UDH# 116: BETZE VS HEIDENHEIM

Grüßt Euch, Betzefans!Unbenannt

 Schon wieder April! Ostern steht vor der Tür und gleichzeitig beginnt langsam aber sicher der Endspurt der laufenden Saison, denn mit dem heutigen Heimspiel sind nur noch acht Partien zu absolvieren. Am heutigen 27.Spieltag erwarten wir den Tabellenachten aus Heidenheim, der eine grundsolide Saison spielt und zwischenzeitlich sogar oben anklopfen konnte. Das Hinspiel endete, wie so oft in der Hinrunde unglücklich, 1:1 unentschieden. Der groß umjubelte Führungstreffer durch Amin Younes wurde durch einen sehenswerten Treffer von Schnatterer egalisiert. Heute jedoch soll das anders aussehen: Der 1.FCK steht auf dem 2. Platz der Heimtabelle und wir erwarten eine offensiv spielende Mannschaft mit Zug nach vorne! Das Saisonziel ist klar – ein wichtiger Erfolgsaktor dabei ist unsere Heimstärke. Die gilt es heute unter Beweis zu stellen!

Nun jedoch zum Inhalt unserer 116. Ausgabe Unter die Haut: Die Rubriken „Blick auf“ und „Kurz und Knapp“ informieren Euch von Unterhaching über Hamburg bis nach England über aktuelle Entwicklungen und Geschehnisse. Außerdem findet Ihr einen interessanten Gedankensprung zum Thema Jugendkulturen und Szenen und weitere Texte aus den verschiedenen Rubriken. Wie immer gilt: Bei Lob, Anregungen und Kritik habt Ihr die Möglichkeit eine Mail an udh@frenetic-youth.de zu schreiben. Ansonsten viel Spaß beim Lesen!

 „Wir stehen am Samstag im Stadion, und rufen laut: Hinein!“

 P.S.: Heute gilt es auch den Amateuren die Daumen zu drücken, die um 14:00 Uhr in Mannheim antreten!

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UDH# 115: BETZE VS NÜRNBERG

UnbenanntServus Betzefans,

heute mit etwas kürzerer Einleitung – eine umfangreiche Einleitung findet ihr gewohntermaßen auf Seite 3 im „Hier und Jetzt“. Wir ersparen uns an dieser Stelle einfach mal das Copy & Paste und möchten euch einen Gedankensprung eines unserer Redaktionsmitglieder nahe legen. Und zwar geht es um aktuelle Tendenzen bezüglich sogenannter „Fankarten“, wie sie oft genannt werden – der Begriff dafür ist schon ziemlich paradox…

Viel Spaß beim Lesen!

Personalisierte Tickets in Europa

Nach den Vorfällen beim Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1.FC Köln setzte sich DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig für personalisierte Eintrittskarten in der Bundesliga ein. In welchen Ländern es diese Art von Ticketverkäufen schon gibt und welche Auswirkungen dieses Geschäft haben kann, darauf schauen wir im folgenden Text.

Die bekannteste aller Fankarten ist sicherlich die „Tessera del Tifoso“ aus Italien. Seit diese im Sommer 2009 vom ehemaligen italienischen Innenminister Roberto Maroni eingeführt wurde, sinken die Zuschauerzahlen massiv und das Gewaltpotential hat sich in die unteren Ligen verlagert. Kein Wunder, schließlich werden nicht weniger als die persönlichen Daten, Steuernummer, Ausweisnummer und Meldeadresse auf einem Microchip der scheckkartengroßen Karte gespeichert. Trotz vieler Proteste von Ultragruppen und Vereinen wurde der Fanausweis bisher noch nicht abgeschafft.

Doch nicht nur in Italien wird von personalisierten Tickets Gebrauch gemacht, sondern auch in der Türkei. Dort führte man diese Saison die sogenannte „PassoLig“ Karte ein, bei jener man alle seine Daten beim jeweiligen Verein abgeben und zusätzlichen bürokratischen Aufwand hinnehmen muss. Kurios ist zudem, dass man beim Erwerb einer solchen Karte gleichzeitig eine Mitgliedschaft bei der Atif Bank, dem offiziellen „Sponsor“ der Karte abschließt. Als erklecklicher Nebeneffekt gewann die Bank auf einen Schlag Tausende Neukunden. Nebenbei bemerkt: Geschäftsführer der kleinen Bank ist kein geringerer als der Schwiegersohn des türkischen Premierministers Tayyip Erdogan. Gleichermaßen finden hier nicht mehr viele Fans den Weg ins Stadion und sogar bei Derbys bleiben viele Plätze frei. Auch in Ungarn hat der Hauptstadtverein Ferencvaros aus Budapest einen solchen Fanausweis eingeführt. Gründe hierfür liegen in einigen Vorfällen aus der Vergangenheit. Möchte man ein Ticket für ein Spiel des Clubs erwerben, muss der Käufer zunächst ein Formular ausfüllen. Zu guter Letzt wird noch ein Foto vom „Bewerber“ geknipst. Nun spielt der Club vor einer fast leeren Heimkurve in der heimischen Groupama Arena.

Seit einigen Jahren sind personalisierte Tickets unter anderem auch in den Niederlanden üblich. Trotz dieser Maßnahmen werden viele brisante Spiele immer noch unter einem Ausschluss von Gästefans ausgetragen, was bei vielen Anhängern zu weiterer Verständnislosigkeit führt. In Polen hingegen hat glücklicherweise die Zeit zum Umdenken angefangen und immer mehr Vereine verabschieden sich von der „Karta Kibica“. In einer ähnlichen Prozedur muss der Käufer zunächst seinen Personalausweis vorlegen und darf dann in eine Kamera grinsen. Das Foto wird schließlich auf die Karte gedruckt. Vielen Fans wurde dieser Aufwand allerdings zu viel und sie blieben den Spielen fern. Die finanziellen Schäden allerdings, welche durch die Zuschauerverluste aufkommen, belasten die meisten polnischen Vereine einfach zu sehr, um weiter an der Fankarte festzuhalten. Auch in Belgien testete der Ligaverband einst den Fanausweis; nach mehrjähriger Erfahrung wurde er wieder abgeschafft.

Trotz all der erwiesenen Nachteile will man erschreckenderweise nun auch in Dänemark auf personalisierte Tickets setzen. Ab dem kommenden Sommer soll man nur über einen Fanausweis an Tickets für den Gästebereich gelangen. Diesen möchte die dänische Fußball-Liga zur angeblichen Verbesserung der Sicherheitslage in den Stadien einführen. Der Ausweis soll verpflichtend für jeden sein, der seine Mannschaft zu Auswärtsspielen begleiten möchte. Zum jetzigen Stand werden selbst Kinder nicht davon befreit, Name, Anschrift, Geburtstag und sogar die Körpergröße anzugeben. Auch ein Foto soll bereits einige Wochen vor dem Spiel eingereicht werden. Weiterhin muss der Fan schließlich persönlich erscheinen, um sein Ticket abzuholen. Protestiert wird gegen diesen Fanausweis und dem erhöhten finanziellen Aufwand unter der Kampagne „Nej til awaykort“, in der nochmal verdeutlicht wird, dass es in der letzten Saison lediglich 19 Festnahmen in Dänemark gab und man einen hohen Zuschauerverlust durch die Einführung einer solchen Karte befürchten würde.

Im Endeffekt bleibt festzuhalten, dass personalisierte Tickets dem Fußball enorm schaden. Vielmehr haben Fanausweise bisher noch keinen positiven Einfluss auf die Stadionsicherheit oder präventive Effekte gehabt. Selbst der Ständige Ausschuss der Europäischen Konvention zur Zuschauergewalt im Sport (T-RV) äußerte sich in einem Bericht über den kroatischen Fußball negativ zu Fanausweisen – demnach scheine die Maßnahme genau das Gegenteil zu bewirken: Viele unschuldige Anhänger werden mit der Einführung einer solchen Fankarte getroffen und das Gewaltpotential verlagert sich oft auf andere Schauplätze. Die Stärke des Widerstandes halte auch friedliche Zuschauer davon ab, selbst Top-Spiele zu besuchen. So finden in den betroffenen Ländern immer weniger Fans den Weg ins Stadion, worunter unter anderem die Vereine leiden, aber vor allem der Fußball. Europaweit zeigen also die Erfahrungen, dass derartige, restriktive Ticketing-Modelle keine effektive Lösung zu angeblichen Gewaltproblemen darstellen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Deutschland nicht die Augen vor den negativen Folgen einer Fankarte verschließen, sondern diese vielmehr als Anlass nehmen, sich von einer solchen Maßnahme klar und deutlich zu distanzieren. Fanausweise dürfen weder als Geschäftsmodell missbraucht werden, noch dürfen sie als Rechtfertigung für angebliche Sicherheitsprobleme dienen. Sie schaden lediglich allen Beteiligten im Fußball.

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Sehenswert: „Futebol e vida“

(Marcello) Hallo Leute!

Nachdem ich euch und für unsere Gruppe über die Geschehnisse im Land des Fußballs Brasilien einen satten Dreiteiler präsentieren durfte, bin ich heute Abend (10.03.15) glücklicherweise über etwas gestolpert, was die Frage nach dem „Was kummtn heit Owend im Fernseh?“ erübrigte:

Auf die Reise quer durch Brasilien, mit einem altem VW-Bus Baujahr 1968 (da bin ich echt neiderfüllt..) machte sich Daniel Cohn-Bendit, ein französisch-deutscher Grünenpolitiker im Dienste von Arte.

Aufhänger dieser Reportage ist die Fußball WM 2014, über die an dieser Stelle ja bereits einige Worte verloren wurden. Während dieser bereiste er u.a. Sao Paulo und Rio, allerdings mit viel Blick „hinter die Kulissen“.

Thematisiert werden vor allem die Bewegung „Democracia Corinthiana“, bei der der Weltstar Sócrates eine tragende Rolle spielte. Selbige Bewegung war zumindest ein Mitauslöser der brasilianischen Aufstände gegen die Militärdiktatur der 1980er Jahre.

Außerdem werden viele „Randthemen“ wie z.B. Favelafußball, Footvolley und die Vertreibung der indigenen Völker aus ihren Lebensräumen beleuchtet.

Zu kritisieren gibt es trotzdem natürlich auch etwas: Markenkleidung in Favelas kann man machen, muss man aber nicht und für knapp 50 Jahre Kontakt nach Brasilien hat der gute Mann augenscheinlich leider auch keine Portugiesischkenntnisse, mit denen er angeben kann.

Allerdings werden hier sehr tiefgründig und fundiert Kapitel der brasilianischen (Fußball)geschichte aufgearbeitet, von denen ich selber noch nichts wusste. Für alle, die „die andere Seite“ einmal mit eigenen Augen sehen wollen definitiv ein „Must see“!

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Die Doku ist leider nur für 7 Tage in der Mediathek verfügbar. Schnell sein lohnt sich.

UDH# 114: BETZE VS FÜRTH

UnbenanntSchönen guten Abend, liebe Freunde, und herzlich Willkommen im Fritz-Walter-Stadion zum heutigen Duell gegen die Spielvereinigung aus Fürth. Nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage setzte es am Wochenende bekanntlich eine durchaus verdiente Schlappe beim derzeit aufstrebenden FSV Frankfurt – verdient deswegen, weil es unseren Roten Teufeln zu keinem Zeitpunkt des Spiels gelang, ihre spielerische Klasse auszuspielen und aus der Dominanz heraus ernsthafte Torchancen zu generieren. Aus diesem Grund darf sich über die zwei Gegentore auch keiner beschweren, die Frankfurter wussten es einfach besser, dieses für sie gefühlte Auswärtsspiel (immerhin standen den FSV-Fans über die doppelte Anzahl Lautrer Schlachtenbummler gegenüber) für sich zu entscheiden.

Heute gilt also, Platz 2 zurück zu erobern und den ursprünglichen Abstand auf die derzeit punktgleichen Karlsruher und Darmstädter wieder herzustellen; wir drücken dem jeweiligen Gegner also gleichzeitig beide Daumen! Darmstadt und Braunschweig können sich zudem gegenseitig die Punkte stehlen. Für uns hingegen hat ein Heimsieg gegen die Kleeblätter zunächst oberste Priorität. Nach dem traditionell ergiebigen personellen Aderlsass vor der Saison (u.a. Baba, Brosinski, Djurdjic, Stieber) lotsten die Franken zwar einige Hoffnungsträger an den Ronhof, die sportliche Ausbeute lässt in diesem Jahr allerdings zu wünschen übrig. Mit nur 27 Zählern aus 22 Spielen dümpelt die Mannschaft derzeit nur im unteren Tabellenmittelfeld herum. Gefährlich werden könnte allerdings der Trainer-Effekt: So holte der Verein am Wochenbeginn Erfolgstrainer Mike Büskens zurück, mit dem vor drei Jahren der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang.

Kommen wir nun aber zum Inhalt unserer Spieltagslektüre. Erwähnenswert ist dabei sicherlich das Round-Up aus der französischen Ligue 1, wo das Team unserer Freunde aus Metz derzeit keine allzu erfolgreiche Rolle spielt und mittlerweile auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist. Nichtsdestotrotz halten wir euch natürlich weiter auf dem Laufenden und berichten von gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Auswärtsfahrten. Ansonsten erwarten euch wie gewohnt aktuelle Nachrichten und brandheiße Neuigkeiten aus der Welt des Fußballs und der Fankultur.Weiterhin machte sich ein Redaktionsmitglied ausführliche Gedanken zum Thema Repression; sein Fazit fällt dabei wenig erfreulich aus – doch alles weitere lest ihr im entsprechenden Artikel!

Wir wünschen euch an dieser Stelle viel Spaß beim Lesen und der Mannschaft viel Erfolg für den heutigen Abend. Zeigen wir, was der Betze zu bieten hat – sowohl auf dem Platz, als auch den Rängen!

 

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Sehenswert: „Emotionen Pur – Der Fußball und seine Fans“

UnbenanntHeute war im WDR eine Sendung im Rahmen des Formates „Planet Wissen“ über den „Fußball und seine Fans“ zu sehen. Zu Gast waren Jonas Gabler, Fanforscher an der Universität Hannover und Christoph Bausenwein, Mitglied der Akademie für Fußballkultur in Nürnberg.

Thematisch ging es vor allem um Ultras und Gewalt, aber auch um fußballhistorische und fußballkulturelle Aspekte. So wurden z.B. die Geschehnisse rund um den Fußball im 3. Reich am Beispiel des 1.FC Nürnbergs aufgearbeitet, aber auch der Weltmeistertitel Deutschlands 1954 in Bern wurde unter „pfälzischen“ Aspekten thematisiert.

Im zweiten Teil der Sendung durfte Jonas Gabler seine forschungstheoretischen Aspekte in Bezug auf Fußball und Gewalt erläutern, aber auch praktische Herangehensweisen im Sinne des Konfliktmanagements im Rahmen seiner Arbeit in der Kofas (Kompetenzgruppe „Fankultur und Sport bezogene Soziale Arbeit“) vorstellen.

Gerade die Einladung von Jonas Gabler in diese Sendung ermöglichte es, weg von defizitären Sichtweisen in Bezug auf Fankultur zu kommen und die positiven Aspekte von Ultra- und Fankultur zu betonen. Was hängen bleibt, ist, dass Gewalt kein ausschließliches Problem des Fußballs ist, sondern viel mehr ein gesellschaftliches Problem ist, und dass dieses Problem nur gesamtgesellschaftlich zu lösen ist.

Hier geht’s zur Sendung: Klick

Mitglied werden bei der Rot-Weißen Hilfe

logoSeit dem Heimspiel gegen den VfR Aalen ist es nun möglich bei der Rot-Weißen Hilfe Kaiserslautern Mitglied zu werden. Neben der Möglichkeit direkt am Spieltag entweder am Stand des Fanclubs „Pfalz Inferno“ oder am Stand der „Frenetic Youth“ Mitgliedsanträge zu erhalten, ist es auch möglich sich den Mitgliedsantrag online auf der Website der Rot-Weißen Hilfe (http://rot-weisse-hilfe.de/) herunterzuladen.  Der ausgedruckte, ausgefüllte und unterschrieben Mitgliedsantrag kann entweder per Post oder per Email an die Rot-Weiße Hilfe versendet (s. Mitgliedsantrag unten) oder an einem der oben genannten Stände abgegeben werden. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf 36€ pro Jahr – wobei freiwillig höhere Beiträge möglich sind.

Die Mitgliedschaft stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Arbeit der Rot-Weißen-Hilfe dar. Nur wer Mitglied ist, kann auf Unterstützung durch die Rot-Weiße Hilfe zurückgreifen. Dazu gehören:

  • Beratung bei Problemen mit der Polizei oder der Justiz sowie bei der  Erteilung eines Stadionverbots
  • Vermittlung von erfahrenen Rechtsanwälten sowie weiteren Stellen, die Hilfe leisten können
  • Direkte finanzielle Hilfe zur Begleichung von Rechtsanwaltskosten
  • Betreuung von Fans des 1. FCK, die Gefängnisstrafen absitzen  müssen und ihren Familienangehörigen
  • Präventive Maßnahmen wie Info-Broschüren und Veranstaltungen zur Aufklärung über Rechte und Pflichten gegenüber den Sicherheitsorganen
  • Gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen Repression, Willkür und Stadionverbote gegen Fußballfans
  • Unabhängige Vertretung von Fans des 1. FCK mit Stadionverbot gegenüber dem 1. FC Kaiserslautern e.V.

Gerade in Zeiten zunehmender Repression seitens der Justiz und der Polizeibehörden, ist es wichtig eine starke solidarische Gemeinschaft aufzubauen, die die Mittel besitzt, sich gegen polizeiliche und staatliche Willkürmaßnahmen zu wehren. Die Rot-Weiße Hilfe betont dabei aber auch, dass sie eine Organisation für alle FCK-Fans ist, denn heutzutage kann jede/r von willkürlichen Polizeimaßnahmen betroffen sein – unabhängig ob Ultra, Allesfahrer/in oder Gelegenheitsbesucher/in.

UDH# 113: BETZE VS AALEN

UnbenanntServus Betze-Fans,

mit etwas Verspätung (manchmal kommt das erste Heimspiel der Rückrunde dann doch schneller als man denkt) präsentieren wir euch die 113. Ausgabe unserer Kurvenflyers – Unter die Haut.

Auch die erste Ausgabe im Jahr 2015 ist wieder voll gepackt mit aktuellen Themen, Hintergründen und Eindrücken rund um den nationalen und internationalen Fußball.  Neben einem sehr authentischen Reisebericht aus England, sowie einem nachgeschobenen Spielbericht aus Darmstadt, gibt es noch eine dringende Empfehlung der „Nein zu RB“ Kampagne zum Konsumverhalten bezüglich eines gewissen Energydrinks – es geht um eure Gesundheit und unseren Fußball! 😉

So nun genug der einleitenden Worte: Hier geht’s zur 113. Ausgabe

Second Fan Shirt – Auktionen

sfs_rgb_logo_rzIm Rahmen der Kampagne „Second Fan Shirt“ der Fanorganisation Football Supporters Europe gab es Ende des letzten Jahres europaweit Sammlungen von Fanartikeln, mit dem Ziel den Erlös an Flüchtlingsorganisationen zu spenden.  Auch bei uns in Kaiserslautern wurde eifrig gesammelt. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die vielen gespendeten Sachen!

Nun laufen bereits seit Dezember die ersten Auktionen bei Ebay. Natürlich werden auch die Fanartikel, die bei uns in Kaiserslautern gespendet wurden, versteigert. Nicht nur aus diesem Grund, sollte man immer mal wieder auf die Auktionsseite gehen, denn es gibt dort viele Raritäten und Besonderheiten zu ersteigern – und letztendlich kommt das Ganze dann auch noch nem guten Zweck zu Gute.

Hier geht’s zur Auktionsseite auf Ebay: Klick

Und hier gibt es aktuelle Infos zur Kampagne: Klick

 

 

Antisemitismus im Fußball – Klischees in der Kurve

c20e09032164c02ec65430c07185fef5v1_max_635x357_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2Am Dienstag, den 27.01.2015 jährte sich die Befreiung des Konzentrations-  und Vernichtungslagers „Auschwitz“ zum 70. Mal. Damals, am 27.01.1945, wurden die wenigen Überlebenden des Lagers von Soldaten der Roten Armee befreit.

Hinter dieser Vernichtungslogik stand die Ideologie der Herrenrasse, die Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma sowie Homosexuelle als minderwertig ansah. Diese perfide Art des Rassismus wurde zur Grundlage des Antisemitismus, der in der massenhaften Vernichtung von Jüdinnen und Juden Bestimmung fand. Mit der Niederlage Deutschlands im zweiten Weltkrieg verschwand zwar auch der staatlich und industriell organisierte Massenmord an Jüdinnen und Juden, doch der Antisemitismus blieb weiterhin verhaftet in der bürgerlichen Gesellschaft der Nachkriegszeit. Auch heute ist Antisemitismus noch verbreitet und findet vor allem dann Akzeptanz, wenn es um Kritik am Staat Israel geht.

Aber auch im Fußball ist Antisemitismus verbreitet – auch heute noch. Dazu hat der Fanforscher Ronny Blaschke vor kurzem einen Podcast erstellt, der sich genau diesem Thema widmet und es auf jeden Fall wert ist, gehört zu werden.

Hier geht’s zum Podcast: Klick

Fußball-WM 1978 in Argentinien: WM-Sieg unter Folter

UnbenanntDie Sendung „Sport Inside“ ist bekannt für kritischen, hinterfragenden Sport-Journalismus und wirft dabei auch gerne mal einen Blick auf längst Vergangenes. So strahlte das WDR im Rahmen von „Sport Inside“ vor kurzem eine Reportage über die Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien aus. Gerade für die jüngeren Leser/innen ist es interessant zu erfahren, was dort damals vor sich ging.

Argentinien befand sich während der WM unter der Herrschaft einer Militärdiktatur, die sich zwei Jahre zuvor, am 24. März 1976, an die Macht putschte. Trotz tausender verschwundener Regimegegner/innen, darunter viele junge Studenten und Studentinnen, stellte sich für die FIFA nicht die Frage, die WM Argentinien zu entziehen.

Damals wie heute vergibt die FIFA Weltmeisterschaften an Staaten, die bewusst und offenstichtlich Menschenrechtsverletzungen begehen. Gerade die WM-Vergabe an Katar, wo Arbeitssklaven den Bau der WM-Stätten immer wieder mit ihrem Leben bezahlen müssen, oder die Vergabe an Russland, wo staatliche Unterdrückung gegen Homosexuelle an der Tagesordnung ist, sind Beispiele dafür, dass die FIFA kein Problem damit zu haben scheint, Geschäfte mit autoritären Regierungen zu machen. Kritik weist die Fußballweltorganisation mit ihrer apolitischen Grundhaltung ab. Sie macht es sich damit einfach und gibt sich unpolitisch. Doch ihr Wirken ist alles – außer unpolitisch.

Mit WM-Vergaben an Länder wie eben Katar oder Russland, aber auch Deutschland, unterstützt sie dadurch diese Regierungen in ihrem Handeln den Fußball für staatliche Zwecke zu instrumentalisieren. Sei es der Effekt des kurzzeitigen Wirtschaftsaufsschwungs (WM in Brasilien), die Erschaffung einer Einheit unter den Menschen (das sog. „Wir-Gefühl“), das Ablenken von innenpolitischen Problemen (Folter in Argentinien) oder das Erlassen und Legitimieren von Law and Order-Gesetzen und Ausdehnung der Überwachung (WM in Deutschland).

Die Reportage zeigt auf traurige Art und Weise, wie der Fußball zum Instrument eines diktatorischen Regimes wird und wie er demselben Regime zum Weiterleben verhilft.

Hier geht’s zur Reportage von WDR „Sport Inside“: Klick