und AS Rom. Die Fans von Ardita San Paolo  sehen in dem Angriff einen Angriff auf die gesamte „Calcio Popolare – Bewegung“. Und das ist gar nicht mal so weit hergeholt. Wenn Neonazis der „Irriducibili Lazio“ lieber die dicke Kohle mit dem Verkauf ihres Gruppennamens als Modelabel machen, scheint auch ein gewisses Interesse an dem Status Quo vorhanden. Alternative Projekte würden letztlich die Vormachtstellung  solcher Gruppen gefährden. Ob sich dieses Projekt von „unten“ etablieren kann und ob weitere Fanvereine gegründet werden, hängt auch stark davon ab, ob weitere Ultras diesen Weg mitgehen und sich von ihren bisherigen Vereinen trennen. Jede/r kann sich wohl selbst vorstellen, wie schwer es ist, eine solche Entscheidung zu treffen. Für viele stellt sich diese Frage zum Glück (noch) nicht.

Passend zu dem Thema zeigt der NDR am Sonntag um 23:35 Uhr eine Reportage über den HFC Falke e.V. und die Hannoveraner Ultras.

Hier gibt es eine Vorschau und einen Trailer zur Reportage : Klick

Update: Hier gibt es die komplette Reportage: Klick

UdH# 110: Betze vs Darmstadt

coverN’owend FCK-Fans!

Und herzlich willkommen zum heutigen Freitagabendspiel gegen den Sportverein Darmstadt 1898 auf dem Betzenberg. Die Darmstädter stheen zurzeit auf Platz drei der Tabelle, lediglich zwei Punkte vor unserem Betze. Beste Voraussetzungen als um dem hessischen Aufsteiger mal gehörig in die Suppe zu spucken!

Nun folgt also das zweite Heimspiel unseres Vereins in Folge, das letzte gegen den VfL Bochum konnte unser Team (un)glücklicherweise nur mit einem 2:2 beenden. Unglücklich deshalb, weil die Bochumer es noch kurz vor Abpfiff schafften, den Ball über unsere Torlinie zu befördern und somit ausgleichen konnten. Glücklicherweise wurde das reguläre Tor vom VfL-Stürmer Simon Terodde in der 44. Minute zurückgepfiffen, das hätte als auch anders ausgehen können.

Was ich nicht verstehe, sind die Reaktionen auf den Rängen zur Halbzeit und nach dem Spiel. Nach dem ersten Durchgang ein schallend lautes Pfeifkonzert, nach dem Spiel fast ein kollektives Schweigen der Westkurve. Vereinzelt Applaus, vereinzelt Pfiffe. Was war da denn los? Unsere Mannschaft spielt bis dato eine gute Saison, die Jungs haben Bock zu kämpfen. Natürlich die abgelieferte Leistung gegen die Bochumer alles andere als ein Sahnestück und natürlich ist das Betzepublikum launisch. Es sagt auch keiner was, wenn man nach Sippel’s Fehler beim 0:1 mal kurz hohldreht. Aber nach dem Spiel sollte der Mannschaft klar gemacht werden: „Auf Leute, weiter geht’s, gute Saison bis jetzt! Die nächsten Punkte sin‘ uns!“.

Aber nun zum Inhalt der heutigen Ausgabe. Zuerst werfen wir einen Blick zurück auf das Alternativprogramm zum Spiel gegen das RB-Produkt aus Leipzig, bei dem sich 250 FCK-Fans zum Public Viewing zusammenfanden. Auch haben wir freundlicherweise einen Gegnerbericht aus der Feder der Fanatico Boys Heidenheim erhalten. Vielen Dank dafür!

In der Rubrik „Ein Blick auf“ schauen wir sowohl über den Tellerrand (Sankt Pauli & Aachen), als auch in den Teller selbst. Ein FCK-Fan hat Polizisten nach dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig angezeigt und eine detaillierte Aufarbeitung der Geschehnisse veröffentlicht. Ferner berichten wir über die neue Stadtmitte Kaiserslautern und eines unserer Arbeitskreismitglieder liefert einen Gedankensprung über die Dauerkartenpreise in Liga 1.

Jou, Liga 1 … da wollen wir übrigens auch wieder hin.

Also auf geht’s, heute 3 Punkte, eine gut aufgelegte West und gemeinsam der Winterdepression der letzten Jahre entgegenwirken!

Let’s go Betze!

 

Hier geht’s zur kompletten Ausgabe 110!

Uns ist ein kleiner Fehler im Beitrag zur Dauerkarte 1993/1994 unterlaufen: Und zwar hat sich unser FCK lediglich für den UEFA-Cup qualifiziert und nicht für die Championsleague.